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Werkstatt-Tage: Inklusion für Erzieher/-innen
„Aushalten des Ungewissen“

Werkstatt-Tage: Inklusion für Erzieher/-innen

Am Montag, 5., und Dienstag, 6. März 2018, hat die Fachtagung „Inklusion, nicht mehr, sondern bewusster!“ mit 150 Erzieher/-innen aus 17 Kindertagesstätten im Dekanat Bad Kreuznach stattgefunden. Die Fachtagung stand diesmal unter dem Thema „Aushalten des Ungewissen“ und knüpfte damit an die Werkstatt-Tage Inklusion aus dem vergangenen Jahr an.

Auch in diesem Jahr ging es wieder darum, die Praxis in Kindertageseinrichtungen und die Möglichkeiten der Inklusion in den Mittelpunkt zu stellen. Andrea Platte, Professorin für Bildungsdidaktik an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Köln, freute sich über den Geist der Erzieher/-innen, die sich den Inhalten zuwenden und nicht bei den Strukturen stehen bleiben: „Inklusion meint alle Kinder; Gleichwertigkeit im Sinne der Menschenrechte ist eine grundlegende Gewissheit inklusiver Bildung. Um dies mehr und mehr zu leben, braucht es individuelle Förderung, aber vor allem auch gemeinsinnstiftende Entwicklungsbegleitung.“
 
Anhand eines Beispiels schildert Dr. Donja Amirpur, die zu Migration und Bildung im Kontext von Inklusion und Intersektionalität an den Schnittstellen von Migration und Behinderung forscht, das Leben einer Frau mit ihrer Tochter aus der Perspektive einer professionellen Pädagogin und der Mutter selbst. „Bei mir werden immer nur die Türen zu geschlagen, und ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Sie sagen, es geht nicht. Und das muss ich einfach hinnehmen“ – so schildert die Mutter ihre Erfahrungen.

Die Teilnehmer/-innen waren sehr berührt von der Unterschiedlichkeit der Sichtweisen und den Hintergründen der Familie. Deutlich wurde dabei auch, dass es kein Spezialwissen braucht, sondern, dass es wichtig ist, sich in die Situation hineinzubegeben, um gut begleiten zu können. In der inklusiven Pädagogik geht es mehr darum, Fragen zu stellen und Ungewissheit auszuhalten statt rezeptartiges Wissen abzurufen.

Die Erzieher/-innen formulieren in der Diskussion, dass es wichtig ist, offen zu bleiben, statt an den bisherigen festen Bildern festzuhalten. Neben den beiden Vorträgen von Andrea Platte und Donja Amirpur blieb Raum zum Reflektieren, Innehalten, Vergewissern und dem Austausch untereinander.

Die Werkstatt-Tage wurden gemeinsam von der Fachkonferenz Kita im Dekanat Bad Kreuznach, dem Projekt "inklusiv leben lernen" und der Technischen Hochschule Köln konzipiert und durchgeführt.

 
Hintergrund
Das Projekt „inklusiv leben lernen“ ist eine Kooperation zwischen dem  Zentrum für selbstbestimmtes Leben Bad Kreuznach, dem Bistum Trier, der Stiftung kreuznacher diakonie und der Caritas Rhein-Hunsrück-Nahe. Es begleitet Menschen, Institutionen und Unternehmen auf dem Weg zu einer umfassenden Teilhabe – durch individuelle Beratung, Prozessbegleitung, Vernetzung und Weiterbildung.

Kontaktdaten: Projektbüro „inklusiv leben lernen“, Bahnstr. 26, 55543 Bad Kreuznach, Telefon 0671/9212072, mobil 0171/9778115, E-Mail [email protected], Homepage www.inklusiv-leben-lernen.de


Quelle:
Judith Schwickerath
Dekanat Bad Kreuznach