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Gängige Fragen zu Rhabarber - dem leckeren Sauren
Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Mai

Gängige Fragen zu Rhabarber - dem leckeren Sauren

Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen.

Für mich ist einer der besten Hefekuchen der mit Rhabarber als Belag. Da können es auch durchaus 2 große Stücke Kuchen sein. Meiner Frau geht es ähnlich. Sie möchte Rhabarber als Grundstoff für Kompott, Nachspeisen und sonstige Leckereien nicht missen. In meinen Augen ist dieses Gemüse eine dankbare Pflanze.

Allerdings braucht er schon etwas Platz. So 1 bis 2 m² pro Stock macht Sinn. Wie geht der Hobbygärtner mit ihm um. Ich hab ihnen da ein paar einfache Antworten auf gängige Fragen zusammengestellt.


Wann kann die Ernte losgehen?

Dem Stock können so ab Ende April die ersten Stangen entnommen werden. Natürlich spielt das Wetter bei der Entwicklung die wichtigste Rolle. Um etwas zu tricksen und die Ernte zu verfrühen, ist es auch möglich ihn anzutreiben. Das geht durch Mulchen oder sie stülpen einen Eimer, Kübel usw. drüber. Allerdings hab ich festgestellt, dass sich da Mäuse und Wühlmäuse ansiedeln können - also regelmäßig nachschauen.

Ein weiterer Anhaltspunkt des Erntebeginns: Die Stangen sind glatt und nicht mehr so geriffelt. Sie haben auch eine entsprechende Größe (30 bis 50 cm) und Dicke (daumendick und mehr) erreicht. Außerdem  ist das Blattwerk entfaltet. Wer sie zarter haben, will erntet schon früher.


Junggärtner fragten, warum soll ich die Stangen nicht abschneiden?

Es geht um Reste, die im Stock übrigbleiben. Hier kann es zu Fäulnis kommen. Deshalb möglichst weit unten anfassen und im Uhrzeigersinn rausdrehen, nicht reißen. Mir sind aber auch schon Stangen abgebrochen und Stücke in der Pflanze geblieben. Es kam zu keiner Fäulnis. Trotzdem drehe ich sie ab, geht eigentlich auch einfacher als schneiden.


Warum soll nach dem 24. Juni nicht mehr geerntet werden?

Der Oxalsäuregehalt erhöht sich. Die Stangen schmecken bitterer. Außerdem kann dieser Stoff bei gesundheitlich vorbelasteten Menschen Probleme auslösen. Etwa bei Nieren-, Gallen- und Blasensteinen, Rheuma oder Gicht. Oxalsäure bindet unter anderem Kalzium und greift den Zahnschmelz an. Deshalb kommt es auch zu diesem pelzigen Gefühl auf den Zähnen. Verzehren sie daher den Rhabarber am besten verarbeitet und nicht roh.

Nach Informationen aus der Literatur können größere Mengen Oxalsäure zu Vergiftungen führen. Sie steckt vor allem in den Blättern, kommt aber auch im Stängel vor. Erbrechen und Kreislaufprobleme treten dann als Symptome auf. Allerdings müssen sie dann das Gemüse schon in Kilogrammmengen zu sich nehmen. Außerdem muss sich der Stock von der Stangen-/Blätterentnahme erholen. Mit den Blättern bildet er Reservestoffe die den Neuaustrieb im nächsten Jahr sichern. Wenn sie aber ausnahmsweise 2 bis 3 Stangen nach dem Johannistag brauchen ist das in Ordnung und sie sterben auch nicht an dem erhöhten Oxalsäuregehalt.

Mittlerweile gibt es Rhabarbersorten die bis in den Oktober geerntet werden können. Wer also mehr braucht, pflanzt sich einen sogenannten Herbstrhabarber. Auch Terrassengärtner haben die Möglichkeit, dieses Gemüse als Minirhabarber in Töpfen, Kübeln usw. zu produzieren. Bei diesem sind sogar die Blätter verwertbar. Es gibt jedoch keine solchen Mengen wie bei den klassischen Sorten.


Warum soll die schöne Blüte weg?

