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Licht macht Stimmung und will gut geplant sein
Energiesparen klug anfangen (2)

Licht macht Stimmung und will gut geplant sein

Den Edison-Klassiker rausdrehen und die Energiesparlampe reinschrauben – so geht Stromsparen ganz schnell. Aber Licht ist nicht gleich Licht, und die Sparwut kann aufs Gemüt schlagen, wenn nach einer Ruckzuckaktion die Wohnung oder das Haus plötzlich eine ganz andere Stimmung verbreitet als zuvor. Lichtplaner Heiko Gruber aus Rüdesheim empfiehlt deshalb sorgfältiges Nachdenken über Leuchten und ihre Bedeutung.

Wer herkömmliche Lampenläden mag, der wird mit Heiko Grubers Lichtatelier nicht so schnell warm werden. Denn hier spielen ausgerechnet Schatten eine große Rolle. Im Lampengeschäft hingegen ist es hell, oft so hell und überfüllt, dass man gar nichts erkennen kann, schon gar keine Nuancen. Damit wird ein wichtiger Aspekt von Beleuchtung überblendet: die Emotion.

Heiko Gruber, Lichtplaner und Innenarchitekt, nähert sich dem Thema Beleuchtung vom Standpunkt des Minimalismus her. Somit betrachtet er das Energiesparen immer mit, wenn auch die Hauptlinie seiner Arbeit eher die Aspekte Sehen, Wahrnehmen und Empfinden berührt. Gruber plant nicht die dekorative Beleuchtung mit prächtigen oder filigranen Lampen(-schirmen), sondern die Lichtwirkung.

Planung spart Geld

Mit „Planung“ ist schon ein Gutteil seiner Philosophie beschrieben. Denn wer plant, kennt die Nutzung eines Raumes und der verschiedenen Zonen darin, er kennt die Farben und Materialien, ist mit der gesamten Umgebung und mit dem einfallenden Licht vertraut. Sprich: er weiß, was er will, und er wird nicht wenig später eine Investition durch Erweiterung, Nachbesserung oder Austausch unnötig verteuern müssen.

Alternative Beschreibung
Heiko Gruber.
Fotos: Thomas Gierse
Die frühzeitige Planung erlaubt erst Grubers bevorzugten Lichteinsatz: mit dem eingebauten, in der Wand „versteckten“ Lichtkörper. „Ich arbeite eigentlich nur mit dem, was später zählt, dem Leuchtmittel“, sagt Gruber. Das Lampendesign müsse man dann nicht mitkaufen: Diese Kosten können entfallen.

Durch solchen Lichteinsatz an Rändern, in Nischen oder Spalten erhält ein Raum Strukturen, die man mit einer einzigen großen Lichtquelle in der Deckenmitte nicht hervorheben könnte. „Das ist nichts anderes, als im Kulissenbau gemacht wird. Da wird auch Licht so eingesetzt, wie es für die Theatralik notwendig ist.“ Das lasse sich sehr gut in den privaten Bereich übernehmen, sofern der Kunde weiß, was er will und er den Planer in einem Stadium dazuholt, wenn Leitungen noch verlegt werden können.

Wer es sich zutraut, die Nutzung kleinteilig zu definieren, kann dann auch festlegen, an welcher Stelle auf dem Tisch mittels Punktstrahler das Licht fürs Lesen auftreffen soll. Diese Festlegung schafft durch Einsparung andere Freiräume: „Hier kann ich Energie sparen, weil ich mich auf einen gewissen Punkt im Raum festlege“, erläutert Heiko Gruber.

Gemütlichkeit ist eine Frage der umgebenden Materialien

Minimalismus dieser Art könne auch gemütlich wirken, versichert Gruber. Hier spielen die benachbarten Oberflächen und die darauf abgestimmte Lichtfarbe hinein. Holz wirke per se wärmer als eine weiße Wand, muss aber mit der richtigen Lichtfarbe kombiniert werden, um Fehlfarben zu vermeiden. Hier die richtige Wahl zu treffen, ist eine Frage von Erfahrung und Berechnungen, und wird den Kunden am besten durch eine Bemusterung vorgestellt.

Wenn es darum geht, Kunstgegenstände ins rechte Licht zu setzen, scheiden bestimmte Leuchtmittel aus, erläutert der Lichtplaner. Die farbgetreue Wiedergabe ist mit LEDs weniger gut möglich als mit Halogenlampen. Außerdem sollte zum Schutz des Kunstwerks das UV-Licht ausgefiltert werden können.

Bei Grubers Verständnis von Beleuchtung treten die Lichter in den Hintergrund. Sie können im nicht beleuchteten wie auch im beleuchteten Zustand eine Skulptur, etwas Graphisches darstellen. Das gilt auch für Leuchtstoffröhren, die heute in stark verschlanktem Profil und in warmen Lichtfarben auf dem Markt sind.

LEDs sind die Leuchtmittel mit der kleinsten Einbautiefe, und dennoch passen sie nicht überall hin. Bei Stauwärme fallen sie früher oder später aus, weshalb etwa Holz als Träger für ein LED-Leuchtenband denkbar ungünstig ist.

„Das LED hat nur da Sinn, wo es lange brennt“, ständiges An- und Ausschalten werde die Technik nicht lange mitmachen. Wo es aber darum gehe, permanent zu beleuchten, seien LEDs unter dem Aspekt der Effizienz – sofern die Lichtfarbe stimmt – die erste Wahl.

Schienensystem als Alternative in der Mietwohnung

Was also tun, wenn ich mein Zuhause – etwa eine Mietwohnung – elegant und effizient beleuchten möchte? Schauen, ob mit einem Schienensystem in der Nähe einer Steckdose ein Aufbausystem installiert werden kann, das wie eine Verlängerung horizontale und vertikale Installationen ermöglicht. „Damit kann ich spielen und verschiedene Positionen festlegen“, so Heiko Gruber.

Auf jeden Fall sollte man zu Anfang etwas Zeit und Geld investieren, um zu ergründen, was denn gewollt ist. Eine vernünftige Planung spare Lichtquellen ein, so ist Gruber überzeugt, und dies schlage sich beim Einkauf wie auch beim Stromverbrauch positiv nieder.

So werde die persönliche Ökobilanz dadurch beeinflusst, dass man weniger Lampen habe, die gescheiter angebracht sind, wodurch der unmittelbare Nutzen wie auch der Wohlfühleffekt steigen. Dabei gelte ein Grundsatz für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, in puncto Beleuchtung etwas zu erneuern: „Licht muss man sehen. Licht kann man nicht aus dem Katalog kaufen.“ 

Thomas Gierse



Die Serie entsteht in Kooperation von hanz-online.de und RWE Vertrieb AG.


Im nächsten Serienteil geht es am Montag, 4. November, um Elektromobilität. Wir stellen einen Fahrer und sein Auto vor.



Bereits veröffentlicht

Alternative Beschreibung
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#2013Energie