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2018-06-12 Goldschmiede Silberschmiede Innung Ausbildung
Neue Prüfung für Goldschmiede?

Innung spricht sich für gestreckte Gesellenprüfung aus

Eine neue „gestreckte“ Gesellenprüfung soll die Gold- und Silberschmiede besser auf ihren Beruf vorbereiten. Dieser Meinung sind zumindest die Ausbildungsbetriebe der Gold- und Silberschmiede-Innung Idar-Oberstein.

Dabei fließen die Ergebnisse der Zwischenprüfung, die nach zweijähriger Lehrzeit stattfindet, in die Gesellenprüfung mit ein. „Damit sind unsere Betriebe gefordert, die Ausbildung direkt ernsthaft anzugehen“, unterstützt Obermeister Rainer Schoebel das einstimmige Votum der Kollegen.

Mit dem eindeutigen Meinungsbild auf ihrer Jahresversammlung schicken die 30 Innungsbetriebe die Vorsitzende ihres Gesellenprüfungsausschusses Manuela Schmitt zurück zum Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn, wo sie als Delegierte an der neuen Ausbildungsordnung mitarbeitet. Die Noten aus der Zwischenprüfung sollten zu etwa 20 bis 25 Prozent bei der Gesellenprüfung „zählen“. Das bringe die Ausbildungsbetriebe zwar unter Druck, in den ersten zwei Jahren konsequenter auszubilden, „aber wir bekommen vielleicht bessere Gesellen“, meinte Schmitt.

Geschäftsführer Gerhard Schlau von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück konnte dies nur bestätigen. Andere Handwerksinnungen mit diesen gestreckten Gesellenprüfungen erzielten mit der aufgewerteten Zwischenprüfung deutlich bessere Ergebnisse. Auch für die Lehrlinge sei dies nur vorteilhaft, führte Manuela Schmitt aus. Zum einen lernten sie fleißiger für eine Zwischenprüfung die zählt, zum anderen hätten sie einen Teil des Lernstoffs dann schon „abgearbeitet“, bevor es in die Gesellenprüfung geht.

Begrüßt wird die neue Ausbildungsordnung auch von Fachlehrerin Daniela Rubino, die in der Berufsschule Idar-Oberstein die Landesfachklasse für angehende Gold- und Silberschmiede unterrichtet. Zurzeit werden dort alle 36 Lehrlinge aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland im Blockunterricht beschult. Sieben davon kommen aus dem Kreis Birkenfeld. Die Lehrlingszahlen hätten nach einer Durststrecke zwar wieder angezogen, freute sich Rubino. Im zweiten Lehrjahr sind es sieben, im ersten siebzehn. „Für das neue Lehrjahr 2018 haben wir schon jetzt acht Anmeldungen“, meldet sie optimistisch. Trotzdem müssen alle Lehrjahre jetzt zusammen unterrichtet werden.

Der Gold- und Silberschmiedeberuf ziehe gute Lehrlinge an, bestätigte Obermeister Rainer Schoebel. Aber: „Goldschmied wird man aus Überzeugung und Berufung.“ Manch einer springt nach der Ausbildung ab, denn die Verdienstmöglichkeiten als Angestellte sind nicht gerade rosig. Trotzdem sei die Nachfrage nach Schmuck-Unikaten da. „In der Nische kann man gut existieren“, zieht Obermeister Schoebel sein Fazit.


Foto: Zum Abschluss ihrer Ausbildung fertigen die Lehrlinge im Gold- und Silberschmiedehandwerk ein sogenanntes „Gesellenstück“ als Teil ihrer Prüfung an. Hierbei zeigen die neuen Gesellen handwerkliche Präzision und professionelle Kreativität.

Quelle:
Marianne Reuter-Benz
Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück