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Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Mai

Abdrift in die Nachbarschaft - was tun im Schadensfall?

Abdrift in die Nachbarschaft - was tun im Schadensfall?
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen - im Mai.

Unter Abdrift verstehe ich hier das Verwehen von Spritzbrühe in Bereiche, wo diese nicht hingelangen soll. Es gibt Schadensfälle, da wurde sie über 10 km verweht. Natürlich ist Abdrift auf dem Weg des Abschlämmens von behandelten Flächen auch möglich. Im Garten sind solche Vorkommnisse aber eher selten.

Vorneweg stelle ich die Behauptung auf, dass ein verantwortungsbewusster Anwender auf gar keinen Fall diese Abdrift absichtlich produziert. Es handelt sich also um ein - ich nenne es mal - unglückliches Geschehnis. Keiner von uns mag eine Ladung Spritzbrühe auf seinem Frühstückstisch oder nicht identifizierbare Sprenkelungen auf seinem Obst oder Gemüse im Garten. Ich denke hier nicht nur an die Landwirtschaft, die ihre Probleme mit Nachbarschaft zu Wohngebieten hat.

Auch der geneigte Kleingärtner kann zu Unmut in seinem Umfeld beitragen. Der Vollständigkeit halber - auch auf andere Bereiche wie öffentliche Wege, Gewässer etc. - hat der Anwender Abdrift zu vermeiden. Es wäre nicht das erste Mal, dass Unkrautmittel über die Grundstücksgrenze gelangen und beim Nachbarn auf irgendeine Art und Weise schädigen. Ich spreche von einem Unfall bzw. Missgeschick. Aktives über die Grenze spritzen, um lästigen Pflanzenwuchs einzudämmen, ist eh eine strafbare Aktion.

Auch Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) oder Mittel gegen Schadinsekten (Insektizide) schließe ich mit ein. Wenn ich meine Tomaten ernten will, hab ich keinen Spaß mit irgendwelchen weißen oder grünlichen Flecken drauf. Vor allem, da ich mir ja sicher bin, nicht gespritzt zu haben. Beziehungsweise ich habe die nötige Wartezeit zwischen Spritzen und Ernten eingehalten. Mir ist schon klar, dass es nicht immer so leicht ist. 
Ich nenne ihnen in meinem Beitrag ein paar Alltagstipps, um Ungemach vorzubeugen. Letztendlich können Polizei, Rechtsanwalt und Gericht unsere Nachbarschaftsbeziehungen auch nur bedingt regeln. Wer sich mal so richtig verkracht hat, weiß,da ist es rum mit dem Spaß. Ein halbwegs normales Umgehen im Lebensalltag wird schwierig - wenn nicht unmöglich. Jeder fühlt sich irgendwie schlecht davongekommen, auch der vermeintliche Gewinner.


Also: erstmal im Fall der Fälle, es ist irgendwie eine Abdrift passiert:

Suchen sie das Gespräch. Unabhängig davon ob Verursacher oder Geschädigter. Die im Haus- und Kleingarten zugelassenen Mittel stellen auch bei Verwehung keine tödliche Bedrohung dar. Aufpassen, ich verharmlose das nicht. Aber gesunder Menschenverstand ist hier gefragt und keine Hysterie. Es handelt sich nicht um einen Kriegsfall. Obwohl die Situation oft so behandelt wird. Unabhängig davon, ob ich biologisch lebe und der andere meine Lebenseinstellung nicht teilt. Im Gegenzug ist er für mich ein Umweltmörder. Gefühle kochen hoch und überhaupt ist der andere immer der Böse. So entsteht im Extremfall die Spirale des Schreckens. Ab da ist es egal, ob es sich um ein zugelassenes, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Rapsölbasis gehandelt hat oder ein zugelassenes, chemisches Mittel verweht wurde.

„Jetzt haben wir alle schon Atemprobleme und Allergien bekommen“. Dann kommt noch hie und da ein Tipp von Bekannten hinzu. Die hatten so was auch schon mal. Überhaupt, jetzt ist alles vergiftet. Was kann der Anwender vorneweg tun, um diesen Horrorszenarien vorzubeugen?
  • Achten Sie auf die richtige Pflanzenschutzmittelauswahl.
  • Nur für den Haus- und Kleingarten zugelassene Präparate dürfen in ihrem grünen Reich zum Einsatz kommen.
  • Ist eine Pflanzenschutzmittelanwendung unumgänglich?
  • Lesen Sie die Gebrauchsanleitung - und zwar komplett. Da steht mehr drin, als nur gegen was das Mittel hilft und wie viel genommen wird.
  • Achten Sie auf das Wetter. Wind verweht den Spritznebel.
  • Bei starker Sonneneinstrahlung kann es zum Verdampfen der Mischung kommen. Dann sind auf einmal Schäden da - auch ohne Wind.
  • Halten Sie Abstand zum Nachbargrundstück.
  • Schirmen Sie bei Bedarf mit Folie oder sonstigem Material zum Nachbarn hin ab.
  • Sie können den Nachbar vor der Pflanzenschutzmaßnahme informieren.
  • Falls doch was passiert, nicht das Genick einziehen und so tun als wäre nix. Hingehen und reden.
  • Die Beteiligten/Betroffenen sollten mit gutem Willen die Angelegenheit angehen. 
Es ist durchaus machbar, sich gütlich zu einigen. Nach meiner Auffassung spritzt kein normaler Mensch mit Absicht unkontrolliert durch die Gegend. Falsche Einschätzung der Situation: Da kam plötzlich doch Wind auf. Ich dachte, das bekomme ich noch hin. Jeder von uns kann deshalb mal der Schadensverursacher sein.


Keine nachbarschaftliche Beziehung

Ist eine Regelung auf gut nachbarschaftlicher Beziehung nicht möglich, kann es schwierig werden. Beweissicherung mit Bildern, Pflanzenproben, Polizei, Anzeige, Schiedsmann, Rechtsanwalt, Gericht, Schadensersatz und rum ist es mit halbwegs guter Nachbarschaft.

Sind ein paar Tomaten, ein Korb voll Äpfel und drei Salatköpfe das wert? Manchem schon. Solche Nachbarn hat kaum einer gern. Aber die „Wildsau“, die im Garten mit allen möglichen und besonders unmöglichen Pflanzenschutzmitteln ohne Rücksicht auf Verluste rumaast, braucht auch keiner von uns.

Mit dem angebrachten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tun sich zwar immer mehr Menschen schwer - häufig aus Unkenntnis, Internet sei kein Dank. Wer damit ordentlich schafft, ist ein genauso guter Nachbar wie der mit seiner „Wildnis“ im Garten. Ich sag’s mal so: Jeder kann ein verständnisvoller Nachbar sein.

Wer der Abdriftproblematik als Verursacher aus dem Weg gehen will und sich daher für biologische Bewirtschaftung entscheidet, hat es leichter. Aber auch hier gilt: Zugelassene, biologische Pflanzenschutzmittel und Stärkungsmittel sind in Ordnung. Selbst zurecht gemischte Hausmittel zur Bekämpfung gehen gar nicht.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
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