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In der Hauptstadt der Kreisverkehre sind Fußgänger gelegentlich ratlos
Infoveranstaltung: Verkehrskonzept will Auto, Rad und Fußweg ins Gleichgewicht bringen

In der Hauptstadt der Kreisverkehre sind Fußgänger gelegentlich ratlos

Als „ungekrönte Hauptstadt der Kreisverkehre“ hält Bad Kreuznach für Autofahrer viele Überraschungen bereit, noch mehr aber für Fußgänger. Denn die meisten Kreisverkehre stellen Ungeübte – Kinder und Alte – wegen des faktischen Vorrangs für den Straßenverkehr vor erhebliche Probleme. Mehr Sicherheit durch Gleichberechtigung ist daher eines der Anliegen, die im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan diskutiert werden.


Bad Kreuznach ist eine sehr kompakte Stadt und zumindest in ihrem Kern eine Stadt der kurzen Wege. Dies ist von Vorteil für die fast 35.000 Einwohner, die hier leben: Sie können innerhalb von zwei Kilometern fast alles erreichen, als Fußgänger oder Radfahrer. Aber schon ab 2 Kilometer dominiert der Pkw.

Das kostet nicht nur den Autofahrer, sondern auch die Allgemeinheit Geld. Denn die steigenden individuellen Mobilitätskosten fehlen schließlich bei der Kaufkraft in der Stadt, und die Instandhaltung der aufwendigen und in die Jahre gekommenen Verkehrsinfrastruktur verschlingt zunehmend große Summen. Zu diesen Herausforderungen gesellen sich noch die Demografie und Umweltaspekte als weitere Anlässe, über Veränderungen im Verkehrssystem nachzudenken.
 

Welche Änderungen sind möglich?

Bei der Info- und Diskussionsveranstaltungen zum Verkehrsentwicklungskonzept ging es um das mögliche Veränderungspotenzial in Bad Kreuznach. Dr. Michael Frehn von der Planersocietät stellte als ein überraschendes Detail vor, dass sich in Bad Kreuznach die jüngere Bevölkerung „multimodal“ zeigt: Sie nutzt mal das Rad, mal das Auto oder Bus und Bahn. Ein Drittel der befragten Personen erwies sich als Pkw-Stammnutzer. „Daran können und müssen wir weiterarbeiten“, sagte Frehn.

Neben messbaren Faktoren wie Kosten und Umweltbelastung spiele hier auch die Lebensqualität eine Rolle. Hierfür sei guter Indikator, ob sich viele Kinder und alte Menschen auf Straße und Plätzen aufhalten. Bad Kreuznach sei  eine Stadt mit einer sehr hohen Lebensqualität, die man aber sicherlich noch ausbauen könne. Als Beispiel führte Frehn Ingelheim an: Dort liege der Radverkehrsanteil mit 21 % doppelt so hoch wie in Bad Kreuznach. „Intermodale Systeme“, also die Verfügbarkeit etwa von Mietfahrrädern und Carsharing, erhalten in diesem Zusammenhang eine zunehmende Bedeutung.


 
So wie hier die Stadt Bozen könnte ein geeignetes Marketing für die Fahrradnutzung aussehen, meint Dr. Michael Frehn.
Quelle: Stadt Bozen























 
 
 


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Fußgänger und Radfahrer - die Situation

►In Bad Kreuznach wird knapp jeder vierte Weg zu Fuß zurückgelegt. Dieser Anteil ist relativ hoch und liegt in der Kernstadt mit 28 % noch einmal höher als in den Stadtteilen. Die Wege sind durchschnittlich 1,1 km lang. 

Hinderungsgründe für mehr Fußwege liegen unter anderem im Straßenverkehr. „Vielbefahrene Straßen wirken wie Barrieren“, erklärte Dr. Frehn. Ebenso ergehe in der „ungekrönte Hauptstadt von Kreisverkehren“, an diesen für den Verkehrsfluss zumeist vorbildlichen Knoten, die aber beispielsweise für Kinder ein Problem darstellen.

„Eine Innenstadt lebt von hoher Aufenthaltsqualität: Dort, wo ich hohe Aufenthaltsqualität habe, bin ich gern unterwegs“, betonte Frehn. Andererseits sind sowohl Barrierefreiheit als auch Sitzmöglichkeiten nur sehr eingeschränkt gegeben. Vielfach entstehen Konflikte, weil Fußgänger und Radfahrer sich den Verkehrsraum teilen müssen.  

►Das Fahrrad wird in Bad Kreuznach zu 11 % genutzt: ein „ausbaufähiges Niveau“. Die meisten Wege werden in Bosenheim / Ippesheim / Planig mit dem Fahrrad zurückgelegt (14 %). 

