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Tipps von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad

Gießen bei heißem Wetter

Gießen bei heißem Wetter
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Bei hanz-online gibt er Tipps für die richtige Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen im Juli 2018.

Ich lege mich gleich zu Anfang mal aus dem Fenster: Gewässert wird im Garten, wenn es irgendwie möglich ist, morgens. Da meine ich auch morgens. Im Sommer ist ab 5 Uhr in der Früh schon was machbar. Unsere Pflanzen brauchen ja Zeit um das Wasser aufzunehmen. Auch das Einsickern in den Boden geschieht bei den morgendlichen Temperaturen wirkungsvoller.

Im Hochsommer kommt die Sonne schon ab 9 oder 10 Uhr durch. Später Nachmittag, abends oder in der Nacht sind immer eine schlechtere Wahl. Es ist dann zu heiß - sowohl die Luft wie auch der Boden. Ein Großteil des Wassers verdunstet ungenutzt. Außerdem fördert das feucht, warme Milieu Pilzkrankheiten und unterstützt Schnecken. Natürlich weiß ich als Arbeitnehmer, dass eher der Abend angenehm ist. Mann und Frau können den Tag dann so ein bisschen auslaufen lassen.

Gut, wenn es abends sein muss: Dann aber auch gleich nach dem Heimkommen. Nicht noch erst E-Mails bearbeiten, essen etc. Späte Wassergaben, evtl. sogar in der Nacht, sind schädlich. Sie fördern die schon genannten Probleme. Eigentlich weiß das nahezu jeder. Nur was ich Jahr für Jahr sehe, belehrt mich eines anderen. Der biertrinkende Hobbygärtner um halb neun Uhr abends: In der einen Hand das Getränk, in der anderen den Wasserschlauch, den Daumen draufgedrückt und mit prallem Wasserstrahl alles reihum zusammengeplatscht. Keine Erfindung, es ist oft so. Gegen Bier hab ich nix - nach der Gartenarbeit.

Seit Jahren stehen in allen möglichen Zeitschriften Hinweise zu Bewässerungssystemen. Angefangen von der Fernsehzeitung über die Tagespresse bis zuFachblätter. Natürlich schmeißt uns das Internet auch noch mit den allerbesten Informationen zu. Garten ist ein Millionengeschäft. Da ich eher sparsamer bin, äußere ich mich nicht zu den Bewässerungsanlagen. Ordentliche Auskunft hierzu erteilen die Gartenakademien. Diese Bratungsstellen für Haus- und Kleingärten gibt es in einigen Bundesländern. Ich, als Gießkannentäter, nenne ihnen meine Erfahrungen im Umgang mit dem wichtigen Rohstoff Wasser.


Wie kann ich Wasser am nutzbringendsten einsetzen?

Den Zeitpunkt des Gießens haben wir durch. Welche Menge und wie oft ist der nächste Punkt. Egal ob Blumenkasten, Rasen, Aussaaten oder sonstige Pflanzen. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist sinnvoll. Die Unterwassersetzungsaktionen und dann wieder austrocknen lassen sind nicht erstrebenswert. So produzieren wir kein pflanztaugliches Umfeld.

Tomaten platzen bei schwankender Versorgung, kennen Hobbygärtner eigentlich. Aussaaten vertrocknen, wenn sie nicht gleichmäßig feucht gehalten werden. Einmal gequollen, sterben sie unwiederbringlich ab, wenn Feuchtigkeit fehlt. Hacken hält Feuchtigkeit im Boden. Einmal hacken, spart dreimal gießen. Mulchen schattiert den Boden. Das schützt vor Hitze und auch vor austrocknendem Wind. Das kann mit Rasenschnitt geschehen oder sogar mit Unkraut. Haben wir irgendwie einfach im Garten.

Wassergaben so verabreichen, dass sie nicht von der verhärteten Bodenkruste ablaufen. Sondern kurz drüber gießen, zum Anweichen. Dann mehrfach sanft wässern. Das Gießwasser soll auf dem Beet einsickern. Läuft es weg, aufhören. Eventuell vor dem Wässern die Kruste mit Hacke, Rechen usw. aufbrechen - sickert besser ein.
Bei Aussaaten außerhalb der Fläche angießen und dann ohne absetzen über die Aussaat und außerhalb der Aussaat aufhören. Verhindert, richtig gemacht, ein verschlämmen. So wird der Auflauf erleichtert.

