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Novemberpogrome: Gedenken an jüdische Mitbürger

Novemberpogrome: Gedenken an jüdische Mitbürger

Freitag, 09.11.2018, 14.00 Uhr, in Bad Kreuznach: Bei der Gedenkveranstaltung am an der Mahntafel der ehemaligen Synagoge Fährgasse/Mühlenstraße werden Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, Vertreter der jüdischen Gemeinde, Valeryan Ryvlin sowie Schüler und Lehrer vom Technischen Gymnasium und der IGS Sophie Sondhelm („Schule gegen Rassismus“) an die Novemberpogrome 1938 erinnern.

Die Schüler vom Technischen Gymnasium haben eine sehr interessante Bad Kreuznacher Begebenheit im Zusammenhang mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus recherchiert: Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in die USA vertraute ein jüdischer Juwelier einem guten Freund sein Vermögen an. In einem Tresor der Kreuznacher Volksbank oder der damaligen Reichsbank in der Wilhelmstraße lagen Gold, Schmuck und Juwelen. Der Freund, der Kolonialwarenhändler Otto Bartsch, holte die Wertsachen aus dem Safe und versteckt sie in einer Ziegelsteinwand im Treppenabgang zum Keller. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg händigte Bartsch seinem Freund Hermann Schmidt (1899-1965), der aus Amerika zurückgekehrt war, dessen Eigentum wieder aus. Eine Geschichte, so spannend wie ein Kriminalroman. Aber mit einem entscheidenden  Irrtum behaftet: Der vor den Nazis geflohene Hermann Schmidt war gar kein Jude,  sondern ein evangelischer Christ. Dies stellten Natalia Syrnicka, Michel Eckes und Sven Poth, Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Technischen Gymnasiums, bei ihrer Recherche im Stadtarchiv fest.

Über Schmidt ist darüber hinaus nur bekannt, dass er 1899 in Bad Kreuznach geboren und 1965 in Köln gestorben ist. Die Spurensuche in der rheinischen Metropole führte zu keinem Ergebnis. Dennoch entschieden sich die Schüler, ermuntert von ihrem Lehrer Sascha Eske, mit dieser außergewöhnlichen Geschichte am Schulwettbewerb „Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht“  teilzunehmen. Auch wenn sich herausstellte, dass es sich bei dem Juwelier nicht um einen Juden handelte, ist es doch für die Schüler ein Beleg dafür, welche Auswirkungen das Gift der Hetzpropaganda der Nationalsozialisten auf die Menschen hatte. 

Über den Grund, warum man Hermann Schmidt für einen Juden hielt, kann nur spekuliert werden. Waren den Bürgern in den 30er-Jahren die Geschäfte des „jüdischen“ Juweliers mit Sitz in Den Haag suspekt? Der üblen Hetzpropaganda der Nationalsozialisten zufolge waren Juden windige und betrügerische Geschäftsleute. Die Nürnberger Rassegesetze setzten ab 1935 die Juden in Deutschland nicht nur der rechtlichen Willkür aus, noch schlimmer, sie machten sie zu „Untermenschen“, wie es im braunen Jargon hieß. 

„Wir erleben heute leider wieder, wie in einem erschreckenden Ausmaß  Menschen anderer Religionen und Kulturen diskriminiert und stigmatisiert werden“, erklärt Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und verweist auf die Parolen von rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Bürgern. Umso mehr bedankt sich die Oberbürgermeisterin bei denen, die sich für ein Bad Kreuznach der Vielfalt engagieren. Sie ist froh, dass sich seit Jahren junge Menschen aktiv am Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus beteiligen. 

Den Schülern stand ein Zeitzeugenbericht von Doris Lowack, einer der beiden Töchter von Otto Bartsch, zur Verfügung. Sie berichtet von der Freundschaft ihres Vaters mit „Hermann Schmitt aus Den Haag, Niederlande, ein Jude“, der mit seiner Frau die Familie Bartsch häufig in Bad Kreuznach besuchte, wohl auch, um Wertsachen aus dem Bankschließfach zu holen oder dort zu deponieren. Über die Gründe für Schmidts Flucht in die USA schreibt Doris Lowack „ … als immer mehr Juden über Nacht verschwanden und auch er in den Niederlanden um sein Leben fürchten musste …“   

 
Novemberpogrome

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Dabei  wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Mehr als 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo Hunderte von ihnen ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. 
Die  Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die in den Holocaust mündete.


► Bei der Gedenkveranstaltung am 9. November, 14 Uhr, an der Mahntafel der ehemaligen Synagoge Fährgasse/Mühlenstraße sprechen Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und der Vorsitzende des jüdischen Gemeinde, Valeryan Ryvlin sowie die drei Schüler und ihr Lehrer vom  technischen Gymnasium.

Die Veranstaltung wird mitgestaltet von Tatjana Feigelmann, (Chor der Jüdischen Kultusgemeinde) und Petra Grumbach (Saxophon). El Male Rachamim, das Totengebet, spricht der Kantor der jüdischen Gemeinde, Noam Ostrovsky.


Quelle: Hansjörg Rehbein
Stadtverwaltung Bad Kreuznach


 

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