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 "Anders" ist hier normal: Lebenshilfe nimmt Integrative Kindertagesstätte in Betrieb
Neubau mit viel Mut, Herzblut und Engagement realisiert

"Anders" ist hier normal: Lebenshilfe nimmt Integrative Kindertagesstätte in Betrieb

Bad Kreuznach, 27.04.2019
Der moderne Baukörper ist groß, und die daran geknüpften Erwartungen sind es nicht minder: In diesen Tagen ziehen die ersten Kinder in die Integrative Kindertagesstätte der Lebenshilfe ein. Der Neubau in der George-Marshall-Straße wird bis zu 64 Mädchen und Jungen aufnehmen können und – das ist neu – auch die Krippe steht beeinträchtigten Kindern offen.


Zuletzt ging alles Schlag auf Schlag. Als das Kitateam um Verena Papenfuß und Annette Jäschke vor zwei Wochen den Eltern der Kitakinder und den Lebenshilfe-Mitgliedern das Haus vorstellte, waren die Möbel noch nicht geliefert. Für letzten Donnerstag, 25. April, war der Einzug der ersten Kinder geplant, und am nächsten Donnerstag, 2. Mai, wird es spannend für zunächst sechs neue Kinder in Krippen- und Regelgruppen.
 

Jetzt im Tempo der Kinder

Ab jetzt soll alles im Tempo der Kinder weitergehen beziehungsweise so, wie es ihren Bedürfnissen am ehesten entspricht. Das „Füllen“ der Kita wird in kleinen Schritten erfolgen, mit viel Zeit für das Eingewöhnen der Kleinen (und das Loslassen der Eltern), denn für jeden ist fast alles neu. Auch für die 40 Kinder, die mit dem 14-köpfigen Team aus dem bisherigen Förderkindergarten am Ellerbach in die George-Marshall-Straße umziehen. 

Im August/September sollen alle angekommen sein, das auf dann 24 Personen erweiterte Team und die etwa 64 Kinder in einer Krippengruppe, zwei integrativen und drei heilpädagogischen Gruppen. Noch sind einige Plätze frei - Eltern dürfen sich gerne bewerben (siehe unten). Je ein Drittel der Kinder soll bis ein Jahr alt sein beziehungsweise ein bis zwei Jahre oder zwei bis drei Jahre alt, um die Übergänge in die Gruppen der „Großen“ harmonisch gestalten zu können.

Dem Ganzen liege ein „ziemlich einzigartiges pädagogisches Konzept“ zugrunde, erklärte Martina Hassel, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Bad Kreuznach, bei einem Medientermin. Nämlich wegen des zugrundeliegenden Leitbildes und wegen des außergewöhnlichen Fachpersonals mit Heilpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Psychologen. So sei es tatsächlich möglich, das einzelne Kind ins Auge zu fassen, dabei möglichst auch seine Perspektive einzunehmen und es individuell zu begleiten — so, wie es das 2018 verabschiedete Leitbild für die Begegnung mit Groß und Klein vorsieht.
 

Jeder ist anders, und das ist gut so

„Wenn jetzt diese Fördermöglichkeit mit diesen tollen Leuten integrativ wird, kommt dies natürlich allen Eltern und allen Kindern zugute“, schwärmt Martina Hassel. Was auf Seiten der Lebenshilfe-Mitarbeiter*innen „eine Haltung und eine Professionalität“ sei, kommt bei den Kindern als ein Erlebnis an, nämlich zu erleben, dass jeder anders ist und anders sein nicht schlimm ist. 