Wassergaben erfolgen wo möglich nicht über Kopf - also von oben über die Bepflanzung. Die wasseraufnehmenden Wurzeln sind unten. Daher muss das kostbare Nass an den Fuß. Mit anderen Worten, der Kohl oder das Obst bekommt die Feuchtigkeit an die Wurzeln auf den Boden. Erstens spart das Wasser. Es wird besser verwertet, weniger Krankheiten durch nasse Blätter. Je nach Kultur 15 bis 20 Liter pro m². Je nach Wetter 2- bis 3-mal die Woche.


Rasen: stärkere Wassermengen

Ein Blumenkasten verbraucht durchaus bis zu 5 Liter Wasser am Tag. Da kann schon 2-mal und je nach Größe Wetter und Bepflanzung auch 3-mal Wasser tagsüber gebaucht werden. Eine Gießgerät bzw. eine verstellbare Brause am Schlauch ist hilfreich. So kann der Wasserstrahl besser eingestellt werden als mit dem breiten Daumen. Um unnötiges Wässern zu vermeiden, ist eine Kontrolle der Bodenfeuchte sinnvoll. Ist der Boden in 15 bis 20 cm noch feucht, zeigt sich auch durch dunkle Färbung, reicht es noch. Nach meiner Erfahrung kann man im Zweifelsfall fast immer noch einen Tag warten.

Rasen bewässern, ist eine Geschichte für sich. Viele haben da ihre eigene Masche. Die ungünstigste, nach meiner Einschätzung, ist nahezu täglich oder jeden zweiten Tag mit Schlauch, Beregner oder sonstigem Gerät ein paar Liter Wasser aufbringen. Diese Feuchtigkeit sickert, aber nicht tief ein. Daher bleiben die Gräserwurzeln im oberen Bodenbereich. Sie haben keine Veranlassung tiefer zu gehen. Praktisch auf Wassersuche. Fallen aus irgendwelchen Gründen die häufigen Wassergaben weg oder werden knapper beginnt der Stress.

Bekommt der Rasen 2- bis 3-mal in der Woche stärkere Wassermengen dringen die auch tiefer in den Boden ein. So wachsen die Wurzeln auch tiefer. Praktisch dem Wasser hinterher. Diese Weise der Beregnung macht das Grün etwas trockenheitsunanfälliger. Es gibt auch Rasen, der grober im Blatt ist. Was ihn robuster macht. Auch kann der Rasen im Sommer etwas höher sein. Zwei Zentimeter mehr helfen schon. So entsteht eine bessere Beschattung.

Es gibt Faustzahlen die besagen unter bestimmten Voraussetzungen befeuchten 10 Liter Wasser pro m² den Boden 10 cm tief. Egal, ob Gewitterniederschläge oder der berühmte Landregen oft wird die Regenmenge falsch eingeschätzt. Starkregen bringt viel Wasser auf einen Schlag. Da läuft viel weg, bevor es der Boden aufnehmen kann. Bindfädenregen, die ganze Nacht, schenkt uns oft nur eine Erfrischung. Im Laufe des Morgens ist das meist schon wieder weg. Auf irgendeine Art den Niederschlag zu messen, ist sinnvoll. Bei mir funktioniert der klassische Regenmesser gut.


Über Bewässerungssysteme informieren

Allerdings muss der auch frei stehen. Nicht im Regenschatten von Gebäuden oder Bepflanzungen. Auch mit einem Marmeladenglas, dessen Inhalt nach dem Regen umgerechnet wird, kann man eine Erfassung durchführen. Steht der Niederschlag 20 mm hoch im Glas, sind 20 Liter Regen pro m² gefallen. Pflanzen mit dichtem Laubwerk halten schon mal das Wasser vom Boden ab.

Man hat gegossen oder es hat geregnet und trotzdem schlappen die Pflanzen eigentlich zu früh. Schauen sie mal drunter > trocken. Gerade bei Kübeln und Blumenkästen ist das schnell passiert.

Natürlich besteht die Möglichkei,t den Boden zu verändern. In Richtung mehr Wasserhaltekraft. Was aber Jahre dauert. Im Ziergarten können auch mehr trockenheitsverträgliche Pflanzen wachsen.

Vor einer Gartenneuanlage bzw. einer Umgestaltung macht es auf jeden Fall Sinn sich über Bewässerungssysteme, Regenwasserspeicher und weitere Möglichkeiten zu informieren.

Ich wünsche uns einen nicht zu heißen Sommer.


Quelle:
Hans Willi Konrad

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

eMail:
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