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"Milchpilz", wie er an vielen Orten stand

Farbtupfer zwischen Trümmern – der Pilzkiosk aus Ingelheim

Farbtupfer zwischen Trümmern – der Pilzkiosk aus Ingelheim
Die ersten Jahre nach Kriegsende waren geprägt von Armut und Wiederaufbau in den Städten und auf dem Lande. An vielen Orten entstanden kleine Farbtupfer zwischen den Trümmern: Rot-Weiße Pilzkioske wurden zu farbigen Hinguckern, in Bad Kreuznach wie auch in Ingelheim der 50er-Jahre, wie dieses Beispiel zeigt.

Der Pilzkiosk aus Ingelheim wurde 1952 von der Firma Waldner aus Wangen im Allgäu erbaut. Die Firma vertrieb solche Kioske in der ganzen Bundesrepublik. Betrieben wurden die Kioske häufig von Molkereien, die dort Milchmixgetränke ausschenkten. Daher ließ sich die Firma Waldner den Namen „Milchpilz“ schützen.

In Ingelheim stand der Milchpilz in der Nähe des Bahnhofs. Als Milchmixgetränke aus der Mode gekommen waren, diente er zeitweise als Taxizentrale. Danach stand er einige Zeit leer, bevor die Baufirma Karl Gemünden GmbH & Co. KG aus Ingelheim das Bahnhofsgelände komplett neu bebaute. Der Seniorchef Dirk Gemünden, der sich für Baudenkmälern interessierte, baute den Milchpilz vorsichtig ab und lagerte ihn vorsorglich ein.

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg in der Nähe Hamburgs war 2007 auf der Suche nach Gebäuden für den neuen Ausstellungsbereich „Nachkriegszeit auf dem Lande“. Nach einer ersten Kontaktaufnahme schenkte Dirk Gemünden dem Museum kurzerhand den Pilzkiosk.

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg wurde der Milchpilz 2008 wieder aufgebaut. Zuvor wurde er umfassend restauriert. Im Sommer dient er als Kiosk für Eis, Getränke und kleine Speisen und erinnert viele Besucher an vergangene Zeiten. Über die Jahre wurde er zu einem der Wiedererkennungssymbole und zu einem Lieblingsstück vieler Besucher.

Quelle:
Marion Junker
Pressestelle Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg
Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
www.kiekeberg-museum.de