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Keine Zukunft ohne Wissen um die Vergangenheit

„Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ eröffnet

Mainz, 15.04.2018
Als Ort der Erinnerungskultur ist am Mittwoch, 11. April 2018, in Mainz das „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ eröffnet worden. Der Gedenk-Ort verbindet das Wissen um die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland mit dem Streiten für Demokratie und Akzeptanz in der von Vielfalt geprägten rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. 


Ziel der Dokumentations- und Bildungsstätte ist es, demokratisches Bewusstsein und die Bereitschaft für zivilgesellschaftliches Engagement mit Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern, das sich extremistischen Strömungen entgegenstellt. „Wir brauchen Orte, die unsere demokratische Kultur immer wieder neu beleben. Orte, die zeigen, wie autoritäre Einstellungen in Diktaturen enden können – aber auch wie Mut und Zivilcourage dies verhindern, erklärte Joachim Schulte, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, bei der Eröffnung.
 
An vier Stationen haben die Besucher Gelegenheit, sich auch mithilfe einer Vielzahl interaktiver Installationen mit ihren Einstellungen zu Demokratie und Akzeptanz auseinanderzusetzen.

Der „Raum der Namen“ ist eine Medieninstallation, die, in einem abgedunkelten Bereich der Ausstellung, die Namen von rund 1.200 durch die NS-Diktatur Deportierten und Ermordeten aus Mainz/Rheinhessen vergegenwärtigt. „Der Raum der Namen, der die Möglichkeit bietet, das damalige Unrecht aufzuarbeiten, ist entsprechend kontemplativ gestaltet“, hebt Prof. Anja Stöffler, eine der beiden Projektleiterinnen, hervor.
 
Georg Forster, Heinrich von Gagern, Elisabeth Selbert, Willy Brandt und Navid Kermani gehören zu den beispielhaften Demokratinnen und Demokraten, deren Leben und Wirken den Besuchern in der Installation „Gesichter der Demokratie“ mit Bildern und Zitaten vor Augen geführt werden.
 
„Was würdest Du tun, wenn Du einen wertvollen Ring erbst, den die Großmutter aber von flüchtenden Juden unter dem damaligen Wert gekauft hat?“ Dies ist eine der Fragen im interaktiven „Entscheidungsspiel“, an dem bis zu 30 Personen via iPad teilnehmen können, um ihre eigene Akzeptanz auf die Probe zu stellen und anschließend im Gespräch zu erörtern. „Das Multiuser-Game bietet durch die verschiedenen Spielmodi Möglichkeiten der individuellen Reflexion, aber auch der intensiven Diskussion in der Gruppe“, führt Prof. Dr. Anett Mehler-Bicher vopn der Projektleitung aus.
 

Programm

Da sich das „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ als lebendige Bildungsstätte versteht, wird die Dauerausstellung ergänzt durch Workshops für Schülerinnen, Schüler und Jugendliche sowie Fortbildungsseminare für Lehrerinnen und Lehrer. Darüber hinaus wird das „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz “ auch Veranstaltungsort für Filmaufführungen sowie für öffentliche Vorträge und Diskussionsforen sein, die sich mit aktuellen Grundsatzfragen einer demokratischen Bürgergesellschaft befassen.
 
Träger ist die gemeinnützige „Stiftung Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“, die 2015 von Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen gegründet wurde.
 
  
► Wo: Flachsmarktstraße 36, 55116 Mainz (frühere Adresse des „Haus Burgund“)

Quelle: Bettina Augustin M.A. Hochschule Mainz
Foto: Katharina Dubno

 

 

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