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Holzbau im Hunsrück

Zimmerer gut ausgelastet

Für die Zimmerer im Hunsrück war 2017 ein gutes Jahr. „Viele Aufträge, hohe Auslastung, auskömmliche Preise“, zog Obermeister Josef Liesch auf der Jahresversammlung der Zimmerer-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück eine erfreuliche Bilanz.

Erhöhte Einkaufspreise und Nebenkosten für die Betriebe (z. B. Berufsgenossenschaftsbeiträge sind um mehr als 30 % angestiegen) müssen verkraftet werden. Trotzdem sollten die Handwerker sich nicht nur über neue Aufträge freuen, sondern ihren treuen Kundenstamm pflegen. Denn: „es kommen auch wieder andere Zeiten“, mahnt der erfahrene Obermeister, dessen Innung Betriebe in den Landkreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück betreut.

Die Zimmerer-Innung zählt mittlerweile 19 Mitgliedsbetriebe in den drei Landkreisen. Nach der Fusion der Bad Kreuznacher und Simmerner Innungen im Jahr 2012 kamen im vergangenen Jahren noch zwei Zimmererbetriebe aus den Landkreis Birkenfeld dazu, die bis dahin in der dortigen Baugewerks-Innung zuhause waren. Die Zimmerer in Kreis Kreuznach bilden zurzeit 10 Lehrlinge aus, die Birkenfelder vier und die Hunsrücker 46. Im Altkreis Simmern stellen allerdings zwei Großbetriebe einen Großteil der Auszubildenden. 

Zumindest würden diese Großbetriebe nicht mehr die frisch geprüften Zimmerergesellen aus den kleinen Handwerksbetrieben abwerben wie noch vor einigen Jahren, stellte Obermeister Liesch erleichtert fest. Dabei gestaltet sich die Suche nach geeignetem Berufsnachwuchs immer schwieriger, konnten einige Zimmerermeister berichten. Vielen Bewerber fehlte die Ausbildungsreife, klagte Obermeister Liesch. Allerdings gäbe es auch „Überflieger“, lobte er vor allem die beiden jungen Hunsrücker, die sich in 2017 hervorgetan hatten: Hannes Caspar vom Zimmererbetrieb Stefan Engelmann aus Bell-Leideneck gewann den Landessieg im Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerkskammer, und Benedikt Müller von Holzbau Ochs in Kirchberg wurde für sein „sehr gut“ in der Gesellenprüfung von der IHK ausgezeichnet.

Mit einer guten Gesellenprüfung hört allerdings die Ausbildung nicht auf, machte Obermeister Liesch deutlich. Modernes Handwerk verlange lebenslanges Lernen: „Die neue Vergabeordnung und das neue Bauvertragsrecht, auch die neuen Verordnungen zum Datenschutz stellen uns vor enorme Herausforderungen.“ Nicht zuletzt deshalb verknüpfte Liesch die Regularien der Jahresversammlung gerne mit einem Fachvortrag der Firma Fermacell über aktuellen Brandschutz im Holzbau.


Quelle:
Marianne Reuter-Benz
Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück