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Richtige Pflege des Gartens im Winter
Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Februar

Richtige Pflege des Gartens im Winter

Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen im Februar.

Winter, was passiert im Garten? Zuerst mal ziemlich wenig. Es herrscht Vegetationsruhe. Unter normalen Verhältnissen verursachen selbst tiefe Temperaturen keine nachhaltigen Schäden. In unseren Breiten ist die Natur und damit auch der Garten darauf eingestellt. Im letzten Winter gab es im Februar einige richtig kalte Tage mit Dauerfrost. Es bildete sich eine Eisschicht auf Seen und Bächen. Zu aller Überraschung gab es dann Mitte März einen weiteren Kälteeinbruch. Den sogenannten „Märzwinter“. Schnee, Eis und kalte Temperaturen schlugen nochmal empfindlich zu.

Davor waren die Winter eher entspannter. Zumindest in meiner Heimatregion. Rheinland-Pfalz war im Großen und Ganzen nicht von Schneechaos und arktischen Temperaturen betroffen. Natürlich mit regionalen Unterschieden. Als Jugendlicher habe ich noch wochenlangen Dauerfrost erlebt. Auch in den Jahren so um 2010 bis 2012 gab es kalte und schneereiche Phasen. Teilweise wusste ich beim Schneeräumen nicht mehr, wohin mit der weißen Pracht. Kennt der eine oder andere von ihnen bestimmt auch.

Um es mal mit den Worten unserer Vorfahren zu sagen: „Der Februar spricht zum Januar. Hätt ich die Gewalt wie du, würde das Kalb erfrieren in der Kuh.“ Heißt, im Februar wird es häufig noch mal frisch. Auch wenn der vorhergehende Winter eher mild war. So war das auch in 2018. Nach einem eher entspannten Winter kam es gegen Monatsende Februar zu einem Temperatursturz.

Die schneidend kalte Ostluft brachte von Russland her Minusgrade. Nachts bis in den zweistelligen Bereich um -10 bis -12 °C. Tagsüber im Bereich von 0 bis -5 °C bei klarem, kaltem Wetter mit Sonnenschein. Dieser Temperaturumschwung bremste die ziemlich fortgeschrittene Vegetation. Wochen zuvor gab es schon Bedenken, weil die Pflanzen heftig im Wachstum voraus waren. Die klassischen Winterblüher wie Zaubernuss, Winterjasmin, Schneeglöckchen, Krokus oder Winterling sind da nicht unbedingt besonders gefährdet. Es ist deren Job uns im Winter mit ihren Blüten zu erfreuen.


Irrglaube: Kälte schädigt Schädlinge

Blühende Rosen und Hortensien sind da eher gefährdet. Genauso wie Aprikose, Pfirsich und einige andere Gehölze deren Knospen sich schon öffneten. Als dann der Wetterumschwung kam, beruhigte sich die Situation. Denn, wie sie als Hobbygärtner wissen, stehen unsere Pflanzen in Saft und Blüte ist die Gefahr von Frostschäden hoch. Diese paar frostigen Tage verursachten lediglich leichte Blatt- und Blütenschäden. Keine nachhaltigen Erfrierungen an den Pflanzen (Triebe, Zweige usw.). Lediglich ein paar Kübelpflanzen im Freiland, u.a. Oleander, wurden stärker in Mitleidenschaft gezogen.

Was passiert denn im Garten so über Winter - lässt sich ziemlich schlicht ausdrücken: Normalerweise nichts Außergewöhnliches in Bezug auf einen gängigen Kleingarten. Grundsätzlich gilt: Nass-kaltes Wetter ist schlecht für Schädlinge. Trocken-kalt konserviert diese und schützt sie. Es ist ein Irrglaube dass Kälte Blattläuse, Käfer, Raupen, deren Eier oder sonstige Überwinterungsformen schädigt. Selbst Fachleute, die es eigentlich wissen müssten, vertreten alle Jahre wieder die Ansicht, dass Frost Schädlinge im Winter abtötet. Nein, tut er nicht. Jedenfalls nicht so wie der Volksmund es vermutet.

Beispielsweise hält die Sitkafichtenlaus als erwachsenes Tier zeitlich begrenzt bis -15 °C aus. Wird es heftiger, hat sie immer noch Eier, die überdauern. Die Natur hat sich seit Jahrhunderten angepasst.

Stellen sie sich vor, diese Blattlaus verkraftet als erwachsenes Tier Temperaturen, die für uns Menschen höchst unangenehm sind. Schädlinge bekommen Probleme, wenn es nass-kalt ist. Mal so gesagt: Ist uns die Witterung unangenehm, macht sie auch den Schädlingen Probleme. Das gilt nicht nur für Insekten. Auch Nager, wie Mäuse, sterben eher, wenn es regnerisch und kalt ist. Denen geht es wie uns. Trocken-kalt können wir besser abhaben. als dieses nass-kalte, windige Erkältungswetter.