Ganz einfach: Blütenbildung zieht Samenbildung nach sich. Dann geht die Kraft dahin und nicht in den Ertrag oder als Energie in den Wurzelstock. Wer es aber mal will, eine starke Pflanze verkraftet auch eine Blüte. Zusätzlich soll sie essbar sein und ein gute Insektennährpflanze. Entfernen sie den Blütenstiel so, wie die Stängel geerntet werden: durch abdrehen. Ich hab auch ein paar Mal den Stiel ein Stück unter dem Blütenstand abgeschnitten - klappt. Als Vasenschmuck kann die Blüte für einige Zeit ein außergewöhnlicher Blickfang sein. Wechseln sie alle 2 Tage das Wasser.


Wie sieht es mit Krankheiten und Schädlingen aus?

Grundsätzlich ist Rhabarber sehr robust. Wegen mangelnder Pflanzenschutzmittel für den Hausgarten kommt dem Einsatz von Stärkungsmitteln eine große Bedeutung zu. Weit verbreitet sind Blattfleckenkrankheiten (rötlich, bräunlich, wässrig, zusammenlaufend), die durch Pilze verursacht werden. Hier hilft ein konsequentes Entfernen der befallen Blätter. Auch im Herbst darf kein Pflanzenmaterial liegen bleiben. Virusbefall zeigt sich durch wässrige Flecken und mosaikartige Aufhellungen der Blätter. Manchmal auch mit einen roten Rand und braunen Flecken. Hier hilft nur: Den Stock ausmachen und ab damit, raus aus dem Garten. Die Viren gehen auch auf andere Gartenpflanzen über. Blattläuse treten auch auf. Ihr Befall ist aber in erster Linie als Überträger der Viren gefährlich.


Wie sieht Düngung und Wasserversorgung aus?

Zu Beginn des Austriebes ist eine erste Gabe Kompost ein guter Anfang. Meistens langt nach der Erntephase eine zweite. Machen sie die Nährstoffzufuhr vom Zustand der Pflanze abhängig. Große, satt-grüne Blätter und eine gute Entwicklung zeigen eine ausreichende Versorgung an. Das Gegenteil: Blasse Blätter und schwacher Wuchs verlangt nochmal Futter. Grundsätzlich ist es dem Rhabarber egal, ob er Mineraldünger oder organische Dünger bekommt. Für den Boden sind organische besser. So bekommt er mehr als nur Nährsalze, was sich langfristig in einem besseren Zustand bemerkbar macht.

Sie als erfahrene Kleingärtner kennen das ja. Als Anhaltspunkte können sie zu Austriebsbeginn mit 3 Litern Kompost pro m² starten. Zwei Gaben mit insgesamt 150 Gramm Hornmehl reichen dann für gutes Wachstum aus. Wobei ich eine davon auf jeden Fall nach der Ernteperiode geben würde. Gleichmäßige Wasserversorgung ist von Bedeutung. Große Blätter verschaffen auch viel Feuchtigkeit. Gießen sie durchdringend bei Trockenphasen. Wenn die Blätter mal schlappen, geht er nicht gleich kaputt, aber er wird in seinem Wuchs gehemmt.


Wie geht die Vermehrung?

Das Einfachste ist die Teilung des Stockes im Herbst. Stechen Sie, ähnlich wie bei der Staudenvermehrung, ein Stück ab. Das Teil kann ein Gewicht von 500 bis 1000 Gramm haben. Ich hab auch schon größere genommen - hat funktioniert. Generell sollte das im Abstand von 7 bis 10 Jahren zur Verjüngung geschehen. So bleibt der Rhabarber jung und wüchsig. Beginnt er schon eher zu schwächeln, können Sie die Maßnahme auch früher durchführen. Ich hab die Schnittstelle der Teilstücke vor der Pflanzung aber mal 2 bis 3 Tage abtrocknen lassen. Aus Fruchtfolgegründen sollte erst nach 5 Jahren Rhabarber wieder auf die gleiche Fläche kommen, deshalb auf einen anderen nährstoffreichen, halbschattigen Platz setzen. Falls die Teilung/Vermehrung im Herbst vergessen ging: Halb so schlimm, im Frühjahr können Sie es nachholen.


Alles in allem: Rhabarber ist durchaus als Anfängergemüse geeignet. Mit 1 bis 2 Pflanzen ist der gängige Familienbedarf gedeckt. Die anfallenden Blätter eignen sich wunderbar als Schneckenverstecke. Einfach bei gefährdeten Kulturen auslegen und die ungeliebten Schleimer darunter absammeln. 


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

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