Einzelne attraktive Radverkehrsabschnitte stehen einem geringen Radwegangebot im Straßennetz gegenüber: An den Hauptverkehrsstraßen gibt es nur ein lückenhaftes Radwegenetz. Hier gehe es in Richtung einer ganzheitlichen Verkehrsführung, erläuterte der Planer. Infrastruktur sei wichtig, „aber auch das Fahrradklima ist ein ganz wichtiges Thema“.

Trotz der vielen Beschwerden über die fehlende Radwege haben viele bei der Befragten angegeben, dass sie mit dem Rad fahren würden, wenn diesbezüglich mehr gemacht werden würde und insbesondere die Infrastruktur verbessert würde: mehr und breitere (sicherere) Radwege sowie mehr Abstellanlagen.

 
An schönen Sommertagen ist der Wochenmarkt ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Die Abstellkapazitäten sind dann knapp.
Foto: Thomas Gierse
 

Kritik, Wünsche und Visionen

Radverkehr und Klima: Der Radverkehr muss ein anderes Image bekommen, dafür muss geworben werden. Etwa mit Umweltargumenten. Denn in einer Kurstadt müsse verstanden werden, dass Radfahrer und Fußgänger für die gesellschaftliche Situation viel mehr bringen als die Autofahrer. Auch die zwischenmenschliche Begegnung mache das Klima in der Innenstadt aus.

Fußgängerampel (I): Die Schaltung Ampelphase wird als zu kurz kritisiert. „Ich komme bis zur Mitte, dann schaltet es auf Rot, und dann stehen die Autos bei mir am Bein.“ Dieser Schreckmoment durch anfahrende Autos halte einen ganzen Tag an

Fußgängerampel (II): Am besten generell abschaffen und Querungshilfen ohne Ampel schaffen. Denn am Schlimmsten sei es am Stadthaus, wo man dreimal drücken und warten müsse.

Fußgängerampel (III): Alle eineinhalb Minuten 5 Sekunden Grün für die Fußgänger beim Bahnhof. Auch dies verlängere den Zeitaufwand für das Erreichen von Bus oder Bahn.

Tempo-30-Zonen: Davon sollte es in Hinblick auf die Radfahrsicherheit mehr geben. 

Finanzierung: Zugunsten einer realistischen Planung wäre es notwendig, den Schwerpunkt zu definieren. Sollen Funktionen der täglichen Alltagsfahrten oder Freizeitfahrten erfüllt werden?

Rollstuhlfahrer: Viele Wege sind für Rollstuhlfahrer zu uneben – und zwar allgemein, nicht nur an Bordsteinen. Zugunsten der Autofahrer gebe es „laufend“ Bordsteinabsenkungen, die Leuten mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrern enorme Schwierigkeiten bereiten.

Radwege (I): Es gibt kaum Radwege in den Stadtteilen.

Radwege (II): Der kombinierte Geh- und Radweg in Richtung Winzenheim, in beide Richtungen für Radfahrer und Fußgänger zu benutzen – das sei eine gefährliche Sache, sagt der Moderator. Hier die Straße (eine der meist befahrenen) zu verengen, wäre falsch: „Da produzieren sie Unfälle ohne Ende.“

Radwege (III): Die Gensinger Straße biete ausreichend Platz für Radwege in Richtung Bretzenheim und Winzenheim – jedenfalls für den Freizeitverkehr.

Radwege (IV): Die Autofahrer erhalten die direkte Verbindung, Fußgängern und Radfahrern werden Umwege zugemutet. „Das ist genau der falsche Weg.“

Radwege (V): Die Stadtteile nicht nur mit der Kernstadt, sondern auch untereinander mir Radwegen verknüpfen.

Einkäufe (I): Wer mit dem Rad in die Stadt fährt, möchte zwischenzeitlich seine Einkäufe deponieren können.

Einkäufe (II): An einem der Markttage sollte der Markt nachmittags stattfinden.

Fußgängerüberwege: Davon müsse es mehr geben, vor allem an Kreisverkehren.

Schulen (I): Was nützen Radwege wie in der Ringstraße, wenn „Mamataxis“ sie blockieren? Über die Schule müsse man bei den Eltern Verhaltensänderungen anstreben.

Schulen (II): Siehe Martin-Luther-King-Schule – wenn man die Anfahrt zu den Schulen nicht ganz so bequem gestaltet, ist der Anreiz, die Kinder bis vor die Tür zu fahren, geringer.
 

