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"... bietet tausendfach, alles unter einem Dach": Die Kaufhof-Story
Steffen Kauls Heimatgeschichte

"... bietet tausendfach, alles unter einem Dach": Die Kaufhof-Story

Große Namen aus der Kaufhausbranche sind aus dem Straßenbild verschwunden, etwa Neckermann und Wertheim, Hertie und Quelle. Bad Kreuznach hat mit Kaufhof und Kaufhof hat mit Bad Kreuznach Glück gehabt. Sein 50. Jahr seit der Übernahme des damaligen Kaufhauses Krämer feiert der Kaufhof in diesem Jahr. 

Das „moderne Großstadt-Warenhaus“, wie es in der Werbung zur Eröffnung des Neubaus 1966 hieß, hat den stetigen Wandel der Branche gesund überstanden. Erst Anfang Oktober stand ein Eigentümerwechsel an: Von Metro AG wechselte Galeria Kaufhof zu dem kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay Company. „Das wird auch wieder ein entscheidender Veränderungsschritt sein“, kommentierte der Bad Kreuznacher Kaufhof-Geschäftsführer Edwin Österreich.

Über die Veränderungen, die das Kaufhaus an der Mannheimer Straße prägten und prägen, hat der Heimatforscher Steffen Kaul Wissens- und Sehenswertes in Text und Bild zusammengetragen. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten stellten er und Edwin Österreich die Bad Kreuznacher Kaufhof-Story vor.


 

50 Jahre Kaufhof in Bad Kreuznach

von Steffen Kaul


Am 14. August 1879 eröffnet Leonhard Tietz sein erstes Garn-, Knopf-, Posamentier- und Wollwarengeschäft in Stralsund. Seine modernen Geschäftsstrukturen sind so erfolgreich, dass er auch in anderen Städten Filialen eröffnet. Sie gewinnen immer mehr an Größe und Erfolg.

1929 übernimmt die Leonhard Tietz AG das Kaufhaus Arndtheim in Bad Kreuznach in der Mannheimer Straße 44/Ecke Gerbergasse. Zu dieser Zeit pulsiert das Kreuznacher Geschäftsleben in der historischen Neustadt. Ein Ausstellungsraum in der Altstadt am Kornmarkt zeigt, was es auf der anderen Naheseite zu kaufen gibt.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 muss die jüdische Familie Tietz flüchten, und die Warenhauskette wird in Westdeutsche Kaufhof AG umbenannt. Da der Einzelhandel zu dieser Zeit eine größere Lobby hat als die großen Warenhäuser, schließt der Kaufhof in Kreuznach 1936.

28 Jahre später beabsichtigt die Kaufhof AG, sich wieder in Bad Kreuznach niederzulassen und sucht Räume in der Innenstadt, die ihren Wünschen entsprechen. Das Kaufhaus Krämer Puppenfee, das 1908 als kleiner Spielzeugladen gegründet wurde und nun zu einem großen Kaufhaus angewachsen ist, liegt mitten in der Kreuznacher Einkaufzeile und wäre der ideale Standort für den neuen Kaufhof.

Nach sehr freundlichen Verhandlungen zwischen dem Besitzer Richard Krämer und Vertretern der Kaufhof AG wird beschlossen, das Kaufhaus zu übernehmen. Das gerade mal 14 Jahre alte Gebäude ist aber zu klein für die Belange des großen Warenhauses, es soll abgerissen werden.


Abriss des Kaufhauses Krämer

2015-10-27 Abrisse Kaufhause Kraemer Animation neu output F7r0k1


Mehrere Gebäude in der näheren Umgebung werden angekauft. Auf einem Grundstück hinter der Klostergasse soll ein Parkhaus errichtet werden. Im Dezember 1964 wird bereits die alte Wagnerei Scheiber in der Klostergasse abgerissen.

Im Frühjahr 1965 beginnt eine der größten Bauaktivitäten, die die Stadt je gesehen hat. Am 5. April beginnen die Ausschachtungsarbeiten für das neue Parkhaus. Die Baugrube muss über 10 m tief sein, um das Kellergeschoss unterzubringen.

Ebenfalls 1965 bauen die Michelin Reifenwerke in Kreuznach. Doch dort gibt es Schwierigkeiten. Das Gelände liegt mitten im Hochwassergebiet, und die Stadt verpflichtet sich, das gesamte Areal um einen Meter aufzuschütten – hier kommt der gesamte Aushub und Bauschutt des Kaufhof gerade recht.

