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Ausstellung zum Thema "Gruppe" im Install

Künstlergruppe Nahe wird 50 Jahre alt

Künstlergruppe Nahe wird 50 Jahre alt
Die Künstlergruppe Nahe e.V., der Kunstverein für die regionalen Künstler mit dem Sitz in Bad Kreuznach, feiert 50-jähriges Bestehen. Die Vereinigung zeigt sich seit ihrer Gründung 1961 sehr lebendig, denn in mindestens zwei Kunstausstellungen jährlich präsentieren die bildenden Künstlerinnen und Künstler ihre Werke und finden dabei stets eine große Resonanz.

Ministerin Doris Ahnen, Landrat Franz-Josef Diel, OB Andreas Ludwig, Kulturdezernentin Andrea Manz, Dany Madier (Präsidentin des Kunstvereines der Partnerstadt Bourg en Bresse/Frankreich) eröffneten am Sonntag (13. März), im Theatersaal des PuK mit einer kleinen Feier die Jubiläumsausstellung, die im benachbarten Kunstraum „Install“ gezeigt wird.

Zur Vereinsgeschichte trug Siglinde Knopp-Simon Daten und Anekdoten bei. Sie hatte sich schon für einen Beitrag im Nahelandkalender mit der Geschichte der Künstlergruppe Intensiv auseinandergesetzt.

 Gemeinsam mit der Künstlergruppe Nahe stellen Künstler der ArtCité Bourg aus der Partnerstadt Bourg-en-Bresse aus

Die Ausstellung wird bis zum 10. April im Install zu sehen sein: Museen im Rittergut Bangert
, Hüffelsheimer Straße 5, 
55545 Bad Kreuznach
, Tel. 0671/8459185, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

Am Donnerstag, 31. März, 15 Uhr, gibt es eine begleitende Veranstaltung: „Künstlergespräch und Lesung der Autorengruppe Eulenfeder zum Thema „Gruppe“.

www.kuenstlergruppe-nahe.de

Foto oben: Gruppenfoto der Gruppenmitglieder, die die Werke zum Ausstellungsthema "Gruppe" einrichteten. hanz-online nutzte die Gelegenheit für kurze Gespräche mit den Künstlern (unten). Quelle: Thomas Gierse  




KGN Jackson

Michael Jacksons steht im Install. Man kann Blickkontakt zu im aufnehmen, und tritt man etwas zur Seite, folgen Michaels Augen der Bewegung. Dies ist das Besondere an dem Negativ-Porträt, das Roland Göttert aus Kempfeld-Katzenloch geschaffen hat. Der Profi-Bildhauer, seit zwei Jahren Mitglied der Künstlergruppe Nahe, wollte mit dieser Arbeit die Transzendenz auf dem Weg vom Positiv zum Negativ thematisieren: Das Geistige bleibt, wenn das Körperliche dahingeht. Dass er mit Beton arbeitete, hat mit dem Unterthema „Grau“ zu tun: In dieser und einer zusätzlichen Farbe sollten die Exponate für die Jubiläumsausstellung gehalten sein.


KGN Fotografin

„Die Gruppe ist mein Thema“, sagt Karin Waldmann. Das ist auch nicht zu übersehen: Dort die Gruppe – vielleicht Touristen, vielleicht eine Familie, vielleicht gruppierte Individuen – und hier die Fotografin, die offenbar ein Gruppenfoto anfertigen möchte. Genau hierin liegt für die Bildhauerin der Reiz, denn die Fotografin macht ein Foto der Teilgruppe und ist selbst Teil der Gesamtgruppe, die sich dem Betrachter offenbart. In dieser Vermischung von Objekt- und Metaebene liegt das Besondere ihrer Arbeit, meint Karin Waldmann. Mit Kettensäge, Hammer und Beitel hat sie die Holzfiguren geformt.


KGN Hilgert

An „Gruppendynamik“ ist Hannelore Hilgert gelegen – wohl in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Individualisten-Vereins „Künstlergruppe Nahe“, wie auch bei ihrem im Install gezeigten Werk. „Ich arbeite gerne mit Verknüpfungen“, erklärt Hannelore Hilgert, was in der Vorstandsarbeit sicherlich sehr hilfreich ist, aber auch in der Kunst Akzente des Unkonventionellen setzt. Seit acht Jahren arbeitet sie mit Kabelbindern, jenen Plastikriemen, die sich prima zum Verzurren eignen und sich nur durch Zerschneiden wieder öffnen lassen. An der Gruppendynamik-Stele hängen kleine Plastiken, mal locker, mal festgezurrt, und hinten (oder vorne?) schauen ungeniert und ungekürzt die Kabelbinder heraus.