Die Mischung aus Heilpädagogik, Integration und Krippe sei das Besondere an der Lebenshilfe-Kita, betont Verena Papenfuß, die Lebenshilfe-Kita sei ein Haus für alle Kinder. Das gebe es nicht häufig. Als Heilpädagogin, die in Regelkindergärten gearbeitet hat, sei ihr der Unterschied bewusst. „Für mich ist es das Anliegen, hier umsetzen zu können, was mir und der Lebenshilfe ganz wichtig ist, nämlich ein Boot zu bauen, eine Art Perspektivenschiff.“ Auszubalancieren wenn es schaukelt – das sei wesentlich in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch für Menschen ohne Beeinträchtigung. „Es geht darum zu erkennen, dass jeder Mensch individuell ist, so wie er ist, ob mit oder ohne Beeinträchtigung.“

Wenn man diesen Pfad beschreite sei es schließlich gleichgültig, wie man den Weg benenne, ob als Intregration, Inklusion oder wie auch immer, „weil wir in unserer pädagogischen Arbeit jeden da abholen, wo er steht. Und dann ist es irrelevant, ob da eine diagnostizierte Beeinträchtigung vorliegt oder nicht.“

Dass sie auf diesem „Perspektivenschiff“, diesem „Pilotprojekt“ nun mit ihrer Kollegin Annette Jäschke das Steuer in der Hand halte, stimmt sie selbst, ihre Kollegin und den Lebenshilfe-Vorstand glücklich. Verena Papenfuß sieht eine große Verantwortung, aber auch einen großen Spaß auf sich zukommen, „Spaß allein schon an dem tollen Haus mit einem tollen Team“, was es in dieser multiprofessionellen Zusammensetzung selten gebe. „Das macht einen so richtig stolz.“

Thomas Gierse


 
Hintergrund

Persönliches Engagement trägt das Projekt

Die Lebenshilfe Bad Kreuznach e.V. hat 290 Mitglieder und baut mit einem Volumen von rund 4,9 Mio. € eine Integrative Kindertagesstätte. Ohne großen Mut, viel Herzblut und jede Menge auch ehrenamtlich geleistete Arbeit geht das nicht. Als Motor des Ganzen kann wohl Martina Hassel bezeichnet werden, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe. Ihr zur Seite steht ein im November 2017 neu gewählter Vorstand, der seinerzeit unmittelbar „ins kalte Wasser“ sprang, wie Schatzmeisterin Heike Zensen es ausdrückt. Sie und Kurt Lorenz, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, befinden: "Wir finden es bemerkenswert, was wir alle zusammen für die Kinder geschaffen haben. Es hat sich gelohnt!"

Schwierige Entscheidungen habe man treffen müssen, „das war ein harter, langer Weg“. Wobei der Hausbau und das Nutzungskonzept zusammengehören: Wo und wie wird gekocht? (Alles frisch – der Integrationsbetrieb „Salinchen“ bereitet in seiner Küche alles vor und kocht dann in der Kita). Wer isst mit? (Aus Prinzip immer alle). Können Kinder sich an der Zubereitung beteiligen? (Ja, noch fehlt zwar die Kinderküche, aber die Hoffnung auf Spenden ist groß). 

Dass das gesamte Haus rollstuhlgerecht geplant und ausgeführt ist, von den speziellen Parkplätzen bis zu den Sanitärräumen, wird mutmaßlich als selbstverständlich vorausgesetzt. Wobei natürlich in allen Details Kostenfallen liegen, die es zu berücksichtigen und auszugleichen galt. Dass die Lebenshilfe-Werkstätten einen Teil des zu großen Außengeländes erwarben und auch Besitzer der Fotovoltaikanlage sind, ist Resultat von solchen Überlegungen mit dem Ziel, die Summe von 4,9 Mio. € zu halten. 

An den Kosten beteiligen sich das Land, der Kreis und die Stadt Bad Kreuznach sowie die Aktion Mensch. Es gibt ein über den Pflegesatz refinanziertes Darlehen, Eigenmittel sowie einen Kredit der Sparkasse Rhein-Nahe in Höhe von 2,95 Mio. €. „Das ist das Darlehen, das wir über die nächsten Jahrzehnte zurückzahlen müssen“, sagt Geschäftsführerin Martina Hassel.



Das Foto zeigt die Teams der Lebenshilfe und des Unternehmens Bott Bau auf dem Außengelände, wenige Tag vor der Inbetriebnahme der Kita.


► Eltern können sich um Plätze für ihre Kinder bewerben:
www.kitaplus.de/online-anmeldung/
[email protected]
0671/9200160


 

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