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Dokumentarfilm und Infoveranstaltung kamen gut an

Mehr als 200 Besucher*innen schauten sich "Unser Saatgut" an

Die Initiative „Essbares Bad Kreuznach“ zeigte am Sonntag, 3. Februar 2019, um 17.30 Uhr den Dokumentarfilm „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ im Cineplex Bad Kreuznach. 

Vor der Vorführung musste der ursprüngliche Kinosaal gewechselt werden, da wegen der Menge an Besuchern die Plätze nicht gereicht haben. Der zweite Saal war kurz darauf komplett gefüllt. 203 Besucher*innen kamen ins Kino, um den Film zu sehen. Vor dem Film hatten Besucher*innen die Möglichkeit, sich rund um das Thema Saatgut zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Dafür waren Mitglieder der einzelnen Initiativen und Organisationen reich vertreten:

Die Initiative „Essbares Bad Kreuznach“ präsentierte zusammen mit dem Projekt „Aktiv für Flüchtlinge“ und der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis An Nahe und Glan, die die Initiative 2017 angestoßen hatten, die verschiedenen Essbaren Gärten in Bad Kreuznach. Durch das Engagement vieler Menschen sind die Essbaren Gärten im letzten Jahr weiter gewachsen. Am Stand der Initiative „Biodiversität – Förderung historischer Nutzpflanzen“ konnte man sich ausführlich informieren. Die Besucher*innen konnten sich so über die Vielfalt und Erhaltung von Saatgut austauschen.

Es stellten sich die ökologische Wundererde „Palaterra“ vom Hengstbacherhof, Landschaftenschmecken aus Oberstreit mit Saatgutraritäten sowie die im vergangenen Jahr gegründete „Stiftung Lebensraum. Mensch. Boden Wasser. Luft“ vor, die gemeinsam mit den Bürgern der Region Impulse setzen will für die Schaffung nachhaltiger, vernetzter und zukunftsfähiger Lebensräume. Besucher*innen konnten das Angebot vom Netzwerk „Kreuznach für Vielfalt“ kennenlernen. 

Stefanie Bartlett vom Ehrenamtsprojekt des Ausländerpfarramtes „Aktiv für Flüchtlinge“ und Anika Weinsheimer vom Evangelischen Jugendreferat des Kirchenkreises An Nahe und Glan hatten die Veranstaltung organisiert und begrüßten mit Freude die vielen interessierten Kinobesucher*innen. Dr. Bettina Orthmann, Leiterin der Initiative „Biodiversität – Förderung historischer Nutzpflanzen“ des Landes Rheinland-Pfalz führte fachkundig in den Film ein und leitete die an den Film anschließende angeregte Diskussion.


Saatgutvielfalt nicht mehr vorhanden

Der Film hat die Besucher*innen auf eine Reise durch die ganze Welt mitgenommen und wurde von Bäuer*innen, Gärtner*innen und Wissenschaftler*innen verschiedenster Kulturen begleitet. Die Zuschauer*innen wurden durch beeindruckenden Geschichten und kraftvolle Bilder inspiriert. Saatgut gilt als unsere wertvollste Ressource und schenkt allen Menschen ein reiches Angebot der Nahrung. Über mehrere Jahrtausende wurde Saatgut von Bäuer*innen und Gärtner*innen kultiviert. Es gab unzählige Sorten wie zum Beispiel Mais, Weizen und Reis. Den Zuschauer*innen wurde deutlich, dass mehr als 90% aller Saatgutsorten bereits verschwunden sind.

Ehemals gab es zum Beispiel 544 bekannte Kohlsorten, wovon noch 28 verblieben sind. Von 55 Sorten Kohlrabi gibt es heute noch 3. Die Vielfalt des Saatguts war groß, doch durch die Übernahme des globalen Saatgutmarkts großer Biotech-Konzerne veränderte sich in den letzten Jahrzehnten enorm viel und die Menschen, besonders in den Ländern Afrikas und Amerikas, sind bedroht. Das Unternehmen "Monsanto" kaufte Bäuer*innen ihr traditionelles Saatgut ab und diese kauften neues gentechnisch verändertes Saatgut ein. Dieses bringt aber nur gute Erträge, wenn man es mit vielen Pestiziden und chemischen Substanzen spritzt. Das schränkt die Lebenssituation und die Gesundheit der dort lebenden Menschen sehr ein. Herzkrankheiten und Atemprobleme sind die Folgen. Den Bäuer*innen ist es vertraglich verboten, die Samen aus den Ernten ein Jahr später wieder einzusäen. Somit wird die Saatgutvielfalt verhindert. Den Großkonzernen geht es um eine Monokultur, die hohe und perfekte Erträge bringt, doch genau die Einzigartigkeit jedes einzelnen Samens ist viel bedeutsamer. Die Dokumentation verdeutlichte den Zuschauer*innen sehr eindrücklich, dass die Existenz und die Lebenssituation der Menschen von der Monopolpolitik der Konzerne abhängig ist.

Saatgut ist die wertvollste Ressource auf der Welt und schenkt allen ein reiches Angebot an Nahrung. Diese farbenfrohe und beeindruckende Natürlichkeit muss bewahrt und erhalten werden. Kraftvolle und beeindruckende Bilder verschiedener Samen lassen ließen die Zuschauer*innen des Films verstehen, wieso Sie mit der Bracht von Juwelen verglichen werden. Jeder Einzelne könne etwas für die Biodiversität tun: Feste Samen statt Hybride und die Saatgutvielfalt in ihrem eigenen Garten endecken.


Quelle:
Anika Weinsheimer & Isabelle Huppert
Evangelisches Jugendreferat & Ausländerpfarramt im Kirchenkreis An Nahe und Glan

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