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Der Regenwurm - Wunderwaffe für den Boden
Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im Oktober

Der Regenwurm - Wunderwaffe für den Boden

Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps im Oktober für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen.

Mehr Regenwürmer braucht das Land - natürlich meine ich damit unser Gartenland, unseren Gartenboden. Selbstverständlich ist eine gute Regenwurmdichte auf den landwirtschaftlichen Flächen ebenfalls ein ganz wichtiger Fruchtbarkeitsfaktor. Wir kümmern uns aber um unsere „Äcker“. Wie ist denn so die Lage bzw. die Situation des klassischen Regenwurms bei uns? Erst mal so einige grundsätzliche Informationen: Der Wurm, den wir meistens sehen, ist der Tau- oder Aalwurm. In der Fachsprache heißt dieser Bodenarbeiter Lumbricus terrestris.

Regenwürmer sind wie Schnecken Zwitter. Jedes Tier ist also irgendwie Männchen und Weibchen. Bevor sie sich vermehren können vergehen 1 bis 2 Jahre. Theoretisch können sie bis zu 8 Jahre alt werden. Was bei ihren vielen Feinden, u.a. Maulwurf, Igel, Spitzmaus, allerdings kaum möglich ist. In Deutschland sind nach Angaben des WWF 46 Regenwurmarten Zu Hause. Die Mehrheit wird als sehr selten eingestuft.

Etwas übertrieben kann man den Regenwurm als Wunderwaffe für den Boden bezeichnen. Er dringt locker einen Meter tief in den Boden vor. Manchmal noch weiter. Damit schafft er Poren, Gänge, durchlüftet, sorgt für Wasserabfluss und durchmischt den Boden. Er schafft es sogar, kleinere Pflanzenteile, wie Blattstücke, Teile von Zweigen, Halme vom Rasenschnitt in seine Röhren zu ziehen, um sie dort zu verarbeiten. Zusätzlich helfen seine Röhren den Pflanzenwurzeln beim Vorwärtskommen. Heißt also für den Gärtenfreund: Pflege den Wurm und deinem Boden geht es gut.

Oft sieht man nach Starkregen, Pfützen auf den Flächen stehen. So was ist schlecht für Boden und Bodenlebewesen. Wasser bis zum Überlaufen und kaum Luft im Boden ist absolut schädlich. Hier muss eine Bodenverbesserung stattfinden. In solchen verdichteten Flächen stößt auch der unermüdliche Regenwurm an seine Grenzen. Also in trockenem Zustand tief lockern und je nach Bodenart entsprechend mit Zusätzen verbessern. Gleich mal zum Spaß verderben: Eine nachhaltige Bodenveränderung dauert Jahre und muss regelmäßig wiederholt werden. Egal welches Wundermittel in den bunten Seiten aller möglichen Zeitschriften, im Fernsehen, im Radio und sonstigen Medien hochgejubelt wird. 


Leisten Erstaunliches

Auch für das Gärtnern auf eigener Scholle gilt: Keine Bearbeitung bzw. Begehen in nassem Zustand. Heißt, es sieht oft an der Oberfläche trocken aus. Aber ab 5 cm ist es noch nass. Ich spreche von nass, nicht von feucht. Sie und ich kennen den Unterschied. Trotzdem ist die Gefahr uns zu frühzeitigem, schädlichem Schaffen verleiten zu lassen immer da. Och es passt heute aber, ich hab Zeit, in nächster Zeit wird es eher knapp, usw. Bums, schon ist der erste Schritt getan. Mit der Zeit verschlimmert sich das noch. Weil oberirdisch können wir noch mit diversen Geräten lockern. Tiefer, im 20cm-Bereich, geht aber die verhärtete Trennschicht vielleicht erst richtig los. Der Druck setzt sich nach unten fort. Dann rennt der Wurm erstmal gegen eine Wand. Klar mit seiner Beharrlichkeit schafft er noch manches.

Förderlich ist das für ihn und unsere Flächen aber nicht. Gerade die Tiefgräber, wie unseren Tauwurm, benachteiligt das. Natürlich gibt es auch Regenwürmer, die in der oberen Bodenschicht, um 30 cm, aktiv sind oder in erster Linie im Kompost arbeiten. Die nutzen zur tieferen Lockerung und Durchmischung unseres Gartenbodens nur nicht all zu viel. Sorgen wir in unseren Beeten für eine generelle „Regenwurmfreundlichkeit“ hilft das erstmal allen. Sie leisten Erstaunliches: Auf einem Quadratmeter Wiese bauen sie Tunnel, die bis zu 4 km Gesamtlänge erreichen.

Auszählungen auf landwirtschaftlichen Flächen zeigen große Schwankungen, was die Regenwurmdichte betrifft. Ungünstige Äcker haben 30 Tiere pro Quadratmeter. Andere gepflegte Flächen zeigen bis zu 400, sogar 600 pro Quadratmeter. Wichtig sind vor allem ein ständiger Nachschub von organischer Substanz und ein erhöhter Kalkgehalt. Blanker Boden ist nicht gut. Gründüngung, Zwischenfrucht, System Immergrün ist hilfreich. Wurzeln lockern natürlich auch den Boden, helfen dem Wurm aber auch als Futter. Regenwürmer können schlimmstenfalls verhungern.

Aus all diesen Punkten können wir folgendes für einen regenwurmreichen Gartenboden ableiten: Humusreicher, lockerer, Boden mit einem ph-Wert (Kalkgehalt) zwischen 6 und 7 ist gut. Möglichst nur lockern, ohne zu wenden. Wer unbedingt umspaten will/muss, kann es ja mal ein über das andere Jahr probieren. Bodenbearbeitung nur bei passender Beschaffenheit (keine Nässe). Kein unbedeckter Boden. Zwischenfrucht, Gründüngung, Mulch einsetzen. Sehr behutsamer Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Bevorzugung von organischen Düngern.

Für uns Kleingärtner bedeutet das, wir wissen es eigentlich schon lange: Bodenpflege, Bodenpflege und nochmals Bodenpflege.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
[email protected]