KGN Maennergruppe

Etwas Besonderes, die Krone der Schöpfung, ihre Anwesenheit adelt den Moment: Männer in Gruppen. Wenn sie ein Fass anstechen oder ein Flatterband durchschneiden, wachsen sie über sich selbst hinaus, aber wohl noch mehr, wenn sie, mit Orden behängt, fürs Gruppenfoto posieren. Helmut Schmid aus Baumholder arbeitet daran jene Sekunde zu beschreiben, in dem die selbst wahrgenommene Wichtigkeit in die vom Betrachter entlarvte Lächerlichkeit kippt. „Irgendeine Kommandeurstagung“, gesehen auf einem Zeitungsfoto, inspirierte ihn zu dem Bild der grauen Uniformträger mit den leuchtend bunten Orden. Das Bild ist Teil eins Diptychons, dessen zweite Hälfte aber der Beschränkung unterliegt, dass in dieser Ausstellung jedem Künstler nur Platz für ein Werk zugestanden wird. Im Sommer werden im Maler-Zang-Haus in Birkenfeld alle Manns- und Männerbilder des früheren Kunsterziehers zu sehen sein.


 KGN Brust

Auf 70 mal 70 Zentimeter hat Karlheinz Brust aus Kirn seine „Vision 2011“ konzentriert. Doch weil das Bild nicht auf einer Seitenkante ruht, sondern auf einer Ecke steht, ist die alles verbindende Brücke das mit Abstand größte Element des Bildes. „Die Brücke führt zu der in der Natur liegenden Energie mit ihren menschlichen Antrieben, Gefühlen und Gedanken“, erklärt Brust. Er selbst hat Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre acht Jahre lang nur in Schwarzweiß gemalt – aus Trauer. Deshalb weiß er, wovon er spricht, wenn er die auferlegte Beschränkung auf Grau als Hauptfarbe für die Exponate der Jubiläumsausstellung mit Gerhard Richter knapp so umreißt: Graumalerei ist Todmalerei. Weil es dabei nicht bleiben soll, nimmt Karlheinz Brust den Titel seines Bildes zu Hilfe: „Der Bildtitel ,Vision 2011’ soll eine Hilfe sein von der grauen Schwarz-Weiß-Darstellung des Werkes in eine positive Lebenskraft abzulenken.“


KGN Objekt

Günther Theobald aus Baumholder spart es sich, seinem Werk einen Titel zu geben. Es zeigt Schwarz-, Grau- und Weißgruppen, horizontal geschichtet und durch eine imaginäre Spiegelachse in zwei Sektionen geteilt. Das eigentlich trennende wie auch verbindende Element hebt sich ab: Eine senkrecht verlaufende Leiste in dunkelblauer Kontrastfarbe, die noch über den Bildrand hinausragt, dort die Schwarz-, Grau- und Weißgruppen umfängt und dem Bild ein wenig Objektcharakter verleiht.


KGN Kauz

Der Bartkauz verschwindet fast in der ihn umgebenden Landschaft. Je nach Lichtstärke könne das Betrachten zum Suchspiel werden, sagt Axel Möllenkamp aus Volxheim zu seinem Bild. Besonders die pastös aufgetragene Acrylfarbe trägt dazu bei, dass sich Eule und Douglastanne in der Struktur angleichen und die Konturen verschwimmen. Diese Form der Darstellung ist relativ neu für Axel Möllenkamp, der sich selbst als Landschaftsmaler bezeichnet und in der Malerei mit Aquarell- und Ölfarben zu Hause ist.


KGN Infekt

Horst Giezendorf aus Klein Winternheim bezeichnet seinen Arbeitsstil als traditionell: Landschaftsmalerei im Stil der 20er-Jahre sowie Schmuckstücke sind sein Metier. Vor diesem Hintergrund öffnen sein Bild und vor allem dessen Titel „Gruppaler Infekt“ einen großen Interpretationsspielraum. Der Künstler hat sich mit Gruppeneffekten auseinandergesetzt, mit Anziehung und Abstoßung, mit Ansteckung und Dynamik. Welche Aussage dazu sein frisch angefertigtes Bild in Acryl-Grafit-Technik macht, liegt im besagten Interpretationsspielraum. Man darf auf jeden Fall von einer amüsiert-skeptischen Betrachtung ausgehen.


KGN Collage

Haydns Totenschädel war der Ausgangspunkt von „Mitten im Leben“. Die Abbildung, zufällig in einer Zeitung gefunden, ist auch das zentrale Motiv der Collage, die Angela Sohler de Vos im Install ausstellt. „Der Tod umfängt uns alle“, sagt die Künstlerin, „er ist die einzige Gerechtigkeit im Leben einer Gruppe.“ Manchem gelingt es, dem Tod noch mal von der Schippe zu springen, oder: Katzen vermehren sich wie wild – solche Aspekte geben den Rahmen der Handlung – und „nur Musik und Kultur überleben uns“.

Thomas Gierse

(Veröffentlicht am 12. März 2011)
 

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