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Jetzt im Museum am Strom und zum Runterladen für’s Handy

Virtueller Spaziergang über den Alten Friedhof in Bingen

Virtueller Spaziergang über den Alten Friedhof in Bingen
Wenn man ganz nahe herangeht und mühsam Buchstabe für Buchstabe auf der linken Seite des verwitterten Sandsteines entziffert, dann ist man plötzlich mit einem bewegenden Kinderschicksal konfrontiert: Sie sei die erste Bewohnerin dieses neuen Friedhofs, liest man da, und gestorben ist das kleine Mädchen mit nur einem Jahr schon 1832 …

Tatsächlich ist der Park zwischen Rochusallee und Holzhauserstraße mit seinen etwa 140 historischen Grabmonumenten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein regelrechter Denkmalgarten - ein steinernes Geschichtsbuch der letzten 200 Jahre. Gerade jetzt im Sommer entfaltet er seinen ganz besonderen Flair. Im Vorbeigehen fällt da der Blick auf die teilweise prachtvollen Monumente, und man würde oft gerne mehr wissen über die Menschen, die dort einst bestattet wurden.

Die Historische Gesellschaft Bingen hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, sämtliche Grabmonumente des Alten Friedhofs in Text und Bild zu dokumentieren. So sollen die wertvollen Informationen, die die Grabsteine bereithalten, trotz unausweichlich fortschreitender Verwitterung auch für die Nachwelt erhalten bleiben. In wochenlanger ehrenamtlicher Arbeit haben Wilfried Knuth und Anastasia Blaschke sich also darangemacht, die Steine zu sichten, zu vermessen, zu beschreiben und zu fotografieren; gemeinsam mit Dr. Hans-Josef von Eyß, der auch für die PC-Umsetzung gesorgt hat, wurden aufwändige Archivrecherchen geleistet, um Hinweise auf die Lebensgeschichten der hier Bestatteten aus früheren Zeiten zu finden.

Das Ergebnis dieser langwierigen Bemühungen liegt jetzt vor - und kommt allen Geschichtsinteressierten zugute, denn mittels moderner Technik wurden die eindrucksvollen alten Steine „zum Sprechen“ gebracht: Das „Geschichtsterminal“ der Historischen Gesellschaft im Museum am Strom, das auf interaktive Weise schon so manche spannende Information zur Binger Stadtgeschichte bereit hält, bietet von nun auch einen virtuellen Spaziergang über den Alten Friedhof, erklärt die Grabsteine und berichtet von den Menschen, denen sie einst gesetzt worden sind.

Und damit das Ganze für alle Interessenten auch vor Ort zur Verfügung steht, kann die Datei ganz einfach mittels QR-Code auf das eigene Handy geladen werden. So wird aus einem einfachen Fußweg durch den Alten Friedhof ein echter Geschichts-Spaziergang, der von den Lebenswegen mancher Bingerinnen und Binger im 19. Jahrhundert erzählt …


Foto: Präsentieren den virtuellen Spaziergang zum Alten Friedhof: Wilfried Knuth (links) und Dr. Hans-Josef von Eyß (rechts) von der Historischen Gesellschaft mit Museumsleiter Dr. Matthias Schmandt (Quelle: Stadt Bingen).

Quelle:
Stadtverwaltung Bingen am Rhein


 

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