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Schaukastenschau im PuK – Hier sind die Puppenspieler selbst die Geschichte
50 Jahre Verband Deutscher Puppentheater

Schaukastenschau im PuK – Hier sind die Puppenspieler selbst die Geschichte

Bad Kreuznach, 15.03.2019
Die 50 Holzkästen im Ausstellungsraum „Install“ unterm Dach des Bad Kreuznacher Museums für PuppentheaterKultur (PuK) sind genormt, ihre Inhalte sind individuelle Werke deutscher Puppenbühnen. Mit ihrer Kunst und mit sich selbst befassen sich hier die Künstlerinnen und Künstler. 


So gewähren die Kästen „einen Blick in den Berufsalltag von Puppenspielerinnen und Puppenspielern gestern und heute“. Diese Beschreibung „wäre eine gute Überschrift“, befand Markus Dorner, Leiter des PuK, in einem Mediengespräch zur Ausstellung „Der VDP — 50 Jahre, 50 Ansichten“. 

Dorner ist mit Leidenschaft Museumsleiter und Puppenspieler, seine Medientermine sind stets auch kurzweilige Ausflüge in die Geschichte des Puppentheaters. Diesmal, am Montag, 4. März 2019, traf dies umso mehr zu, als der Gegenstand der Ausstellung nicht nur etwa eine Sparte oder ein herausragender Vertreter des Puppenspiels ist, sondern 50 Jahre Puppenspiel in Deutschland, nachgezeichnet am VDP,  dem Verband Deutscher Puppentheater, einer berufsständischen Vertretung für Berufspuppenspieler.


2019-03-04 PuK Museum PuppentheaterKultur 02

Puppenspieler wie sie gehören dem VDP an: Ulrike Kundt und
Joachim Stern (vom Theater Sternkundt aus Köln) mit Markus Dorner (Leiter des PuK).


 

"50 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte"

„50 Jahre VDP sind natürlich auch 50 Jahre Zeitgeschichte und 50 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte“, unterstreicht Markus Dorner, der ebenfalls dem Verband angehört, im PuK dessen Presse- und Fotoarchiv führt und daraus auch „Ansichten“ für die Ausstellung beisteuert. Denn Themen, die es seit dem Gründungsjahr 1968 in anderen Kultursparten gab, finden sich auch bei den Puppentheatern: das Selbstverständnis der Künstlerinnen, Professionalisierung und Hochschulausbildung, Alterssicherung, Kleider und Klischees.

Die Geschichte des Puppentheaters in Deutschland hat viele Stränge, und diese sparen den Nationalsozialismus ebensowenig aus wie die langsame Emanzipation von tradierten Mustern in den 60ern und 70ern. 1968 wollten sich die Puppenspieler unabhängig machen vom Deutschen Institut für Puppenspiel in Bochum, in dem ein Funktionär versuchte, die Maßstäbe für die gesamte Zunft zu setzen. „Aber Puppenspielerinnen und Puppenspieler haben diesen Beruf oft gewählt, weil sie sich selbst verwirklichen wollen und auch einen eigenen Kopf haben“, schildert Dorner, sodass „führende Köpfe“ sich zu diesem Verband zusammenschlossen, um dem Ganzen eine mehr selbstbestimmte Linie zu geben.

Viele dieser „führenden Köpfe“ sind in irgendeiner Form in der Ursprungssammlung des PuK vertreten, denn in jener Zeit stellte auch Karl-Heinz Rother seine Umfangreiche Sammlung zusammen, die heute dem Land gehört und in Bad Kreuznach gezeigt wird. So konnte das PuK die Ausstellung um Figuren aus den Ateliers der Gründungsmitglieder ergänzen.

Im PuK fand auch das erste Treffen zur Konzeptionierung der Ausstellung statt, die im Übrigen eine Wanderausstellung ist und die erste überhaupt im PuK gezeigte Ausstellung, die nicht von Markus Dorner selbst kuratiert wurde. Am Anfang der Planung standen zwei Feststellungen: „Wir haben eine gute Idee, aber wir haben kein Geld.“ Daraus machten die Puppenspieler das, „was sie gut können“, so Dorner, sie schufen mit ihren eigenen Mitteln, also Fantasie und wenig Geld, etwas Sehenswertes. So sei die Kästen-Idee entstanden: 50 Holzkästen, die von Mitgliedspuppenbühnen des Verbandes nach eigenen Wünschen und Ideen selbst gestaltet wurden.
 

