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Deutscher Wetterdienst bestätigt gute Luftqualität in Bad Kreuznach und Bad Münster
Gutachten ist Voraussetzung für Status als Heilbad

Deutscher Wetterdienst bestätigt gute Luftqualität in Bad Kreuznach und Bad Münster

Bad Kreuznach, 05.01.2018
In Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg stand die Überprüfung der Luftqualität zur Bestätigung eines gemeinsamen Prädikats „Heilbad“ an. Das Ergebnis ist erfreulich, denn die Werte liegen nicht nur im Rahmen des bei Heilbädern Erlaubten, sondern die Messwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxyd verbesserten sich gegenüber den zuletzt (2009/2010) gemessenen Werten.
 

Voraussetzungen sind erfüllt

Staatlich anerkannte Kurorte müssen regelmäßig nachweisen, dass sie über eine besonders gute Luftqualität verfügen. Die Gesundheit und Tourismus GmbH ließ in Bad Kreuznach und in Bad Münster am Stein-Ebernburg Messungen nach den Richtlinien des Deutschen Heilbäderverbandes e.V. und des Deutschen Tourismusverbandes e.V. durchführen.

In dem jetzt vorliegenden Amtlichen Gutachten des Deutschen Wetterdienstes wird bestätigt, dass die lufthygienischen Voraussetzungen für diese Auszeichnung erfüllt sind. Im Vergleich zur Messreihe 2009/2010 wurden die Werte überwiegend sogar verbessert. Dabei wurden für Bad Münster am Stein-Ebernburg die strengeren Richtwerte für Heilklimatische Kurorte zugrunde gelegt.
 

Für Heilbäder gilt niedriger Richtwert

Es genügt hierbei nicht, die zum Schutz der Allgemeinbevölkerung vor Gesundheitsgefahren gesetzlich vorgeschriebenen Langzeitwerte einzuhalten, sondern diese dürfen nur zu 60 % ausgeschöpft werden. Heilbäder und Kurorte sollen ein besonderes gesundheitsförderndes Klima und eine entsprechende Luftqualität nachweisen. Daher wird ein unterhalb der 60%-Schwelle liegender Richtwert gebildet, den 95 % der Messreihen aller Kurorte einhalten. Für Bad Münster am Stein-Ebernburg haben die Gutachter des DWD die strengeren Richtwerte für Heilklimatische Kurorte zugrunde gelegt.
 

An vier Standorten ein Jahr lang gemessen

Gemessen wurde über ein Jahr lang vom 29.04.2016 bis 16.06.2017 an insgesamt vier Standorten in Bad Münster am Stein in der Berliner Straße und im Kurpark, in Bad Kreuznach über dem Radonstollen und in der Badeallee. „Die Auswahl der Standorte sollten die lufthygienischen Verhältnisse im gesamten Aufenthaltsbereich der Kurgäste und Erholung suchenden Urlauber erfassen. Die Luftproben wurden auf grobe Staubteilchen (gesamter Grobstaub ohne Blütenpollen), auf opake (lichtundurchlässige) Grobstaubpartikel, auf Feinstaub und Ruß im Feinstaub, auf Blütenpollen sowie auf den Gehalt an Stickstoffdioxid untersucht. Der opake Grobstaub entsteht vorwiegend durch den Kraftfahrzeugverkehr (vor allem durch den Abrieb der Kfz-Reifen und des Fahrbahnasphalts) sowie beim Heizen mit Holz und Kohle. Feinstaub und Stickstoffdioxid gelangen hauptsächlich durch die Abgase des Verkehrs und im Winter auch durch die Heizungen in die Luft. Beide Luftbeimengungen können in höheren Konzentrationen den Atemwegen schaden“, beschreibt der DWD den Untersuchungsumfang.
 

Deutlich unter den Grenzwerten

An den verkehrsbezogenen Messstellen „Badeallee“ in Bad Kreuznach und “Berliner Str.“ in Bad Münster am Stein-Ebernburg enthielt je ein Kubikmeter Luft im Durchschnitt 9,4 bzw. 10,3 Mikrogramm Grobstaub (1 Mikrogramm = 1 Tausendstel Milligramm). Erlaubt ist an diesen verkehrsreichen Standorten eine mittlere Staubkonzentration von maximal 28 Mikrogramm. Am Standort „Radonstollen“ (Bad Kreuznach) und „Wetterstation“ (Bad Münster am Stein-Ebernburg) wurde eine Staubkonzentration von 7,6 bzw. 6,0 Mikrogramm festgestellt, wobei der dort zulässige Höchstwert mit 13,0 Mikrogramm bei Weiten nicht erreicht wurde. 
 

Staub aufgewirbelt

Ein weiteres Ergebnis: Die in Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg gemessenen groben Staubteilchen bestanden zum größten Teil aus mineralischen Bodenpartikeln, die vom Wind und durch die Kraftfahrzeuge vom Erdboden bzw. von den Straßenoberflächen aufgewirbelt wurden. Im Frühjahr wurden in den Messgeräten auch viele Blütenpollen gefunden. Die Konzentration der opaken Grobstaubteilchen war an den Messstellen „Badeallee.“ (Bad Kreuznach) und „Berliner Str.“ (Bad Münster am Stein-Ebernburg) mit einem Messwert von 1,96 bzw. 2,53 Mikrogramm (Richtwert 5,5 Mikrogramm) höher als an den Standorten im jeweiligen Kurgebiet ohne unmittelbaren Verkehrseinfluss. 

Die Konzentration des Feinstaubs an den Messstellen „Badeallee“ (Bad Kreuznach) und „Berliner Str.“ (Bad Münster am Stein-Ebernburg) weist mit 9,7 bzw. 10,3 Mikrogramm (zulässig bis maximal 20 Mikrogramm) eine kurortübliche Belastung auf, beim Ruß im Feinstaub wurde mit 0,59 Mikrogramm in Bad Kreuznach und 0,68 Mikrogramm in Bad Münster am Stein-Ebenburg ein geringer bis normaler Wert gemessen. Dort liegt der Richtwert bei 1,7 Mikrogramm. 
 

Erlaubte Überschreitungen

Bei den Kurzzeitwerten sind in der Jahresmessung nur an jeweils drei Tagen Überschreitungen zulässig. Auch dieses Kriterium wurde erfüllt. Zu drei Überschreitungen kam es im Bereich Stollen bei Stickstoffdioxyd, während in der Berliner Straße von Bad Münster dreimal der Richtwert für Feinstaub überschritten wurde. Beide Male in den Wintermonaten.

► Das Gutachten weist zudem darauf hin, dass sich in Bad Kreuznach trotz ungünstigerer Witterungsbedingungen im Vergleich zur letzten Messreihe 2009/2010 sowohl die Werte der Feinstaub als auch der Belastung mit Stickstoffdioxyd verbessert haben.

Quelle: Dr. Michael Vesper, Gesundheit und Tourismus GmbH

 

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