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Für sachgerechte Aufbewahrung, Auswertungen, und Bereitstellung

"Liederkranz" spendete nach Vereinsauflösung Archiv und 4500 Euro

"Liederkranz" spendete nach Vereinsauflösung Archiv und 4500 Euro
Nach seiner Auflösung stiftete der Verein „Liederkranz“ nicht nur sein Archiv, sondern spendete für die sachgerechte Aufbewahrung, für Auswertungen und die Bereitstellung für die Stadtgeschichte der „Stiftung Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach“ 4500 Euro.

Dafür bedankten sich bei der Übergabe Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, Stadtarchivarin Franziska Blum-Gabelmann und Rolf Schaller (Stiftung Haus der Stadtgeschichte) bei Ernst Udo Schaerer und Katharina Ehle. 

Ernst Udo Schaerer sagte: „Es ist, für die lange Zeit des Bestehens, nur noch eine verhältnismäßig geringe Menge. Vieles ist in den Kriegen zerstört worden, einiges wurde aber auch durch die Hochwasser in Bad Kreuznach unbrauchbar oder sogar vernichtet. Zuletzt war unser Archiv nach dem Verkauf des Sängerheims in Kellerräumen des derzeitigen Eigentümers des Grundstücks hochwassersicher untergebracht. Doch leider wurden diese Unterlagen ohne Rücksprache mit dem Männergesangverein Liederkranz im Rahmen von Umräumungsarbeiten der Papierverbrennung unwiederbringlich zugeführt. 

Was wir heute der Stadt Bad Kreuznach in einer Schenkung für die Aufnahme ins Stadtarchiv und dann später in das Haus der Stadtgeschichte überlassen können, sind Unterlagen, die in privater Verwahrung waren. 

Unsere traurige Erfahrung zeigt, dass sich die Vereine frühzeitig mit ihrem wertvollen Archivgut an die Öffentlichen Archive wenden sollen, damit es ihnen nicht so geht wie uns. Es muss nicht alles im Vereinsheim gehortet werden.“

Die Oberbürgermeisterin ergänzt: „Im künftigen Haus der Stadtgeschichte sind diese Archive gut aufgehoben und können auch den interessierten Bürgerinnen und Bürgern angemessen zugänglich gemacht werden“. Stadtarchivarin Franziska Blum-Gabelmann freute sich über die Unterlagen, zu denen als Prunkstück die Vereinsfahne von 1933 zum 100. Geburtstag des MGV Liederkranz gehören und ein wertvoller Siegelring von 1958 gehören.


Zur Vereinsgeschichte des Liederkranz:


Vor über 182 Jahren, am 1. Dezember 1833, haben sich elf Männer zusammengefunden und haben einen Verein gegründet, dessen Aufgabe darin bestehen sollte „Männer zu vereinigen, welche in der Aufführung mehrstimmiger Gesänge einen heiteren Kunstgenuss suchten“. Es war die Gründerzeit der Männergesangvereine.

Anfangs nahm die Zahl der Mitglieder nur langsam zu. Damals hatte die Stadt Kreuznach 9000 bis 10000 Einwohner. Doch nach nur wenigen Jahren trauten sie sich zu, öffentlich Konzerte zugeben. Erst nur in bescheidenem Rahmen, doch bald schon nahmen sie auch an Gesangswettstreiten mit mehr oder weniger Erfolg teil. 

Zum 65. Jahrestag des Bestehens im Jahre 1898, hatte der Verein 65 aktive Sänger und 255 inaktive Mitglieder, aus allen Schichten der Gesellschaft. Das Repertoire war schon groß und das Selbstbewusstsein wohl auch, denn der Verein veranstaltete im Mai einen „Großen Nationalen Gesang-Wettstreit“, an dem 89 Vereine mit insgesamt 4000 Sängern teilnahmen. In der Stadt wimmelte es nur so von Sängern und Gesangsgruppen, alle großen Säle waren ausgebucht. Es war ein Fest für die gesamte Stadt. Der Liederkranz hat lange Zeit die Männergesangs-Szene in der Stadt entscheidend mitbestimmt. 

Am 7. Mai 2014 entschlossen sich die zuletzt nur noch 13 Mitglieder zur Auflösung des Männergesangverein Liederkranz Bad Kreuznach. Die Liquidation steht nun am Ende dieser „Institution Liederkranz“. 

Das nicht unerhebliche Vereinsvermögen hat der Liederkranz gemäß seinem Wahlspruch: „dem Wahren, Guten und Schönen …“ an Vereine für Gesang und Musik sowie an soziale Einrichtungen gespendet. 

Foto: Einen Scheck in Höhe von 4500 Euro für die Stiftung  Haus der Stadtgeschichte überreichten Ernst Udo Schaerer und Katharina Ehle an Rolf Schaller (Stiftung Haus der Stadtgeschichte).

Quelle:
Stadtverwaltung Bad Kreuznach