50 Handschriften der teilnehmenden Theater

Mal kann man durch ein Guckloch schauen und ein Licht einschalten, mal etwas in Bewegung setzen, mal gibt’s Modellbau in H0-Größe, mal sieht man Skizzen, mal ein Video und, natürlich, jede Menge Figuren, Puppen, Masken. Dies seien 50 Handschriften der teilnehmenden Theater, sagt Dorner.

Manche der Schaukästen haben eine kulturpolitische Aussage, denn es sei immer ein Ziel der Puppenspieler im VDP gewesen, neben der Verbesserung der eigenen Arbeit (indem man sich gegenseitig vorspielte) auch kulturpolitisch etwas für die Puppenspielzunft zu erreichen, erläuterte Markus Dorner. Dazu gehört die Künstlersozialkasse, eine Altersversorgung für freie Berufe. Das andere große Ziel des VDP, die Professionalisierung der eigenen Kunst, mündete auch in die Einrichtung eines Studiengangs an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.

Dass die Gründung des VDP zeitlich ausgerechnet mit der 68er-Bewegung zusammenfiel, hatte keinen unmittelbaren Zusammenhang, doch bargen beide parallele Strömungen. Es habe viele Auseinandersetzungen gegeben, sagt Dorner, „die Zeiten waren wilder.“ So wurde die Rolle der Frauen an der Seite ihrer Männer in den Folgejahren ebenso thematisiert wie Kleiderordnungen oder auch - ebenfalls eine Emanzipationsbewegung - die Bedeutung des Kaspers im Puppenspiel. „Der Kasper ist tot, es lebe die Fantasie“, lautete ein Spruch der Contra-Fraktion, die fand, dass die „Klischeefigur“ beiseitegelegt und durch fantasievolle Vorbilder für Kinder ersetzt gehöre. Die Pro-Kasper-Puppenspieler hielten an ihrem Hauptdarsteller fest, zumal man auch den Kasper so spielen kann, dass er keine Klischeefigur ist.


2019-03-04 PuK Museum PuppentheaterKultur 03


Heute sei der Kasper fast eine Seltenheit im Puppentheater, sagt Dorner. Er wurde zum Symbol eines Kulturkampfes auf und hinter den Puppenbühnen, und das PuK steuert auch hierzu eine Besonderheit bei, nämlich einen großen Schaukasten mit dem Titel „Wie heißt das Zebra?“ (Foto) So hieß eine der ersten Puppentheaterinszenierungen für Kinder ohne Kasper. 


Mit dem zunehmenden Verzicht auf die Guckkastenbühne und deren strenge Unterteilung von Publikums- und Bühnenraum traten auch die Puppenspieler stärker in den Mittelpunkt der Aufführungen. Ihnen, den damals (vor 50 Jahren) „starken Individualisten“, die heute nach Dorners Einschätzung viel braver seien, die ihre Arbeit handwerklich und inhaltlich modernisierten, um jungem und erwachsenem Publikum zu gefallen. Ihnen sind die die Ausstellung und der Titel dieses Beitrags gewidmet: „Schaukastenschau im PuK – Hier sind die Puppenspieler selbst die Geschichte.“

Thomas Gierse


► Die Ausstellung ist bis zum 24. März 2019 zu sehen, im Ausstellungsraum Install, dessen Eingang sich im PuK-Foyer befindet. Es wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben.


 
Rahmenprogramm der Ausstellung

Sonntag, 17.03.2019, 15 Uhr: Rahmenprogramm zur Ausstellung „50 Jahre VDP“
„Globbo oder Ein fröhlicher Weltuntergang“ – für alle ab 4 Jahren

Der gutmütige und große Globbo ist eine Welt für sich. Auf seinem Kopf wachsen die schönsten Blumen, Blätter und Beeren. Plötzlich klettern zwei kleine Wesen aus seinem Pelz und richten sich dort inmitten von zotteligem Gestrüpp ein. Doch schon bald gibt es Streit um die süßen Beeren, um das größere Nest und besonders um die  schönen Glitzersteine. Und während sie ihre Vorräte anhäufen und ihre Schätze sichern, merken sie gar nicht, wie der gutmütige Globbo langsam in die Knie geht …

Es spielt Matthias Träger vom Figurentheater tearticolo (und Erster Vorsitzender des Berufsverbandes Deutsche Puppentheater e. V.).
 
 

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