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586-mal war Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach zur Stelle
Einsatzstatistik 2019 der 140 Frauen und Männer im Ehrenamt

586-mal war Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach zur Stelle

Bad Kreuznach, 15.03.2020
Hilfe in Zeiten von Corona braucht motivierte und vor allem gesunde Einsatzkräfte. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach sichert ihre Einsatzbereitschaft derzeit auch durch Verzicht auf Versammlungen und Übungen. So entfällt die Hauptversammlung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach, wo üblicherweise die Einsatzstatistik vorgelegt wird. Die von Pressesprecher Alexander Jodeleit zusammengestellten Zahlen belegen eindrucksvoll den „unbezahlbaren“ Wert der ehrenamtlichen Feuerwehr für die Stadt.


140 Frauen und Männer gehörten im Jahr 2019 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach an. Sie leisteten insgesamt 586 Einsätze (Vorjahr 588), davon 294 Brandeinsätze (Vorjahr 305) und 254 Hilfeleistungseinsätze (Vorjahr 244). Außerdem weist die Statistik 38 Dienstleistungen (Vorjahr 39) wie Stellproben mit der Drehleiter, Begehungen im vorbeugenden Brandschutz und Brandsicherheitswachen aus.
 

Brandeinsätze

Großbrände
110 Alarmierungen gingen von automatischen Brandmeldeanlagen aus. 26 ausgelöste private Rauchmelder erwiesen sich als technische Fehler. Zu zwei Großbränden rückte die Feuerwehr aus:
  • Im Mai brannte ein Schrotthaufen im Außenbereich eines Verwertungsbetriebes im Seeber Flur in Planig
  • Der größte Brand im Jahr 2019 war der Lagerhallenbrand bei der Firma Jost in der Felix-Wankel-Str. Dort fiel im Juni eine 1.800 m² große Lagerhalle den Flammen zum Opfer. Auch dank der Unterstützung von Feuerwehren aus den Nachbarkreisen konnte ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude verhindert werden. 140 Wehrleute waren an diesem Einsatz beteiligt; sie löschten mit bis zu 10.000 l Wasser pro Minute. 

Gebäudebrände
Insgesamt 19 Zimmer-, Küchen-, Wohnungs-, Keller- und Gebäudebrände wurden gelöscht. Im März brannte hinter einem Mehrfamilienhaus im Völkerring eine Couch. Die Flammen schlugen bis zum Dach hoch und entzündeten dieses. Durch das rasche Eingreifen konnte in letzter Sekunde ein Ausbreiten auf die Wohnungen verhindert werden. Im Mai brannte eine Couch im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Waldalgesheimer Str. in Winzenheim. Der Brand wurde rasch gelöscht, verletzt wurde niemand.

Im Dezember kam es zu einem Balkonbrand in dem Wohnheim Sophie-Scholl in der John-F.-Kennedy-Str., der auf die Dachisolierung übergegriffen hatte. Des Weiteren hielt die Wehrleute ein Dachstuhlbrand in der Mainzer Str. auf Trab. Die Ursache für den Brand wurde in einem Abluftrohr gefunden. 16 Mal löste angebranntes Essen eine Alarmierung aus; 13 Mal wurde eine Brandnachschau durchgeführt und 8 Kaminbrände wurden bekämpft. 


Flächenbrände und Sonstige
27 Flächen,- Hecken- und Waldbrände wurden gelöscht. Darunter im Mai ein etwa 1.000 m² großer Flächenbrand auf dem ehemaligen Schießplatz der Amerikaner auf dem Kuhberg. Dieser Brand drohte auf ein Waldstück überzugreifen. Zu 14 Fahrzeugbrände und zu 18 unklaren Rauchentwicklungen rückten die Wehrleute aus. Außerdem wurden 28 sonstige Brandmeldungen abgearbeitet. 

Bei 13 Einsätzen im Kreis Bad Kreuznach und darüber hinaus wurden die Drehleitern, Tanklöschfahrzeuge und Sonderfahrzeuge der Stadt angefordert, unter anderem im Juni 2019 bei einem Lagerhallenbrand der Firma Polymer in Bad Sobernheim.

