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 Die Maulbeerschildlaus - ein hartnäckiger Schädling
Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad im April

Die Maulbeerschildlaus - ein hartnäckiger Schädling

Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen im April.

Es gab mal eine Zeit, da war eine Schildlaus halt eine Schildlaus. Entsprechende Pflanzenschutzmittel wirkten und der Gartenfreund konnte zufrieden sein. Mittlerweile haben Tierchen unsere grünen Oasen erreicht, die wesentlich härter im Nehmen sind. Es ist für die Betroffenen erstmal egal welche Ursachen für ihr Auftreten sorgen. Hat sich die Maulbeerschildlaus an einem Gehölz „festgebissen“, braucht es einigen Aufwand, sie wieder los zu werden.

Ihre Herkunft ist im asiatischen Raum zu suchen. Von Italien, wo sie weit verbreitet ist, gelangte sie nach Deutschland. Hie und da kommt es vor, dass sie nicht als Schildlaus erkannt wird. Sogar Gärtner haben sie schon mit Schmier-, Woll- oder Blutlaus verwechselt. Gegen die sind die bekannten Pflanzenschutzmaßnahmen noch ausreichend wirksam. Falls bei ihnen aber die Mittel nicht wirken, ist spätestens dann eine genaue Bestimmung des Schädlings nötig. Bei sehr starkem Befall ist eine Verwechslung durchaus nachvollziehbar. Dann ist es so wie in mancher Situation beim Arzt.

Eine zweite Meinung kann helfen. Hierzu nehmen sie eine Pflanzenprobe und schicken die entweder über ihren Gärtner bzw. das Gartencenter zur Beratungsstelle einer Pflanzenschutzmittelfima. Dieser Service wird von sehr vielen Verkaufsstellen angeboten. Oder sie nehmen mit der zuständigen Gartenakademie ihres Bundeslandes Kontakt auf.  

Schwacher, rechtzeitig entdeckter Befall kann teilweise mit der Schere bearbeitet werden. Also alles was weiß ist wegschneiden und in die Mülltonne. Hier ist der Kompost oder das Häckseln und im Garten verwenden absolut nicht geeignet.


Absolute Aufmerksamkeit und hartnäckige Bekämpfun

Die Viecher würden sich nach und nach wieder aufbauen. Nach der mechanischen Bekämpfung ist selbstverständlich der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln dringend nötig. Um hier die richtige Wahl zu treffen, verlangt es zwingend nach einer klaren Empfehlung und mit Sicherheit einer mehrfachen Anwendung. Daher kann ich ihnen nur raten, sich an die Beratungsstellen für Haus-, Hobby- und Kleingärtner zu wenden.

In Kleingartenvereinen steht ihnen auch der zuständige Fachberater zur Seite. Vergessen sie die mannigfaltigen Spezialtipps aus allen möglichen Zeitungen, von ihren Bekannten und wer sonst auch immer die Sache angeblich im Griff hat. Die Maulbeerschildlaus ist keine gewöhnliche Schildlaus. Sie verlangt absolute Aufmerksamkeit und hartnäckige Bekämpfung. Ich weiß von einer Kirschlorbeerhecke, da sahen die Zweige und Triebe aus, als wären sie mit Zuckerguss überzogen.

Bei der Bekämpfung ist die Not mal wieder so groß, dass voller Verzweiflung der vorsichtige Einsatz vom Hochdruckreiniger bzw. das Abkehren mit Besen, Bürste und Drahtbürste empfohlen wird. Auch der altbekannte scharfe Wasserstrahl zum Abspülen nach dem Bürsten bleibt nicht unerwähnt.

Allerdings darf es natürlich nicht zu Pflanzenschäden (z.B. Rindenverletzung) kommen. Überlegen sie, wenn es sie betrifft, was erfolgreich machbar ist. Bei einzelnen Bäumen scheint mir eine gewisse oberflächige Entfernung durchaus möglich. Können betroffene Äste, Triebe abgeschnitten werden, auf jeden Fall weg damit.


Bekämpfungsmöglichkeit in empfindlichen Stadien

Nun ein paar Informationen zur Maulbeerschildlaus. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Pseudaulacaspis pentagon. Sie tritt seit ein paar Jahren in Deutschland unter anderem an Pfirsich, Johannisbeere, Kirschlorbeer, Birne und einigen Bäumen auf. Wie schon erwähnt, ist mit dem bloßen Auge ein hauptsächlich weißer Belag an den befallenen Gehölzen sichtbar. Das sind die Männchen. Sie haben eine längliche Form. Weibliche Maulbeerschildläuse sind rundlich geformt und in der Farbe mehr gräulich-braun, hellbraun.

Bei uns in Deutschland gibt es pro Jahr zwei Generationen des Schädlings. Jedes Weibchen kann 100 bis 150 Eier gegen Ende April ablegen. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen die Larven und verteilen sich. Weitere Möglichkeiten der Verbreitung sind Wind und Verschleppung beim Arbeiten an den Bäumen, Hecken und Sträuchern. Von Juni bis Juli schwärmen die Männchen zur Befruchtung aus.

Die zweite Generation bildet sich ab August bis Oktober. Wobei die befruchteten weiblichen Tiere überwintern. Kalte Winter haben auf dieses Stadium keinen maßgeblichen Einfluss. Nach Untersuchungen aus Baden-Württemberg verkraften sie Temperaturen bis -18 °C. Im Gegensatz dazu schädigen Kälte und Nässe die krabbelten Junglarven und Eier stärker. Einige Schlupfwespen parasitieren die Weibchen. Allerdings ohne eine satte Reduzierung zu erreichen.

Ölpräparate müssen mehrfach zum Einsatz kommen. Austriebspritzungen wirken leider nicht so gut. Selbst diese Behandlungen haben von ihrer Wirkung her noch Luft nach oben. Ölhaltige Pflanzenschutzmittel (Rapsöl) im Oktober sollen mehr bringen. Aber wenn nichts Besseres zur Verfügung steht, nimmt man was man hat. Als empfindliche Stadien gelten die jungen Larven im Zeitraum Mitte Mai bis Ende Juni und bei der zweiten Generation von Mitte Juli bis Anfang August. Also hat der geplagte Gärtner zu diesen Zeiten eine gewisse Bekämpfungsmöglichkeit. Alles was den befallenen Pflanzen grundsätzlich hilft sollte in Erwägung gezogen werden. Das sind passende Düngung, Bewässerung eventuell Pflanzenstärkungsmittel.


Fassen wir zusammen

Die Maulbeerschildlaus ist gegenüber Insektiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Insekten) äußerst widerstandsfähig. Abbürsten, Abspritzen und Wegschneiden befallener Bereiche ist eine Möglichkeit, den Befallsdruck zu verringern. Ergänzend können geeignete Mittel, auch bei geringer Wirkung, noch zum Einsatz kommen.

Um mit den momentan bescheidenen Möglichkeiten bestmöglichsten Erfolg zu erzielen, sehe ich auch die ausführliche Beratung von staatlichen Stellen für Haus-, Hobby- und Kleingärtner (Gartenakademien) als sehr wichtig an.

Halten sie ein Auge auf ihre Hecken, Sträucher und Bäume. Viel Erfolg.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
[email protected]