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Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Mai

Den Apfelwickler bekämpfen

Den Apfelwickler bekämpfen
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen.

Der Apfelwickler oder was ist schlimmer als ein Wurm im Apfel? Ein halber Wurm. Heißt im Klartext ich habe beim Apfel essen den Wurm erwischt. So viel „Spaß“ gleich zu Beginn. Es kommt aber auch ein Befall an Birne und Quitte vor. Von außen ist ein sogenanntes Bohrloch sichtbar. Da hat sich der Wurm reingefressen bzw. rausgeschafft. Umgangssprachlich wird daher auch von wurmstichigen oder madigen Äpfeln gesprochen.

Generell ist die Bekämpfung dieses Schädlings im Garten aufwendig. Auslöser ist ein unscheinbarer Schmetterling, der seine Eier an Blätter und junge Früchte legt. Aus diesen erscheinen die kleinen Würmer, auch Larven genannt. Nach wenigen Tagen bohren sie sich in die jungen Früchte ein.

Zur Bekämpfung muss dieser Larvenzeitpunkt erwischt werden. Also nach Eischlupf und vor dem Einbohren. Pflanzenschutzmittel, unabhängig davon ob chemische oder biologische, haben keine Wirkung mehr wenn die Würmer sich im Innern der Frucht befinden. Dort fressen sie sich praktisch durch, bis ihre Entwicklung zur Puppe bevorsteht. Mit feinen Spinnfäden seilen sie sich ab bzw. geschädigte Früchte fallen auf den Boden.

Die Räupchen verlassen diese, um sich einen geeigneten Platz für die Verpuppung zu suchen. Meistens an der Rinde der Bäume. Aus dieser Puppe, wie bei Schmetterlingen gängige Praxis, erscheint der Flattermann. Männchen und Weibchen paaren sich und die Eiablage beginnt. Wobei die zweite Generation, wie der Fachmann sagt, die schädlichere ist, weil reifendes Obst befallen wird. Die Raupe zerstört praktisch die Frucht durch Fraß, Kot und letztendlich tritt schneller Fäulnis auf als bei einer gesunden.

Niemand will einen solchen Apfel auf welche Art auch immer verwerten. Von der ersten Schädlingswelle befallene Äpfel können noch als eine gewisse Art der Ausdünnung angesehen werden. Allerdings auch nur, wenn ausreichend Behang vorhanden ist. In einem schwachen Jahr ist auch das schon übel. Aus der Lebensweise des Apfelwicklers heraus ergeben sich mehrere Ansatzpunkte, um ihm das Leben schwer zu machen.


Nur die Männchen werden "geleimt"

Sammeln sie abgefallene Äpfel auf und vernichten oder entsorgen sie aus dem Garten. Mancher Hobbygärtner zerkleinert die Früchte und stellt eine Jauche her. Andere lassen Hühner auf dem Obststück laufen, damit diese den Schädling fressen.

Im Handel gibt es spezielle Obstmadenfanggürtel zur Apfelwicklerbekämpfung. Verwechseln sie bitte diese nicht mit dem Leimgürtel gegen den Frostspanner. Es handelt sich dabei um Wellpappegürtel ohne Zusätze. Der Gärtner legt sie Mitte Juni um den Stamm. Die Maden krabbeln zur Verpuppung unter dieses vermeintliche Versteck. Stellen sie einen Besatz mit Raupen bzw. Puppen fest, wird die Pappe samt Inhalt vernichtet. Eine durchaus bekannte Verfahrensweise ist das Verbrennen. Wichtig ist, sicher zu stellen, dass die Maden sich nicht weiterentwickeln können. 

Sie müssen abgetötet werden. Selbstverständlich kommt dann wieder ein neuer Wellpappegürtel um den Stamm. Auch die Larven der Sommergeneration nutzen diesen, um darin zu überwintern. Aus ihnen entsteht der erste Befall im kommenden Frühjahr. Was bedeutet, gegen Ende der Gartensaison wird der Fanggürtel mit samt seinem Madenbesatz vernichtet. In vielen Gärten herrscht schon ein gewisser Befallsdruck, was die Bekämpfung erschwert.

Mancher Geplagte nutzt die Stammpflege, also das stramme Abbürsten des Gehölzstammes, um darunter befindliche Schädlinge zu vernichten. Auch kommt vereinzelt das Weißeln der Obstbaumstämme zum Einsatz, was jedoch eher die Rinde vor Temperaturschwankungen schützt. Von Mai bis September besteht die Möglichkeit mit Pheromonfallen zu arbeiten. Sie verströmen den Duft von Apfelwicklerweibchen. Das Männchen folgt ihm und bleibt - wie gemein - auf einer Leimfläche hängen.

Wie gesagt, es werden nur die Männchen „geleimt“. Solche Pheromonfallen eignen sich aber nicht zu Bekämpfungszwecken, was gerne immer mal behauptet wird. Mit ihnen kann die Flugzeit der Schmetterlinge festgestellt werden. Hieraus lassen sich dann Spritztermine zur Bekämpfung ableiten. Als grober Anhaltspunkt für den Falterflug gilt: Die erste Welle kann von Ende April bis Ende Juni zuschlagen. Der zweite Schwung macht sich ab Anfang Juli bis in den September über die Äpfel her. Wie sie sehen ist das ein weiter Zeitraum und wetterabhängig.


Wärme fördert, Kühle bremst

Daher machen Pheromonfallen zur Feststellung des Bekämpfungstermins richtig Sinn, selbst wenn ihr Garten befallsfrei ist. Schmetterlinge können aus benachbarten Befallslagen zufliegen. Im Herbst, so ab September, können spezielle Fadenwürmer gegen überwinternde Apfelwicklerlarven zum Einsatz kommen. Solche Nematoden brauchen aber feucht-warme Bedingungen. Eine weitere chemiefreie Bekämpfungsmaßnahme ist der Einsatz besonderer Schlupfwespen. Diese winzigen Insekten parasitieren die Apfelwicklereier.

Heißt auf deutsch: das Schlupfwespenweibchen legt seine Eier in die des Schadschmetterlings. So kommen keine Schädlinge zur Welt, sondern die nützlichen Schlupfwespen. Zusätzlich steht dem Biogärtner schon seit Jahren ein bewährtes Viruspräparat zur Verfügung. Der Krankheitserreger darin befällt nur die Raupen des Apfelwicklers.

Bei all diesen biologischen Produkten ist eine ganz genaue Information vor dem Einsatz wichtig. Letztendlich bleibt noch die Anwendung von zugelassenen Insektiziden. Zugelassen bedeutet, diese Pflanzenschutzmittel gegen Insekten - in unserem Fall gegen den Apfelwickler - dürfen sie spritzen. Um aber zu wissen, wann der richtige Termin zur Spritzung ist, müssen die schon erwähnten Pheromonfallen genutzt werden. Für die Befallsbeobachtung ist es überhaupt eine gute Idee Apfelwicklerlockstofffallen - so werden sie auch noch genannt - generell zu nutzen. 

So hat der Apfelfreund einen Überblick was an diesem Schädling in seinem Garten vor sich geht. Sortenunterschiede zur Befallsstärke durch den Apfelwickler sind mir nicht bekannt.

Eine gute, gesunde Apfelernte wünsche ich.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
[email protected]


 
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