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Sanierung der Mühlenteichbrücke wird 2020 an den Bögen fortgesetzt
950.000 € Kosten veranschlagt

Sanierung der Mühlenteichbrücke wird 2020 an den Bögen fortgesetzt

Bad Kreuznach, 25.09.2019
Die Gewölbe der Bad Kreuznacher Mühlenteichbrücke sollen ab Herbst 2020 instandgesetzt werden. Mit rund 950.000 € Baukosten wird gerechnet, wobei die Höhe einer möglichen Förderung durch das Land noch vollkommen offen ist.


Im Bau- und Planungsausschuss am Dienstag, 24.09.2019, stellte Dipl. Ing. Mathias Steitz vom Büro Verheyen Ingenieure die Sanierungsplanung für die fünf Brückenbögen vor. Nachdem man drei ins Auge gafasste Varianten der Gewölbesanierung verwerfen musste, weil sie nach Auffassung des Denkmalschutzes den Status der Brücke als Denkmal gefährdet hätten (siehe unten "Geschichte der Brücke"), sei man zu einer vierten Variante übergegangen. Hierbei wurden rechnerisch mithilfe einer Spezialsoftware aus England alle Tragreserven der Bögen, der Auffüllungen und auch der aufliegenden Spannbetonplatte zusammengefügt. 

Derzeit hakt es bei der Prüfberechnung durch den Statiker. Von einem Negativergebnis sei aber nicht auszugehen, versicherte Mathias Streitz. Das Problem sei das Verfahren, denn der Statiker müsse eine von der Planungsmethode unabhängige Prüfung vorlegen, was bei der Anwendung einer Spezialsoftware zwangsläufig schwierig sei. Theoretisch wäre die Lastreduzierung der Brücke eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen, räumte der Ingenieur auf eine Nachfrage von Manfred Rapp (CDU) ein, aber diese Möglichkeit stehe derzeit nicht zur Diskussion.
 

Die geplante Instandsetzung 

Bei den Bögen eins bis vier (vom Kornmarkt aus gezählt) wird an den historischen Bogenflächen der Spritzbeton samt Bewehrung abgenommen und durch eine Spritzmörtelschicht ersetzt. „Sie soll die Dauerhaftigkeit des Mauerwerks sicherstellen“, erklärte Mathias Steitz, und das Herausfallen kleinerer Stücke aus dem bröseligen Mauerwerk verhindern. Die Bogenflächen aus Beton aus dem Jahr 1955 sollen instandgesetzt werden. Die Ränder — Steinnachbildungen aus Putz — werden ergänzt bzw. instandgesetzt.

Das senkrechte Mauerwerk an der Oberstromseite der Brücke (Seite zur Pauluskirche) ist größtenteils historisch. Dort, wo Beton eingefügt wurde, soll die Mauer wiederhergestellt werden. Unterstrom gibt es seit der Brückenerweiterung (siehe unten) eine vorgesetzte Mauer, die nur gereinigt und ausgebessert werden muss.

Beim Bogen fünf ließ sich die Standfestigkeit auch mit der Spezialsoftware nicht errechnen, weil er von unten und von oben stark verwittert ist. Für den Bau der Spannbetondecke in den 1950er-Jahren wurde hier ein Stück des Mauerwerks entfernt, „sodass der Bogen oben dünner ist, als er eigentlich sein dürfte“. Deshalb müsse eine 30 cm starke Spritzbetonschale untergebaut werden, die die Lasten des Bogens aufnimmt.

Zum Schluss sollen alle Betonteile in Kieselgrau, alle Mauerwerksteile im Braun einer Natursteinschlämme erscheinen, so, wie vom Denkmalschutz festgelegt. Am Bogen drei bei der Wendeltreppe sind derzeit Farbproben aufgetragen.
 

