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Vergebliche Suche nach Rettungswegen: Weitere 12 Nutzungsuntersagungen in der Dürerstraße
Eigentümer konterkarieren Anstrengungen der Behörden

Vergebliche Suche nach Rettungswegen: Weitere 12 Nutzungsuntersagungen in der Dürerstraße

Bad Kreuznach, 11.01.2018
Es mutet an wie ein böser Scherz: Nachdem bei fünf Mehrfamilienhäusern in der Dürerstraße seit Oktober 2017 fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht wurde, nachträglich Rettungswege herzurichten, wurde der Erfolg nun durch die Eigentümergemeinschaft zunichte gemacht. Maßnahmen, die im Sinne des Brandschutzes und der möglichen Rettung ergriffen worden war, wurden von Seiten der Eigentümer außer Kraft gesetzt. Die Folge: Im Falle des Falles wären nun weitere 12 Wohnung Brandfallen ohne Fluchtweg in die Sicherheit. 

Für 15 Wohnungen besteht seit Oktober eine Nutzungsuntersagung. Da im Notfall durch die fehlenden Rettungswege neben den dann hilflos ausgelieferten Bewohnern und Bewohnerinnen zusätzlich auch erhebliche Gefahren für die hinzugerufenen Feuerwehr- und Rettungskräfte bestehen würde, war jetzt erneut ein rechtzeitiges Handeln geboten. Die Bewohner von zwölf weiteren Wohnungen haben es nun mit einer Nutzungssagung zu tun. Eine Kontrolle der Nutzungsuntersagungen und der weiteren Kompensationsmaßnahmen ist den Anwohnerinnen und Anwohnern und der Eigentümergemeinschaft angekündigt.

Allen betroffenen Anwohnern werden mögliche alternative Unterbringungen durch einsichtige Eigentümer und Eigentümerinnen angeboten, notfalls aber von der Stadt. „Solche Maßnahmen sind nach jahrelanger Nutzung der Wohneinheiten immer schwer begreiflich zu machen, aber die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger steht im Vordergrund“, so Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer. „Ich bedanke mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der eingebundenen Ämter und Abteilungen, der Feuerwehr und dem Kreisfeuerwehrinspektor ganz herzlich für die schnelle, kompetente und vor allem bürgerorientierte Arbeit."


 
Hintergrund

Für die fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 132 Wohnungen gab es im Oktober 2017 zunächst für keine der Wohneinheiten ausreichende Rettungswege im Falle eines Brandes. Dies ist im Prinzip zufällig entdeckt worden, als es eine Überprüfung im Zusammenhang mit der beantragten Baugenhemigung für ein Müllhäuschen gab. Das Haus wurde in den 70er-Jahren gebaut, und damals wurden keine Feuerwehrzuwege im Genehmigungsverfahren gefordert. 

Angesichts dieser Lage hat unter Koordination des Leiters der Bauaufsicht, Benedikt Blanz, eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des Bauamts, Brandschutzsachverständigem, Statikern, städtischen Tief- und Hochbaufachleuten sowie dem Bauhof und der Hausverwaltung mögliche Kompensationsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Trotz all dieser Maßnahmen musste die Verwaltung im Oktober für 15 Wohneinheiten eine Nutzungsuntersagung aussprechen, da die Bewohner und Bewohnerinnen des Hauses im Brandfall gefährdet wären. 

Aufbauend auf den kurzfristigen Übergangslösungen für die 117 Wohnungen arbeitet seitdem ein Team aus Brandschutzplanern, Statikern und der Hausverwaltung intensiv an einer langfristigen Lösung für alle 132 Wohnungen. 



Thomas Gierse
Quelle: Isabel Gemperlein, Stadt Bad Kreuznach

Archivbild (2011): Thomas Gierse
 

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