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Notgeldschein mit interessanter Geschichte
Demnächst im Haus der Stadtgeschichte (24)

Notgeldschein mit interessanter Geschichte

Bad Kreuznach, 24.07.2018
Bevor das Stadtarchiv voraussichtlich im Oktober/November 2018 ins „Haus der Stadtgeschichte“ umzieht, wird wöchentlich unter der Rubrik „Demnächst im Haus der Stadtgeschichte“ ein Objekt daraus vorgestellt. Im 24. Teil: In der Notgeldsammlung des Stadtarchivs Bad Kreuznach befindet sich ein 50 Pf. Notgeldschein mit einer interessanten Geschichte.

Der Entwurf stammt von dem aus Berlin stammenden Kunst- und Kriegsmaler Erich Hartwig. Hartwig hielt sich 1917-1918 in Kreuznach auf und arbeitete im Umfeld des Großen Hauptquartiers (GHQ). Eines seiner bekannten Gemälde trägt den Titel: „Vorposten in der Walachei“. Die Stadt Kreuznach erwarb von ihm 28 Federzeichnungen sowie weitere Zeichnungen, die für die Gestaltung der Jubiläumsschrift „100 Jahre Bad Kreuznach 1817-1917“ verwendet wurden, wie: „Der Adlerhof, Neues Kurhaus, Kreuznacher Gradier-Werke im Nahetal“ oder „Die Brückenhäuser“.

Des Weiteren entwarf der Künstler die Ehrenbürgerbriefe für Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, die ihnen im Rahmen der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Februar 1918 von Vertretern der Stadt Kreuznach überreicht wurde. Dem Stadtarchiv wurde 2010 ein Teilnachlass von Dr. Hans Koernicke (1875-1956) geschenkt. Dr. Koernicke war während des Ersten Weltkrieges in Kreuznach als Bürgermeister tätig.


Bedeutung des GHQ in Bad Kreuznach

In diesen Unterlagen befindet sich eine 0,35m x 0,23 m große Tuschezeichnung von Erich Hartwig, die der Ausführung auf dem Notgeld verblüffend ähnlich sieht. Bei dem bekannten und in Umlauf gewesenen Notgeldschein ist auf der einen Seite des Scheins, umrahmt von Weinreben und Rosen, der Blick auf die alte Nahebrücke und die Kauzenburg abgebildet.

Auf der anderen Seite befindet sich „das Triumvirat des Großen Hauptquartiers“, Kaiser Wilhelm II., Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, gruppiert um das Kreuznacher Stadtwappen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass die im Bestand vorgefundene Zeichnung der Gestaltung des Notgeldscheins sehr nahe kommt, aber nicht mit dieser identisch ist.

Die Existenz des Notgeldscheinentwurfes des Künstlers Erich Hartwig und dessen Aufbewahrung in den privaten Unterlagen des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt unterstreicht die Bedeutung, die Dr. Koernicke in der Anwesenheit des GHQ in Kreuznach sah, zumal er bewusst eine Sammlung von Objekten für die Stadt anlegte, die auf die weltgeschichtlich bedeutsame Zeit hinweisen sollten, deren Zeuge er war.

 
Im Bad Kreuznacher Stadtarchiv kann man spannende Entdeckungen machen. Beispiele stellt das Stadtarchiv in einer wöchentlichen Serie vor – bis September 2018, wenn das Archiv voraussichtlich ins Haus der Stadtgeschichte, Mannheimer Straße 191, umziehen wird.


► Demnächst im Haus der Stadtgeschichte ►Jetzt noch im Stadtarchiv unter StAKH  NL Dr. Hans Koernicke; MS Notgeld.


Quelle: Stadtarchiv Bad Kreuznach


 

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