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2017-08-11 Fahrsicherheitstraining Fluechtlinge
„Aktiv für Flüchtlinge“ sucht weiterhin Ehrenamtler

Neues Projekt in Bad Kreuznach: Fahrsicherheitstraining für Flüchtlinge

Mobilität ist die Voraussetzung, um an der Gesellschaft teilnehmen zu können. Um mobil zu sein, greifen viele Menschen zum Fahrrad. Auch für geflüchtete Menschen ist das Fahrrad ein attraktives Fortbewegungsmittel. Damit dies ohne vermeidbare Risiken geschieht, wurde das „Fahrsicherheitstraining für Flüchtlinge“ entwickelt.


Das Fahrrad ermöglicht Flüchtlingen, preiswert mobil zu sein, es vergrößert den Aktionsradius und bietet zudem Gelegenheit zum sozialen Austausch – ob die Teilnahme an einem Deutschkurs, einer Sportveranstaltung oder den Weg zur Arbeit.

Dabei spielen ihre Erfahrungen aus Herkunftsregionen eine Rolle. Die Nutzung des Fahrrades ist regional sehr unterschiedlich, im arabischen Raum beispielsweise eher wenig verbreitet: Das Fahrrad gilt als Transportmittel der Armen, und es ist Frauen verboten. Das bedeutet, dass Flüchtlinge sich in Deutschland ein neues Mobilitätsverhalten aneignen müssen. Die Unterstützung von Ehrenamtlichen ist dabei enorm wichtig. Petra Knodel, die sich schon seit 2015 für Flüchtlinge engagiert, hat am 19. Juli 2017 das „Fahrsicherheitstraining für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen.
 

Wie alles begann

„Begonnen hat alles im Camp am Römerkastell bei der Essensausgabe. Einige Male war ich auch im Camp in der Planiger Straße. Nach kurzer Zeit hatte ich die anfängliche Berührungsangst überwunden und traute mich, einfach auf die Menschen zuzugehen, ihren Geschichten und Problemen zuzuhören und ihnen zu helfen – wenn dies möglich war. Ich suchte den Kontakt zum Ausländerpfarramt und dann im Dezember 2015 starteten wir mit einem neugegründeten Team das ‚Bon Café‘, ein Begegnungstreff für geflüchtete Menschen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus“, erzählt sie.

Im Umgang mit Geflüchteten sei ihr einige Male aufgefallen, dass vorhandene Fahrräder gar nicht genutzt wurden. Dies machte sie stutzig und sie fragte nach. Das Ergebnis: Nicht jede/r kann Fahrrad fahren. So schlug sie vor, sich um einen Radfahrkurs zu bemühen. Zwischenzeitlich wurde auch das Thema Sicherheit immer mehr thematisiert. Sie kontaktierte über Umwege die Verkehrswacht und wurde auf einen Polizisten i.R. aufmerksam gemacht, der jahrzehntelang in der Prävention tätig war und hierbei eben genau diese Radsicherheitskurse – nur eben für Grundschüler – abgehalten hatte. 

Und so kam sie an Jürgen Schwenk, der am Telefon sofort Unterstützung zusagte. „Ich wurde von Petra Knodel angesprochen, ob ich Interesse hätte, sie bei dem Fahrsicherheitstraining zu unterstützen und da ich selbst gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht habe, habe ich ihre ein direktes ‚Ja‘ gegeben“, so Schwenk. „Viele, besonders die wichtigen Verkehrsregeln sind zwar international identisch – nur wenige weichen ab – aber dennoch sind sie für die ankommenden Menschen neu und manche Situationen im Straßenverkehr gestalten sich anders als im Herkunftsland.“
 

Der Kurs

Die Theoriestunde fand im Dietrich-Bonhoeffer-Haus mit einer Präsentation zu Verkehrsregeln in Deutsch, Englisch und Arabisch statt. „Wir haben eine Präsentation vom Polizeipräsidium Koblenz bekommen – das war wirklich eine tolle Grafik, die schon alles erklärte. Zusätzlich waren Dolmetscher dabei, damit die Teilnehmer gleich Fragen stellen konnte“, erklärt Schwenk. Die Theorie wurde von zirka 30 Teilnehmern gut angenommen. 

Zwei Wochen später ging es dann zum Training auf den Schulhof des Lina-Hilger-Gymnasiums. Dort konnte die Geflüchteten in der Praxis zeigen, ob sie bei der Theorieschulung gut aufgepasst hatten. Auf einem Parcours wurden von Schwenk – in Begleitung eines Verkehrssicherheitsberaters in Uniform – „das macht schon mehr her“, so Schwenk – verschiedene Übungen angeboten. Die Teilnehmer konnten mit ihren mitgebrachten Fahrrädern dort sicher die Verkehrszeichen und Verhaltensregeln im Straßenverkehr erlernen und festigen. 

„Solche Aktionen bieten neben der Verkehrssicherheit noch sehr viel mehr gute Aspekte für die Geflüchteten. Es sind immer wieder neue Kontakte, die geknüpft werden, die Möglichkeit, Deutsch auch außerhalb des Kurses zu hören und zu sprechen, u.v.m.“, betont Knodel. Es sei gar nicht so einfach für sie, und viele mussten erst mal lernen, die Balance zu halten, berichtet Schwenk, aber es gab auch welche, die es schon richtig gut machten – vor allem die kleineren Kinder. Der Tenor der Geflüchteten ging von „super“ über „gut“ bis hin zu „das ist aber ganz schön schwer“. Zum Abschluss – nach einer zweiten Praxisstunde – bekommen die „Radprofis“ dann einen Ausweis ausgehändigt – mehr als Gag.
 

Ehrenamt erweitert persönlichen Horizont

„Das Ehrenamt lohnt sich, und auch dafür zu werben, dass mehr Menschen sich einfach trauen, sich unsere Arbeit im Bon Café einmal anzusehen“, betont Petra Knodel. „Jeder ist willkommen, jeder hat Fähigkeiten, die er oder sie hier einbringen kann und die sehr wertvoll sind. Also: Ermutigung zum 1. Schritt.“ Denn die Arbeit mit den Geflüchteten sei immer wieder interessant: „Ständig ergeben sich neue Situationen, in denen kulturelle Unterschiede, aber genauso die Seelenverwandtschaft der Menschen spürbar werden. Beides empfinde ich – und da bin ich nicht allein – als Bereicherung für mein Leben. Es weitet den Blick, baut Ängste ab.“ Man investiere zwar Zeit und Anstrengung, aber man bekomme so viel zurück, dass sich Ehrenamt wirklich lohnt, resümiert sie. Sie und auch ihre Mitstreiterinnen hätten so viele Erfahrungen gesammelt und Sichtweisen kennengelernt, die den Horizont erweitern.

Übrigens: Das Ausländerpfarramt freut sich über Fahrradspenden – sowohl für Erwachsene, Jugendliche als auch für Kinder jeden Alters.

► Im Bon-Café im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Kurhausstraße 6, können erste Kontakte geknüpft oder Mitstreiter/-innen kennengelernt werden. Das Café ist jeden Mittwoch von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Foto: Auf dem Schulhof des Lina-Hilger-Gymnasiums übten die Geflüchteten die Anwendung in einer Praxisstunde. Jürgen Schwenk leitete sie dabei an.

Natascha Lind

 

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