Bus und Bahn

Der Öffentliche Personennahverkehr wird für jede 10. Fahrt genutzt – „ein gutes Ergebnis, kann aber sicherlich weiter ausgebaut werden“. 16 % der Befragten nutzen ÖPNV ein ider mehrfach pro Woche. 13 % der Personen in Bad Kreuznach besitzen eine Zeitkarte: „Das ist relativ wenig“. Das Angebot sei tagsüber „recht dicht“, ende abends aber sehr früh. 
 

Kritik, Wünsche und Visionen

Umsteigezeiten/Fahrplanabstimmung: Der Bad Kreuznach Bahnhof ist zwar am Nachmittag gut per Bus zu erreichen, die auf den Zug muss man dann lange warten.

Busfahrplan (I): ÖPNV funktioniert im Schul- und Ausbildungsverkehr sehr gut.

Busfahrplan (II): Als eine große Schwäche werden geringen Betriebszeiten kritisiert.

Busfahrplan (III): Selbst wenn die Geschäfte noch geöffnet sind: zurück kann man nicht mit dem Bus fahren. Und morgens starten die Busse zu spät: Für übliche Schichteinteilungen unmöglich.

Busfahrplan (IV): „Hauptkritikpunkt: dass Firmen ihren Mitarbeitern sogar Firmentickets anbieten, die Mitarbeiter dies aber nicht nutzen können, weil sie zu Frühschichtzeiten nicht hinkommen und zu Spätschichtzeiten nicht mehr nach Hause.“ Das betreffe die großen Kreuznacher Unternehmen und die Krankenhaus-Mitarbeiter.

Busfahrplan (VI): An Wochenenden ist Betriebsbeginn so spät, dass man für Tagestouren per Bahn nicht mit dem Bus zum Bahnhof fahren kann.

Busfahrplan (VII): Sogenannte Discobusse sollte es an Wochenenden wieder geben. Denn: Was in der Vergangenheit mal nicht funktionierte, könnte heute durchaus funktionieren.

Busfahrplan (VIII): „Es besteht überhaupt keine Nachfrage nach den späten Diensten“, sagt ein Herr, denn abends sitze er zumeist allein im Bus. Den letzten Bus wolle keiner nehmen, antwortet eine Rollstuhlfahrerin, aus Angst, diesen Bus zu verpassen.

Bahnverkehr (I): Fernreisetickets könne man via Handy buchen, nicht aber die Anfahrt von Bad Kreuznach zum Frankfurter Flughafen. „Das ist Schwachsinn.“

Bahnverkehr (II): Nicht nur, dass man Fahrkarten am Automaten erst am Tag der Fahrt kaufen kann, manche könne man auch gar nicht buchen, etwa die Anschlussfahrkarte an eine Zeitkarte ab Mainz bis Frankfurt: „Eigentlich ein Witz“. Die Betreiber müssten sich überregional organsieren.

Bahnverkehr (III): Zu wenige Fahrkartenautomaten am Bahnhof angesichts dieser Schikane.

Bahnverkehr (IV): Auch in den Zügen sollten sich Fahrkartenautomaten befinden.

Bahnverkehr (V): Bei Fahrkartenautomaten muss statt Ortsname ein Code eingegeben werden. Das sei nicht kundenfreundlich.

Bahnverkehr (VI): Weitere Bahnhaltepunkte innerhalb des Stadtgebiets sollte es bei Michelin, bei der Diakonie und in Planig geben.

Bahnverkehr (VII): Widerspruch in puncto weitere Haltpunkte: „Wenn ich den Zug nehme, will ich schnell von A nach B kommen und nicht an jeder Kuhtränke halten. Wäre da der Bus nicht besser geeignet?“

Eingeschränkte Mobilität: Für Rollstuhlfahrer, für Ältere und für Personen mit Gepäck sind alle angerissenen Probleme noch einmal so hinderlich und ärgerlich.

Taxi: Auch Taxi und Sammeltaxi seien nicht barrierefrei. Das Sammeltaxi kennt kaum jemand.
 

Was nun?

Im April folgen noch ein Planungsspaziergang und eine Planungsradtour. An den konkreten Orten sollen noch einmal Themen angesprochen werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Ein Beirat aus Vertretern von Ämtern und Institutionen wird gegründet und durch eine  Bürgerwerkstatt ergänzt.

Näheres zu beiden Angeboten: www.mobil-kh.de.

Thomas Gierse


Großes Foto: In drei rollierenden Arbeitsgruppen trugen interessierte Bad Kreuznacher in teils sehr lebhaft geführten Diskussionen "ihre" Aspekte zum Integrierten Verkehrsentwicklungsplan bei.


 

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