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Beratung ist ein „Investment in Gesellschaft“

Von Lebensberatungen im Bistum Trier profitieren über 30.000 Menschen

Digitalisierung, Integration und der Fachkräftemangel im Bereich Beratung: Dies sind aktuell drei wichtige Themenbereiche, die die Lebensberatung im Bistum Trier beschäftigen, wie der Leiter des Bereichs Beratung und Prävention, Dr. Andreas Zimmer, erläutert. 


Wie viele Menschen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland von der Beratung der katholischen Kirche profitieren, zeigt ein Blick auf den Jahresbericht 2017: Über 30.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind 2017 durch die Lebensberatungen im Bistum Trier beraten worden oder haben Zusatzangebote wie Elternkurse oder offene Sprechstunden wahrgenommen. 

Dabei beziehen sich die 8.953 erbrachten Beratungs-Leistungen in den 20 Dienststellen der Lebensberatung des Bistums von Bad Kreuznach über Gerolstein bis Saarlouis auf 20.037 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zusätzlich nahmen 10.225 Personen an weiteren Angeboten der Lebensberatungen wie Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen teil. Bezogen auf die Personen wurde die größte Anzahl an Leistungen für Kinder bis sechs Jahren erbracht. Auf Platz eins der wichtigsten Beratungsanlässe stehen bei Kindern und Jugendlichen die Trennung oder Scheidung der Eltern und der Umgang mit Sorgerechtsstreitigkeiten.

Auch bei den Erwachsenen stehen die Partnerschaftsprobleme an erster Stelle der Beratungsthemen. Zudem führen kritische Lebensereignisse und persönliche Verluste, Depressionen oder Selbstwertprobleme, Belastung durch das familiäre Umfeld oder Überbelastung und Stress Frauen und Männer zur Lebensberatung. 
 

Zunahme an angespannten Situationen

Die Kategorien blieben seit Jahren gleich, was sich aber nach Wahrnehmung der Beraterinnen und Berater ändert, ist die Art und Weise, wie miteinander gesprochen oder gestritten wird, sagt Zimmer. „Es gibt schon eine Zunahme an angespannten, teils aggressiven Gesprächen. Laut Zimmer gibt es auch mehr Anfragen im Kontext von Kindeswohlgefährdung, was aber auch mit entsprechenden Vereinbarungen mit den Jugendämtern zu tun habe. „Wir sind Ansprechpartner für die Fachkräfte zum Beispiel aus Kindertagesstätten oder Schulen. Es gibt eine höhere Aufmerksamkeit und auch mehr Situationen, wo es für Kinder nicht so gut zugeht in ihrem Leben“, so Zimmer. 


Auf die Frage, warum die Kirche sich überhaupt mit rund 3,5 Millionen Euro in diesem Bereich engagiert, sagt Zimmer: „Wenn man die Mittel hat und der Bedarf besteht, ist es von unserer Ethik naheliegend, ein entsprechendes Angebot zu machen, Seelsorge und Beratung hat bei uns eine sehr alte Wurzel. Das ist kirchlicher Selbstanspruch, den unsere Mitglieder, aber auch andere an uns haben.“ Dabei sei die Kirche auch nicht allein. „Wir können das Angebot ja nur tragen, da wir staatliche Zuschüsse bekommen, vernetzt sind und uns absprechen, wo Bedarfe gesehen werden.“ 

Ein junges Entwicklungsfeld sind die Angebote für Geflüchtete, gerade im Blick auf Trauma-Stabilisierung, so Zimmer. Inzwischen gehe es stärker um das Thema Integration und Inklusion. „Wir möchten Menschen unterstützen, sich hier neu zu beheimaten und ihnen helfen, zu verstehen, welche Vorstellungen es hier gibt, etwa von Erziehung oder Partnerschaft. Dabei wollen wir Toleranz fördern und zum Austausch anregen.“ 
 

Fachkräftemangel nimmt zu

Problematisch sieht Zimmer den Fachkräftemangel bei Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeitern und Theologen. „Wir müssen mehr deutlich machen, was die Arbeit in einer Beratungsstelle und bei einem kirchlichen Träger attraktiv macht.“ Laut Zimmer sind das zum Beispiel die vielfältigen Aufgabenfelder, die Fortbildungsmöglichkeiten, ein Verhaltenskodex, die Arbeit in einem Team und der gegebene Rahmen, der es ermöglicht, die tägliche Arbeit vor dem Hintergrund von Sinnfrage und persönlicher Ethik zu reflektieren.

Mehr Informationen und den Jahresbericht mit Beispielen gibt es unter www.lebensberatung.info.

Quelle: Elisabeth Lauderbach
Bischöfliche Pressestelle Trier



 

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