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Kreuznacher Interplast-Team führt 140 plastische Operationen in Indien durch
Hilfe im Leprahospital St. Thomas

Kreuznacher Interplast-Team führt 140 plastische Operationen in Indien durch

Menschliche Zuwendung, Respekt und Mitgefühl Verstoßenen, Verlassenen und Entstellten gegenüber ist der Auftrag von zwölf Ordensschwestern im Leprahospital „St. Thomas“, das in den Sechziger Jahren von der deutschen Ärztin Dr. Maria Aschoff im indischen Chettapattu errichtet wurde.

Überleben kann das Krankenhaus nur durch die unermüdlich findigen und tätigen Schwestern. „Wenn auch die Ärzte fehlen, bei uns genießen die Patienten kompetente und hingebungsvolle Pflege“, so die Schwestern. Das ist auch der Grund, warum das Kreuznacher Interplast-Team eingeladen wurde, Verbrannten und sozial benachteiligten Patienten durch Operationen wieder Lebensqualität zu schenken - denn dazu brauchen auch die engagiertesten Pflegekräfte fachärztliche Hilfe.

Dem Ruf der Schwestern waren Dr. André Borsche seine Frau Eva, die Anästhesistin Dr. Gabi Laroseé aus Essen, die Anästhesieschwester Silke Stegmann aus Hamburg und die Operationsschwester Greta Hesseling aus Zwolle in Holland gerne gefolgt. Viel Gepäck wollten sie auf diesem Piloteinsatz nicht mitnehmen, denn es war nicht ganz klar, was sie alle erwarten würde? Gibt es überhaupt Patienten? Trauen diese sich in ein „Leprakrankenhaus“? Wie ist der Operationssaal ausgestattet? Wird jemand bei der Arbeit zur Hand gehen?

Das Team sollte eine Überraschung nach der anderen erleben: Extra für ihr Kommen hatte man alle Räume frisch gestrichen, alle Schränke mit Verbandsmaterial und Medikamenten gefüllt, fleißige und fachlich hochinteressierte Schwesternschülerinnen freuten sich darauf, mit ihnen zu arbeiten und das Pflegepersonal im OP und auf der Station war dankbar, Überstunden zu machen. Die Küche hatte für die Versorgung der Patienten große Schüsseln und Töpfe bereitgestellt, OP-Wäsche, Bettbezüge und Nachthemden waren genäht und Krankenzimmer aufs Peinlichste gesäubert. Nur Patienten hatte man nicht bestellt. Zu tief saß die Erfahrung der ständigen Enttäuschungen und Vertröstungen, weil Ärzte nicht wie verabredet erschienen. Wie groß war nun die Freude der Schwestern, dass das Interplast-Team tatsächlich pünktlich am Flughafen auf sie warteten.


Kleine Operationen mit großem Effekt und große Operationen mit kleinem Effekt

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die frohe Kunde. Täglich warteten mehr Patienten in der kleinen Ambulanz, sodass das Team nach neun Tagen Einsatz 156 Patienten untersucht hatten, von denen 72 operiert werden konnten.

Es gab kleine Operationen mit großem Effekt wie zum Beispiel die Lösung eines Zungenbändchens bei dem 16 Jahre alten Navinkumar, der nach dieser minutenkurzen Aktion endlich verständlich sprechen lernen kann. Aber auch große Operationen mit relativ kleinem Effekt wie die Aufrichtung von zwei Fingern bei dem 26-jährigen Sivakumar, dessen gesamter Oberkörper vor drei Jahren bei der Explosion einer Gaskartusche verbrannt war, standen auf dem Programm.

In der Hauptstadt hatten die Ärzte ihm das Leben gerettet und ihm akut ganz hervorragend mit großen Hauttransplantationen geholfen. Da er aber nicht mehr arbeiten konnte und Narbenzüge alle Finger zu Krallen erstarren ließen, gab es kein Geld mehr, um die Behandlung fortzusetzen. Wie gut, dass er sich gleich am Tag der Ankunft des Teams vorstellte. Denn um den Daumen und Kleinfinger der rechten Hand aufzurichten, brauchte er einen ausgedehnten Eingriff, dreimal vorsichtige und ausführliche Verbandswechsel und nach sechs Tagen nochmal eine kleine Operation um die Drähte aus dem Knochen zu ziehen und die Stahlklammern aus dem Druckverband zu lösen. Wie viele Schwerverbrannte war Sivakumar sehr schmerzempfindlich, saß den ganzen Tag auf seinem Bett und hielt seine eingegipste Hand ängstlich wie einen Schatz an seine Brust gepresst, immer auf der Hut vor neuem Leid.

Nun, da alles überstanden, und die Greiffunktion seiner rechten Hand deutlich gebessert ist, schenkt er den Helfern doch ein kleines Lächeln. Ja, er möchte sogar nächstes Jahr wieder kommen, um in kleinen Schritten weitere Verbesserungen zu erzielen.


Getragen von Herzenswärme und Dankbarkeit

Tamilselvi, 10 Jahre, kommt aus dem Landesinneren und ist vor sechs Jahren nach einem Unglück mit dem Kerosinkocher nicht akut mit Hauttransplantaten versorgt worden. Große Narbenstränge ziehen über ihren kleinen Körper. Ihre Oberschenkel sind eng miteinander verwachsen, sodass sie kaum gehen und sitzen kann. Sie ist unterernährt und das Interplast-Team überlegt, ob sie ihr die große Operation von Beinen, Bauch, Brust und Oberarm zumuten können. Sie bekam extra eiweißreiche Kost und erholte sich tatsächlich schnell. Zum Abschied erschien sie auf ihrer Mutter gestützt und langsam einen Fuß vor den anderen setzend lächelnd auf dem Flur.

Manikandan, einem Bauer von 49 Jahren, hat ein streunender Hund den rechten Nasenflügel abgebissen. In einem Doppeleingriff wurde Knorpel aus dem rechten Ohr und Haut von der Stirn zur Wiederherstellung der Nase verwandt. Die Heilung braucht viel Feingefühl und Geduld. Doch besonders seine Frau ist schon jetzt überglücklich.

Kinder mit schweren Verbrennungen von Fingern und Handfläche, weil sie an nicht isolierte Stromkabel gefasst haben, eine infizierte Sichelschnittverletzung, Lippenspaltenverschlüsse und die Entfernung von Tumoren vielerlei Art und Größe ließen das Team ohne Müdigkeit und Erschöpfung von früh bis spät im Einsatz sein - getragen von einer Woge von Herzenswärme und gelebter Dankbarkeit, so wie eine Operationsschwestern in ungelenken Buchstaben auf ihre Abschiedskarte schrieb: „Empfundene Dankbarkeit, die wir nicht äußern, ist wie ein liebevoll verpacktes Geschenk, das wir nicht überreichen.“

In diesem Sinne reiste das Interplast-Team überflutet von Geschenken aus Chettapattu ab, in der Hoffnung, ihr Werk zusammen mit den Schwestern, die vor Herzenswärme strahlen, dort im November 2019 fortzusetzen.


Quelle:
Eva Borsche
Interplast Bad Kreuznach