Bauzeit und Kosten

Die geplante Bauzeit ist Herbst 2020 bis Juni 2021 bei voraussichtlich notwendiger Winterpause. Mit den Bögen eins und zwei (über Wasser) soll begonnen werden. Die kalkulierten Baukosten liegen bei 950.000 €. Die Ausschreibungsunterlagen sind fertig, sodass im Dezember ausgeschrieben und im Februar 2020 vergeben werden kann. Dem Fördergeldgeber wurde die Planung noch nicht vorgestellt, sodass die Frage der Unterstützung von Seiten des Landes noch offen ist.


 
Geschichte der Brücke

Die Brücke aus dem 14. Jahrhundert hatte ursprünglich acht Bögen, nämlich außer den heutigen fünf noch jene drei, die über die Nahe führten. Auf den Pfeilern des ursprünglich als Steinbrücke ausgeführten Bauwerks stehen heute noch die Brückenhäuser. 

Die Brücke hatte seitlich gemauerte Brüstungen, die zwecks Erweiterung der Brücke abgebrochen und durch ein Metallgeländer ersetzt wurden. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Brückenteil, der über die Nahe führte, gesprengt. Danach wurden die Reste der drei Bögen entfernt. 


2019-09-25 Muehlenteichbruecke seitliche Erweiterung

Seitliche Erweiterung der Mühlenteichbrücke an der Unterstromseite.

Am verbleibenden Teil, der Mühlenteichbrücke, wurden seitlich ergänzende Betonbögen angebaut (Foto) und eine weitere Bauwerkswand errichtet, um die Brücke nochmals zu erweitern. Der Plan der Firma Dyckerhoff & Widmann vom 31. August 1955 weist eine Erweiterung der 7,07 bis 7,58 Meter breiten Brücke um ein neues Gewölbe mit 1,42 bis 1,93 Meter Breite aus. Damit sollte die Brücke neben der Straßenbahn auch den Verkehr der Bundesstraße aufnehmen können.

Eine Spannbetonplatte verstärkt seither die Konstruktion, und ein Kanal, der unmittelbar vor den Brückenhäusern liegt, schaffte die Möglichkeit, Versorgungsleitungen zwischen Neustadt und Altstadt zu verlegen. 


2019-09-25 Muehlenteichbruecke optimiertes Schema Auflage der Spannbetonplatte auf den Pfeilern

"Etwas optimierte" Darstellung der Auflageposition der Spannbetonplatte.


Die Spannbetonplatte ruht auf Lagern, und anhand der Bauzeichnung war man davon ausgegangen, dass die Last der Platte ausschließlich senkrecht nach unter in die Pfeiler abgegeben wird. Dies sei insofern interessant, weil die Darstellung (oben) „etwas optimiert gezeichnet worden ist“. Denn die Lager liegen tatsächlich nicht exakt auf den Pfeilern, sondern teils auch in den Bögen. So drückt die Last der Fahrbahnplatte auch auf die Bögen, was deren Sanierung komplizierter werden lässt als ursprünglich gedacht.

Während man die Instandsetzung der Oberseite plante, wurde davon ausgegangen, dass man die historischen Bögen mit einer tragenden Spritzbetonschale instandsetzen könnte, die die Last der Mauerwerksbögen übernommen hätte. So wurden der Unteren Denkmalsbehörde 2017, als klar war, dass die Bögen nicht mehr ausreichend standsicher sind, drei Sanierungsvarianten vorgestellt, nämlich der Einbau von Stahlbetonschalen beziehungsweise eine Konstruktion in einem Rippenschema (mit freiem Blick auf das historische Mauerwerk) oder das Ersetzen des maroden Mauerwerks durch ein neues. Doch jede dieser Varianten hätte den Status der Brücke als Denkmal gefährdet.

Thomas Gierse


Foto ganz oben: Unter den Bögen eins und zwei, den einzigen, die über Wasser liegen, sind seit der Sanierung der Brückenoberseite Gerüste eingebaut, die jetzt zur Sanierung der Unterseite auch genutzt werden. Foto: Thomas Gierse 

Die historischen Fotos entstammen dem Vortrag in der Ausschusssitzung.


 

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