Klassische Frosttrocknis

Deshalb sind viele Hobbygärtner erstaunt, wenn im Laufe des Frühjahrs, schon mal ab Ende März, Blattläuse, Buchsbaumzünsler etc. urplötzlich auftreten. Die Viecher treten nicht schlagartig auf. Wir denken nicht an sie und vor allem sehen wir sie nicht. Es war doch so kalt. Auch Unkraut wächst in einem moderaten Winter weiter. Mir ist da gerade Vogelmiere, wird auch schon mal Hinkelsdarm genannt, aufgefallen. Das Zeug kann während der kalten Zeit richtige Polster bilden. Für unsere Kleingärten bedeutet das, in der kalten Jahreszeit ist nicht unbedingt totaler Stillstand. Aber auch nichts, was vollkommen außer der Reihe ist.

Immergrüne Pflanzen können indirekt Kälteprobleme bekommen. Zu oft vergessen wir, dass Nadelgehölze, Kirschlorbeer und andere, die ihr grünes Laub behalten, Wasser brauchen. Im Laufe des Frühjahrs beobachten wir, wie an ihnen Blätter bzw. Triebe vertrocknen. Bis hin zum totalen Absterben der Pflanzen. Warum, wieso? Klassische Frosttrocknis. Sie haben es bestimmt schon mal gehört. Aber halt in der für unsere Immergrünen gefährlichen Zeit nicht mehr dran gedacht. Ich bin da nicht besser. Mir rutscht da auch ab und an was durch.

Frosttrocknis kommt durch Wassermangel bei den grünen Pflanzen. Grünes Laub verbraucht Feuchtigkeit. Strahlt die Wintersonne, freuen wir uns über den sonnigen Tag. Ist der Boden aber gefroren, können die Wurzeln kein Bodenwasser aufnehmen. Über das Laub wird aber Feuchtigkeit wegen der wärmenden Sonnenstrahlen verdunstet. Irgendwann ist Schluss, denn die Blätter und Zweige haben nichts mehr in sich. So vertrocknen sie unweigerlich. Um das zu vermeiden, gibt es die Empfehlung, bei offenem Boden zu gießen. Dann können die Gehölze ausreichend Wasser aufnehmen und überstehen diesen Notstand.


Pilzkrankheiten nicht vergessen

Die wenigsten von uns denken an Pilzkrankheiten. Sollten wir aber, wenn der Winter mild ist. Der Klassiker ist die Kräuselkrankheit. Sie tritt besonders am Pfirsich auf. Kann aber auch Aprikose und Nektarine befallen. In den letzten Wintern kam es immer mal vor, dass Temperaturen von +10 °C für ein paar Tage herrschten.
Dann läuten bei den Obstbauern die Alarmglocken. Ab diesem Zeitpunkt beginnen sich, die Pfirsichknospen zu öffnen. Der Kräuselkrankheit langt das bereits, um in die Knospen einzuwachsen. Feuchtes Wetter, was zu dieser Zeit nicht selten ist, fördert die Pilzinfektion zusätzlich. Zu diesen Termin sind Spritzungen zur Krankheitsvermeidung unumgänglich.

An manchen Bäumen reißen die Stämme auf. Als Grund gelten starke Temperaturschwankungen an der Rinde. Bekommt eine Stammseite Wintersonne ab, „heizt“ sich dieser Bereich auf. Die Schattenseite bleibt kälter. Tritt das häufiger auf, mit entsprechenden Temperaturunterschieden, kann der Baum diese Spannungen nicht mehr aushalten. Es folgen Risse und auch Abplatzen der Rinde.

Mittlerweile weißeln Kleingärtner wieder häufiger ihre Bäume. Das Weiß reflektiert die Sonneneinstrahlung und mindert so das Aufheizen am Stamm. Auch wird dem Stammweißeln ein pflegender und pflanzenschützerischer Aspekt zugesprochen.

In unseren Gärten - egal ob Vorgarten, Nutzgarten, Klein oder Groß - können wir in der kalten Jahreszeit erstmal ruhig bleiben. Einige wenige Dinge, die möglich sind,
hab ich als Beispiele genannt. Eigentlich alte Bekannte, aber in der ruhigeren Winterzeit schon mal unbeachtet. Manche betreffen uns überhaupt nicht. Wer allerdings wegen der Klimaveränderung, Liebhaberei usw. exotischere Kulturen anbaut, muss sich wohl eher kümmern. Beispielsweise für ein passendes Umfeld sorgen, stärkeren Winterschutz berücksichtigen, häufiger über Winter ein Auge in den Garten werfen.

Auf ein gutes Gartenjahr.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

E-Mail:
[email protected]