Am 24. Juni 1965 schließt das Kaufhaus Krämer für sechs Tage, da eine Inventur durchgeführt werden muss. Ein Schlussverkauf ist nicht möglich, weil vorerst der Firmenname nicht geändert wird. Das Sortiment wird umorganisiert und neue Ware im Wert von 1 Million D-Mark aufgenommen. Das volle Kaufhofprogramm kann noch nicht angeboten werden, weil das alte Kaufhaus erst abgerissen und das neue, größere gebaut werden muss.

Am 1. Juli 1965 geht das Kaufhaus in den Besitz der Kaufhof AG über, es wird als Kaufhaus Krämer Nachfolger eröffnet. Der Name Kaufhof wird erst nach Fertigstellung des Neubaus verwendet.

Am 18. Dezember 1965 ist der Neubau des Parkhauses fertiggestellt. Die Seitenwände werden nun provisorisch geschlossen. Für die Übergangszeit wird nun das „Kaufhaus ohne Treppen“ eingerichtet, weil man über die Autofahrrampen in die anderen Stockwerke gelangt.

Am 3. Januar 1966 schließt das Kaufhaus Krämer Nachfolger in der Mannheimer Straße, und durch einen schnellen Umzug geht der Verkauf nach vier Tagen im Parkhaus weiter. Am 10. Januar beginnt der Abbruch des alten Gebäudes in der Mannheimer Straße.

Am 1. März 1966 beginnen die Neubauarbeiten. Täglich beobachten Hunderte Kreuznacher die Bauaktivitäten durch die Schlitze des Bretterbauzaunes. Im Wassersümpfchen (eine kleine Gasse in der Nähe) wird ein Grundstück angemietet für eine automatische Betonmischmaschine, die am Tag bis zu 150 Kubikmeter Beton herstellt. 

Am 15. September 1966 ist das 14 Millionen D-Mark teure Bauprojekt fertiggestellt. Nun kann das Parkhaus wieder geräumt und das neue Gebäude eingerichtet werden. Auf einer Verkaufsfläche von 6200 Quadratmetern auf vier Etagen verteilt werden nun 40.000 verschiedene Artikel angeboten. Es gibt einen eigenen Lebensmittelmarkt mit Metzgerei und ein Restaurant. Alle Mitarbeiter des Kaufhaus Krämer werden übernommen, neue Arbeitsplätze werden geschaffen, so dass hier 400 Personen beschäftigt sind.


Neubau des Kaufhofs:

2015-10-27 Neubau Kaufhof 1966 Animation neu output SKupzP


Die 17 Meter hohe Fassade in der Mannheimer Straße bietet ein imposan¬tes Bild. In acht Schaufenstern auf einer Länge von 40 Metern wird das Warenangebot präsentiert. 

Am 29. September 1966 wird der 48. Kaufhof in Deutschland mit einem großen Spektakel in der Innenstadt eingeweiht. Tausende Besucher legen den Verkehr lahm, als mit einem Tagesfeuerwerk der Festtag beginnt. Große bunte Figuren schweben vom Kaufhofdach zu Boden. Die Feuerwehrkapelle spielt auf dem Vordach des Eingangsbereichs, und die berühmte Sängerin Margit Sponheimer gibt eine Autogrammstunde. Das Kaufhaus wird von den Menschenmassen gestürmt, um die neue Attraktion zu bewundern.

Wenige Wochen nach der Einweihung kann nun am 10. November 1966 das Parkhaus seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden. Auf einer Grundfläche von 35 x 35 Metern haben nun 200 Pkw in fünf Etagen Platz. Ein Auto-Corso aus Oldtimern und den neuesten – nun blumengeschmückten – Modellen der Bad Kreuznacher Autohäuser startet zur Eröffnung des Parkhauses vom obersten Parkdeck zu einer Stadt- und Landrundfahrt.

Nach diesem Festtag finden die Verantwortlichen nun endlich etwas Ruhe, um sich dem normalen Geschäftsbetrieb widmen zu können. Die Kreuznacher freuen sich über das neue Kaufhaus. Ich war damals fünf Jahre alt und Rolltreppenfahren kam einer Karussellfahrt gleich. Wenn aber die ganz alten Kreuznacher in den Kaufhof gehen, dann sagen sie heute noch: „Isch geh emol bei die Bubbefee.“

Text (leicht gekürzt) und Fotos: Sammlung Steffen Kaul