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Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im November

Bäume fällen auf eigenem Grund und Boden

Bäume fällen auf eigenem Grund und Boden
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen im November.

Bäume fällen auf eigenem Grund: Keine Sorge ich komme jetzt nicht mit Fällschnitt, Fallrichtung und Fällkerbe daher. Das sollten sie vor einem „Kettensägenmassaker“ in ihrem Bereich im Griff haben oder einen Profi beauftragen. Mir geht es um die Punkte Sicherheit: Warum muss der Baum weg, Naturschutz und Baumschutzsatzung.

Keinem von ihnen muss ich die Gefährlichkeit einer Kettensäge erklären. Komisch, wer da trotzdem in halber Freizeitkleidung schnell mal was wegschaffen will. Was soll da passieren? Ratsch, schon ist die Säge weggerutscht und so eine Jeans hat halt nur einen sehr begrenzten Schutzeffekt. Da haben mir gut ausgebildete „Kettensägenmänner“ imponiert. Die gehen halt richtig gewissenhaft vor. Weil sie es gelernt haben. Bis zu einem gewissen Maß ist das auch für den Privatmann möglich. Erst mal Gehirn einschalten, schauen was Sache ist, Plan machen, Schutzkleidung anziehen und dann erst loslegen.

Natürlich sollte das Werkzeug in ordentlichem Zustand sein. Rutschende Kettenbremse, wackeliger oder gar fehlender Schutz sind nicht vertrauenserweckend. Alleine Fällarbeiten durchführen, muss wegen der Unfallgefahr wirklich nicht sein. Bevor mit diesem gefährlichen Werkzeug gearbeitet wird, ist ein Lehrgang eigentlich selbstverständlich.


Schauen wir uns einige Punkte vor der eigentlichen Arbeit an.

Warum muss ein Baum weg?
  • Sicherheit: Er ist krankheitsbedingt nicht mehr standfest genug. Auch als Privatperson habe ich eine Verkehrssicherungspflicht. Baum pflanzen und das war es, geht so nicht. Der Besitzer kann für Schäden haftbar sein.
  • Durch seine Größe ist der Sicherheitsabstand zu Gebäuden und Stromleitungen nicht mehr gewährleistet.
  • Seine Wurzeln verursachen Schäden an Mauerwerk, Wegen, Kanal usw.
  • Es gibt rechtliche Probleme mit der Nachbarschaft.
  • Eine Baumaßnahme steht an und da stört das Teil.
  • Der Gartenbereich wird neu gestaltet.
Solche Fällarbeiten sind gut in der Winterzeit durchführbar. Es brüten keine Vögel und der Boden ist bei Frost gut begehbar. Laubbäume haben keine Blätter, was den Einblick erleichtert. Zusätzlich ist jetzt eine arbeitsärmere Gartenzeit.

Einen Sicherheitsaspekt zum eigentlichen Baumfällen muss ich aber noch loswerden: Achten sie auf das Wetter. Vor allem wenn es stark windet. Je nach Größe des Baumes entscheidet das, ob die Maßnahme ohne Schwierigkeiten durchführbar ist. Ein paar kleine Obstbäume sind da nicht das Problem. Ein 15 m hoher und entsprechend breiter Nadelbaum ist da ein anderes Kaliber. Bei starkem Wind macht das schon richtig Schwierigkeiten mit der Fallrichtung. Plötzlich verdreht der sich durch eine Böe und fällt schlagartig ganz wo anders hin. Selbstverständlich können sie den Stamm auch Stück für Stück von oben nach unten wegnehmen. Ist trotzdem nicht ungefährlich.

Wer jetzt denkt, auf meinem Grund und Boden kann ich schalten und walten, also fällen wie ich will, befindet sich da durchaus auch mal im Irrtum. Viele Städte und Gemeinden haben Baumschutzsatzungen. Diese regeln ab, welcher Größe, Durchmesser, Alter usw. Gehölze entfernt werden dürfen. Grundsätzlich macht es Sinn, bei der zuständigen Verwaltung, bei Bürgermeistern oder der Kreisverwaltung nachzufragen. Manchmal stehen Bäume auch auf öffentlichen Flächen - ohne Kenntnis des vermeintlichen Besitzers. Da fällt mir z.B. das Bachufer ein. Versehentlich glaubt der Gartenbesitzer, dass der Bereich noch zu ihm gehört. Ohne böse Absicht ist da ein ganz herbes Erwachen möglich. Die Variante absägen und fertig, praktisch wo kein Kläger da, kein Richter, empfinde ich als mutig. Die gängigen Obstbäume oder eine kaputte Thuja im Garten fallen normal nicht unter diesen Schutzstatus.


Schnitt- und Fällarbeiten betreffen die freie Landschaft

Besonders landschaftsprägende Bäume oder sogar als Naturdenkmal eingestufte genießen einen erhöhten Schutz. Hier ist im Bedarfsfall eine Sondergenehmigung notwendig. Das geht nicht auf die Schnelle. Da kommt auch die zuständige Behörde mal vor Ort, um das zu begutachten. Je nach Sachlage kann eine Ersatzpflanzung verlangt werden.

Haben sie schon mal was von Grenzbäumen gehört? Wie der Name schon sagt, das Teil steht auf einer Grundstücksgrenze. Damit gehört der Baum mehreren Personen. Diese Eigentümer müssen der Wegnahme zustimmen. Ähnlich verhält es sich bei Bäumen in Gärten, die von mehreren Mietparteien genutzt werden. Eigenmächtiges Handeln zieht dann durchaus Schadensersatz nach sich.

Zu guter Letzt muss ich noch ein weitverbreitetes Missverständnis aufklären: Jedes Jahr tun Experten in den Medien ihre Meinung zum Schnitt bzw. Fällen von Bäumen und Hecken im Garten kund. Da geistert ein Schutzzeitraum vom 1. März bis 30. September rum. In dieser Zeit dürften keine Schnitt- und Fällarbeiten stattfinden. Das betrifft die freie Landschaft. Also Bäume, Windschutzhecken und Vergleichbares auf Äckern oder am Rand von Straßen und Wegen. Mit meinen Worten gesprochen: Innerhalb geschlossener Bereiche, in ihrem Garten im Dorf, in der Kleingartenanlage können unter bestimmten Voraussetzungen diese Maßnahmen durchgeführt werden (§ 39, Bundesnaturschutzgesetz).

Überlegen sie mal, wie die ganzen Garten-, Landschaftsbaubetriebe ihre Arbeit, u.a. ihren jährlichen Heckenschnitt, sonst erledigen sollen. Ich erwarte natürlich von jedem Gartenfreund Rücksichtnahme auf Tiere, die bei seiner Schnittaktion in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Brütenden Vögeln sägt kein Naturliebhaber den Ast weg. Da schafft man weiträumig drumrum. Wenn denn die Aktion unbedingt in diesem Zeitraum sein muss. Was oft zu überlegen ist.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
[email protected]