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22.10.2018
16-Jähriger flog über Motorhaube und verletzte sich schwer - Am Monntag, 22.10.2018, wurde gegen 15.50 ...weiterlesen >>
 
22.10.2018
Parallel zwei weitere Einsätze der Feuerwehr - Mitarbeiter der Firma Coexpan riefen am ...weiterlesen >>
 
22.10.2018
Polizei fand auch einen getöteten Hund - Als am Morgen in Rümmelsheim Schüsse ...weiterlesen >>
 

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Herzlich willkommen im Crucenia Gesundheitszentrum – wir freuen uns auf SIE!
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Die international tätige Meffert Unternehmensgruppe mit Hauptfirmensitz in Bad Kreuznach gehört zu den führenden Herstellern im Bereich Bautenfarben und -lacke ...weiterlesen
 
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Schneider Bau vereinbart Schulpatenschaft mit Crucenia-Realschule plus
Die Unternehmensgruppe Schneider Bau aus Merxheim ist eines der führenden Bauunternehmen in der Region. Das Unternehmen Unternehmen unterzeichnete im Dezember ...weiterlesen
 

2017-05-02 Erziehungs- und Familienberatungsstelle Hofgartenstrasse
Einweihung und Tag der offenen Tür

Neuer Raum für neue Angebote der Familienberatungsstelle

Bad Kreuznach, 12.11.2017
Stefan Gassenmeyer ist Psychologe bei der Erziehungs- und Familienberatungsstelle von Stadt und Kreis Bad Kreuznach. Tag für Tag hat er Konflikte vor Augen: ganz real, nämlich an der Straßenkreuzung unterhalb der Beratungsstelle, wo sich ein Gutteil des Schülerbring- und -holverkehrs der Hofgartenschule abspielt. Im Kleinen ist hier zu beobachten, was individuell später große Probleme machen kann und die Unterstützung durch Berater nahelegt.



Ob Autofahrer oder Fußgänger, ob einheimisch oder zugewandert: Als gute Vorbilder gehen nach Gassenmeyers Schätzung an dieser Kreuzung nur 10-15 % der Eltern durch. Mit der Verkehrserziehung im Sinne einer positiven Orientierung für richtiges, also sicheres und partnerschaftliches Verhalten sei es da nicht weit her. Gassenmeyer blickt allein in Bad Kreuznach auf 20 Berufsjahre zurück wenn er zur Rolle der Eltern als Vorbilder sagt: „Je länger ich das mache, desto deutlicher wird es mir, wie abhängig Kinder von dem Verhalten ihrer Eltern wirklich sind.“

Hier, in der unmittelbaren Eltern-Kind-Beziehung, sind nach Gassenmeyers Überzeugung und Erfahrung die Ursprünge vieler Entwicklungen zu suchen, die später die Hilfe des Beratungsteams  in der Hofgartenstraße 68 erfordern können. Doch der Diplom-Psychologe will nicht den Eltern (allein) Fehler vorwerfen, und schon gar nicht möchte er sie abwatschen. Das Team möchte Familien beraten und darin unterstützen, die richtigen Schritte zu unternehmen. 
 

Internetfundstellen: Praxistauglichkeit oft nicht überprüft

Allerdings hat die fundierte Beratung durch Google einen problematischen Wettbewerber erhalten, meint Stefan Gassenmeyer. Eine besorgte Mutter, die sich via Internetrecherche einen Überblick verschaffen möchte und schließlich bei fragwürdigen Studien und Fachaufsätzen landet, werde eher verwirrt als unterstützt. „Die Vielzahl der Informationen, die ungefiltert auf Eltern einfließt, ist auf Brauchbarkeit und Praxistauglichkeit oft nicht überprüft.“ 

Daraus folgt, so Gassenmeyer, eine mindestens kontraproduktive Komponente: „Die Möglichkeit der Störungen bei kindlicher Entwicklung ist aufgrund des Meinungspluralismus viel größer geworden.“ Da die Beratungsstelle nun einen zusätzlichen Raum erhält, möchten Gassenmeyer und sein Team hier ansetzen: Mit Infoabenden größere Interessentenkreise frühzeitig mit verlässlicher Information zu versorgen.
 