Zwölf Brandsicherheitswachdienste wurden gestellt. Hierzu zählen die mehrtägigen Wachdienste beim Kreuznacher Jahrmarktstage und beim Mittelaltermarkt in Ebernburg.
 

Hilfeleistungen

Für Polizei und Rettungsdienst wurden insgesamt 68 Amtshilfeeinsätze in Form von Türöffnungen, Personenrettungen mittels Tragehilfe oder mit der Tragehalterung an der Drehleiter unterstützt. 17 Personen wurden aus Aufzügen befreit: Dies betraf insbesondere Aufzügen am Bahnhof. 

16 Personen wurden aus Zwangslagen befreit. Hier häuften sich Fälle von versehentlich in Fahrzeugen eingeschlossenen Kleinkindern. Im März wurde auf einer Baustelle in der Kurhausstr. in Bad Münster der Fuß eines Bauarbeiters durch ein verrutschtes 4 m langes Treppenteil eingeklemmt. Etwa 3,5 Stunden dauerte der Rettungseinsatz. Im Mai steckte eine Frau mit ihrer Hand im Einwurfschlitz des Briefkastens der Sparkasse Rhein-Nahe am Kornmarkt fest. Sie wurde mithilfe von Kleinwerkzeug aus ihrer misslichen Lage befreit. Eine 55-jährige Frau brach im August in ihrem Garten durch die Betonabdeckung einer Sickergrube, fiel etwa 3 m tief in den Schacht und blieb in den Fäkalien stecken. Sie erlitt dabei eine Kopfplatzwunde und Rückenverletzungen. 

12 Tierrettungen wurden durchgeführt und 56 Unwettereinsätze abgearbeitet. So waren allein im März 2019 zwischen 13 Uhr und 20:30 Uhr 34 sturmbedingte Einsätze zu erledigen werden. Zehn Wasserschäden nach Wasserrohrbrüchen galt es zu beseitigen. 

Zehnmal wurde die Feuerwehr zu Einsätzen nach Verkehrsunfällen alarmiert. Im März hatte ein Porschefahrer auf der B 428 einen Frontalzusammenstoß mit einem anderen Pkw. Beide schwer verletzten Fahrer mussten aus ihren Fahrzeugen befreit werden. Es folgten im Jahresverlauf weitere schwere Verkehrsunfälle auf der B 428 zwischen dem Kreisel Bosenheimer Str. und der Ortseinfahrt Bosenheim. 

10 Feuerwehreinsätze hatten als Ursache Gasgeruch, Gasaustritt oder Chemikalien. Darunter war ein stundenlanger Einsatz im Oktober, als bei einer Wäscherei in der Industriestr. bei einem Umfüllvorgang Wasserstoffperoxid austrat. 20 Mal mussten ausgelaufene Betriebsstoffe aufgenommen werden. Bei 24 weiteren kleineren technischen Hilfeleistungseinsätzen war die Feuerwehr aktiv. 

Für 11 Einsätze außerhalb des Stadtgebietes wurden Fahrzeuge angefordert. Acht  Anleiter- und Durchfahrtskontrolle und 18 Begehungen im vorbeugenden Brandschutz und Überprüfung der Schließungen von Brandmeldeanlagen wurden durchgeführt.
 

Ausbildung und Übungen

Neben den Einsätzen absolvierten die Wehrleute ehrenamtlich an 40 Tagen Ausbildungsdienste und Übungen, besuchten diverse Feuerwehrlehrgänge auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Koblenz und hielten sich auf der Atemschutzübungsstrecke fit für den Einsatz.
 

Nachwuchs und Förderer sehr willkommen

Auch wer nicht aktiv der Feuerwehr beitreten kann oder möchte, kann die Arbeit der freiwilligen Wehrleute als Mitglied des Fördervereines durch seinen Mitgliedsbeitrag unterstützen. Gerade im Bereich der Jugendarbeit ist der Förderverein ein wichtiger Partner zur Gewinnung neuer Interessenten.

Die Feuerwehr freut sich über neue Mitglieder, sowohl in der Jugendfeuerwehr und bei den Kreuznacher Flämmchen als auch in der aktiven Wehr und dem Förderverein. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei Manuela Liebetanz, Wehrleiterin der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kreuznach (0671/862-0), melden.


Quelle: Alexander Jodeleit
Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach

 
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