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Den Garten aufgeben, was dann?
Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Dezember

Den Garten aufgeben, was dann?

Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen.

Für einen leidenschaftlichen Kleingärtner ist das der GAU: größter anzunehmender Unfall. Warum, wieso, weshalb? Egal, es geht nicht mehr. Da wurden Hüfte und Knie nochmal operiert, damit das Bücken wieder besser funktioniert. Trotzdem klappt es nicht mehr so wie früher. Ist halt alles irgendwann mal endlich. Über Jahre haben die Betroffenen gekämpft, sich auch teilweise gequält. Nicht nur körperlich. Gerade Herz bzw. Seele hängen an dem Flecken Erde. Meinem/unserem Stück, auf dem Schweiß ohne Ende vergossen wurde, Spaß und Freude herrschte, aber auch Misserfolg verkraftet sein wollte. Zum Ende hin erscheint fast alles irgendwie doch gut gewesen zu sein. Verherrlichend will ich es nicht nennen, doch an das Gute erinnern wir uns. Das eher Unangenehme geht irgendwie verloren. Dann die Frage, zum tausendsten Mal, können wir nicht doch weitermachen? Nein!

Diese Entscheidung kam in vielen schlaflosen Nächten und was weiß ich, wie, wo noch zustande. Sogar Hilfskräfte kamen gegen Bezahlung zum Einsatz. Zuerst für das Grobe. Baum- und Heckenschnitt, Fällarbeiten sowie die Entsorgung. Nach und nach wurde es mehr. Rasen- und Rosenpflege. Pflanzarbeiten im Frühjahr und Herbst. Der Teich musste gesäubert werden und Pflanzenschutz war auch nötig. In den heißen Sommermonaten hat das Gießen mehr geschlaucht wie früher. Selbst beim Ernten kam der Spaß nicht mehr so richtig raus. Es gab mal Zeiten, da hat jedes Kilo Obst oder Gemüse unsere Stimmung gehoben. Jetzt herrscht eher das Gefühl vor, hoffentlich bin ich bald fertig. Wo soll das Zeug alles hin? Das Alter holt auch den Gärtner ein. Gibt es einen ordentlichen Ertrag, beglücken wir die Nachbarschaft. Nur irgendwann reichen denen die Zucchini auch. Mal wieder doch zu viel angebaut. Letztes Jahr gab es nicht diese Mengen. Irgendwie geht durch die körperliche Erschöpfung der Überblick etwas verloren.

Gut, ändern wir die Bewirtschaftungsform, sofern das machbar ist. Nicht mehr so viel Nutzgarten, vergrößern wir halt den Zierpflanzenbereich. Rasen, Rosen, Rabatten und ein paar passende Gehölze. Selbst ein Steingarten wird, zumindestens teilweise, ins Auge gefasst. Eigentlich soll unser Garten ja ein umwelttauglicher sein. Ein größerer Teich ging auch. Alles verständlich, nachvollziehbar, in Ordnung. Sie könnten bestimmt noch etliche Überlegungen aufzählen die die Gartenaufgabe hinauszögern. Nur mit Mitte/Ende Siebzig ist es keine Schande, nach Jahrzehnten der Bewirtschaftung, aufzuhören. Mir persönlich ist es egal, ob die Betroffenen aus gesundheitlichen Gründen oder weil der Spaß, die Lust am Gärtnern nicht mehr da ist, aufhören. Selbstverständlich stehen noch andere, manchmal sehr persönliche Ursachen im Raum.

Es ist soweit, die letzte Gartensaison ist rum. „Was machst du dann jetzt mit der vielen freien Zeit?“ Eine gängige Frage. Genau das, ich hab die jetzt frei. Sie wird mir nicht mehr vom Wetter, Pflanzenwachstum, Ernte, Pflege, Verarbeitung vorgeschrieben. Was wär ich so gern mal mit nach Bayern oder Südtirol gefahren. Ging nicht. Genau da muss ich mein Gemüse gießen, Unkraut bekämpfen, auch das erste Obst steht zur Ernte an. Im Sommer kann ein Gärtner nicht wegfahren. Bum, so ist das. So war das - bis jetzt. Unabhängig von der Lebenserwartung und der Gesundheit kann ich aber meiner Gartenlust noch im Kleinen frönen. Ein paar Salatköpfe, Kräuter und Blumen gehen auch auf dem Balkon. Gartenreisen bieten mir nach wie vor die Möglichkeit meine grüne Seele zu beruhigen.


Garten ist Herzenssache

Die Apfelblüte im alten Land, Mandelblüte in der Pfalz. Was spricht gegen größere Gartentouren ins Ausland. Wer nicht selbst fahren will, findet unzählige „grüne Angebote“. All das hilft gegen den Schmerz in der Brust. Der kann eine ganze Zeitlang anhalten. Gemein an ihm ist aber, er flammt immer mal wieder auf. Gerade wenn Mann/Frau glauben, es hat sich gegeben. Nach meiner Erfahrung geht dieser Rückkehrschmerz aber immer mehr zurück. Sowohl in seiner Heftigkeit als auch in seiner Häufigkeit. Wir müssen loslassen. Egal wie schwer es anfangs fällt. Es wird besser. Weil früher oder später kapieren wir, dass es die richtige Entscheidung war. Es gibt auch ein Leben ohne hunderte Quadratmeter Verpflichtung. Die haben uns lange von anderen schönen Dingen abgehalten. Die wir jetzt erst so richtig bemerken. Allerdings ist es angebracht seine sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten.

Was gab es für schöne Gespräche über den berühmten Gartenzaun. Fachgesimpel, genauso wie Privates, Verabredungen treffen etc. Jeder ist nun in der Pflicht, sich zu engagieren, um nicht zu vereinsamen. Nicht lachen, solche harten Brüche gibt es. Ob es angebracht ist, den Garten ab und an zu besuchen, kann ein zweischneidiges Schwert sein. Einmal hilft es beim Abstand finden. Beim nächsten Mal brechen praktisch alte Wunden wieder auf. Ich wiederhole mich, Garten ist eine Herzenssache. Da kommen Gefühle hoch. Wer eben noch schmunzelt, soll mal in sich gehen und überlegen wie er empfinden könnte. Ich persönlich bin für die harte Nummer. Garten abgeben und Schluss! Meine Oma, Mutter und Vater haben lange getrauert.

Alles was sie hier gelesen haben, ist keine Erfindung von mir. Diese Gedanken zu einem eher nicht so gängigen Gartenthema mache ich nach Gesprächen mit Menschen, die ihr grünes Paradies sehr lange bewirtschaftet haben. Ihnen ist aber, aus welchen Gründen auch immer, klar geworden, es geht so nicht mehr weiter. Eine klare Lösung muss her. Genau um diese Jahreszeit können sie in Ruhe einen Entschluss fassen. Bevor die neue Saison anfängt und sie wieder an ihre Grenzen gehen müssen. Jetzt kann ein endgültiger Schlussstrich gezogen werden. Bevor sie sich abermals ärgern, weil es doch nicht mehr leistbar ist. Im Winter können auch Freizeit-, Reisepläne geschmiedet werden, anstatt Pflanzenkataloge zu wälzen. Wobei der eine oder andere Blick ins neue Gartenmagazin. Sie verstehen mich. Wir verwandeln uns ja nicht in Gartenhasser. Es ist halt nun einfach anders.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
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