Bessere Rahmenbedingungen schwieriger auszufüllen

Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, erweist sich bei näherem Hinschauen als eine parallele gesellschaftliche Entwicklung: Die Rahmenbedingungen (Krippe, Kindergarten, Hort, Ganztagsschule) für Familien wurden in jüngster Zeit stark verbessert, zugleich wuchsen aber die Anforderungen in den Berufen (Qualifizierung, Mobilität, Flexibilität) und die Notwendigkeit, mehr als ein Einkommen zu erwirtschaften. 

„Das Ausfüllen dieser Rahmenbedingungen ist das Kernproblem“, etwa dort, wo Eltern Vernunft und Vorsicht fahren lassen, weil ihr persönlicher (Zeit-)Rahmen es ihnen auferlegt. Druck und Stress haben viel mit den Ansprüchen der Leistungsgesellschaft zu tun, aber in vielen Bereichen auch mit der Bereitschaft, sich selbst auszubeuten.

Solange aber die Leute mit der Prämisse leben „Ich muss funktionieren“, werde sich nichts ändern, meint Gassenmeyer. Bei dauerhaften Engpässen und Erschöpfung müsse zumindest die Bereitschaft zur Erkenntnis da sein, erklärt er: Dies sei das zentrale Moment bei Überlastungen.
 

Zeitmangel geht zulasten der Familie

Aus gesellschaftlicher Sicht spitzt sich das individuelle Problem des Zeitmangels noch einmal zu: Wo es an der gemeinsamen Zeit in den Familien mangelt, können nicht nur Paare schwerer zueinander stehen, sondern insbesondere den Kindern fehlt etwas: nämlich das individuelle Erleben und Erlernen von Alltag.

Fernsehen oder Computerspiele reduzieren die Nutzung der Sinnesorgane. „Je mehr Sinnesorgane von Anfang an bei einem Kind stimuliert werden, umso besser wird die neurologische Vernetzung und die Kapazität, sowohl emotional als auch kognitiv“, erklärt Gassenmeyer. Auf den Alltag übertragen: In einen Baum zu klettern, eine Kirsche zu pflücken und zu schmecken bringt einem Kind ungleich mehr, als diesen Vorgang am Fernseher oder Computerspiel zu „erleben“.

Kleine Dinge können da Highlights sein, wenn sie gemeinsam erlebt werden. „Jede Zeit, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern mit einer sinnvollen Aktivität verbringen, ist ein Geschenk für die Zeit, wenn Kinder schwieriger werden“, betont der Diplom-Psychologe. Kommunikation ist dafür der erste Schritt, und das Reden miteinander bleibt eine wichtige Konstante für ein gelingendes Familienleben. Und nur wer redet, wird Hilfen und Unterstützung finden.
 

Vorbeugende Unterstützung in Gruppengesprächen

Zu bestimmten Zeiten teilen sich Menschen dieselben Sorgen. Das können in Trennung lebende Eltern sein, deren Kinder oder die selbst mit der Situation nicht klarkommen. Er sei sehr zuversichtlich, dass viele Eltern in Fragen wie Trennung und Scheidung ihren Kindern (und sich selbst) Dinge ersparen können, wenn sie sich frühzeitig informieren. Gemeint sind Aspekte des Umgangs miteinander, mit Konflikten, mit Ängsten. „Keinen Streit vor den Kindern“, sei so eine einfache Regel.

„Vielleicht erreichen wir mit unseren Angeboten zunächst einen sehr kleinen Teil, vielleicht einen immer größer werdenden Teil der Eltern, wenn es sich rumspricht: ,Da kannst du hingehen, da wirst du nicht belehrt.’“ Es sollte gelingen, meint Stefan Gassenmeyer, einem Teil der jungen Eltern das zu ersparen, wovon manche heute sagen: „Hätte ich das vor 20 Jahren gewusst, hätte ich bestimmte Dinge anders gemacht.“

Thomas Gierse

► Montag, 13.11.2017, ab 13 Uhr: Offene Tür in der Beratungsstelle
 

Kontakt

Erziehungs- und Familienberatungsstelle von Stadt und Kreis Bad Kreuznach
Hofgartenstraße 68
55545 Bad Kreuznach

Tel. 0671 834002-0
erziehungsberatungsstelle.kh­@web.de