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Kultur-Sonderpreise für Marita Peil und Hombes Hornberger
Heimatforschung aus Perspektive der Zeitzeugen und Pflege der Mundart gewürdigt

Kultur-Sonderpreise für Marita Peil und Hombes Hornberger

Für den Kulturpreis in der Sparte Literatur waren Marita Peil und Rudolf „Hombes“ Hornberger vorgeschlagen. Jetzt wurden ihnen – verdientermaßen – Sonderpreise verliehen: für lebendige Geschichtsschreibung beziehungsweise für die Pflege der heimischen Mundart.

Dieser Sonderpreis sagt Dank für das bislang Geleistete“, erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer in der April-Sitzung des Stadtrats, „er möge bestärken und womöglich Weiteres beflügeln.“

Sonderpreis für lebendige Geschichtsschreibung an Marita Peil

„Die Heimatforscherin Marita Peil arbeitet mit großem Aufwand und geringen Mitteln. Frau Peil schaut hin, hört zu, hört nach“, sagt die Oberbürgermeisterin in ihrer Laudatio. Und weiter: „Sie forscht und sammelt, sie ordnet die Erinnerungen und präsentiert sie einer immer größer werdenden Leser- und Fangemeinde. Die Bücher von Marita Peil zeugen von außergewöhnlicher Akribie und von Fleiß. Ihre Heimatverbundenheit und die Freude an der Sprache finden in ihren Büchern Ausdruck.“

Marita Peil mache sich auf Spurensuche und halte unsere Erinnerungen wach. Zeitzeugen berichten über ihre subjektiven Erfahrungen in der Vergangenheit. Erinnerungen, die Autorin um zahlreiche historische Fakten ergänze. Als „Garant einer lebendigen Geschichtsschreibung“ arbeite sie nicht nur Akten auf, sondern suche den Kontakt zu den Zeitzeugen. „Die Arbeiten von Frau Marita Peil sind ein Glückfalls für das Erinnerungsvermögen unserer Stadt.

Marita Peil: „Es soll nichts verloren gehen“

Das Material für ihre Büche trage sie in öffentlichen Archiven zusammen, vor allem im Stadtarchiv, „einer wahren Fundgrube an Schätzen“, schilderte Marita Peil. Außerdem stamme es aus privaten Archiven und aus Zeitzeugenberichten.

Das überaus große Interesse an ihren Büchern zeige, dass sie „den Nerv der Leser“ getroffen habe, meint die Heimatforscherin . „Es werden weitere Bücher folgen“, versprach sie, das nächste am 25. Oktober 2013. „Mein Hauptanliegen dabei: Es soll nichts verloren gehen.“

Sonderpreis für sein Wirken zur Pflege der heimischen Mundart: Rudolf Hornberger

Weil er so schreibe, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, also in Kreiznacherisch, bewahre Rudolf Hornberger die heimische Mundart für die Nachfolgenden, sagte Kulturdezernentin Andrea Manz.

Ein kraftvoller Dialekt, der Innigkeit mit herzlicher Direktheit paare, sei Hombes’ Sprache; seine Geschichten seien geprägt von einem Blick fürs Wesentliche oder Lustige. Sie seien „O-Töne des Lebens“, die akzentuieren und austeilen können, aber auch für Schwächere eine Lanze brechen. Um seine Sprachkunst beneide sie den Mundartautor, bekannte die Kulturdezernentin.

Natürlich antwortete der Hombes in seiner „Mudderspraach“. Jetzt müsst Ihr mich auch aushalten, es dauert ein paar Minuten, kündigte er an. Er wandte sich an die „liib Fraa Obberbürgermeischterin“, um dann zu erläutern, dass es „lieb“ in der Muttersprache gar nicht gebe: So weit legen wir uns gar nicht aus dem Fenster. „Ich hon disch gere“, sei schon viel, oder ausnahmsweis’ auch „arisch gere“. „Liib“ sage er nur, weil er ja zur Oberbürgermeisterin nicht sagen könne „ich hon disch arich gere.“

Hombes: Muttersprache ist wie eine Zweitsprache

An die liebe Oberbürgermeisterin, die Bürgermeisterin und die Kulturdezernentin, die lieben Leute im Stadtrat und im Kulturbeirat richtete Hombes dann seine Dankesrede. Schön sei es und es ehre ihn, dass man ihm auf die alten Tage noch die Gunst angetan und den Sonderpreis verliehen habe, den man ja bei einem alten Bock wie ihm nicht mehr Förderpreis nennen könne. „Trostpreis hätt’ gelangt.“ Er bedankte sich herzlich für den Sonderpreis, womit, wie er meint, Bad Kreuznach wohl als erste Stadt in Rheinland-Pfalz der (erst wenige Tagen alten) Aufforderung der Landesregierung, die Mundart zu fördern, nachgekommen sei.

Die Mundart sei wie eine Zweitsprache, die so nebenher lebt. Die aber der Hochsprache oft überlegen ist, weil man sich in der Mundart viel differenzierter ausdrücken kann. In der Mundart gibt es Wörter, die hat einer in der Hochsprache noch nie gehört, er weiß gar nicht was man meint. Dies sei die Sprache deren, die nicht lesen und nicht schreiben konnten. Da hat jeder geredet, wie er es vom andern gehört hat. Mundart ist meistens kräftig, denn wenn die kleinen Leute wollten, dass man sie hört, ging das umso besser, je kräftiger sie im Ausdruck waren. Mundart war die Sprache von der Gass’, und die Gässje haben so geredet.

Hombes schreibt seine Muttersprache so auf, wie sie für ihn klingt – schwer zu lesen für Fremde, aber in der Lautmalerei die wohl bessere Überlieferung. „Deswegen, wenn’s klemmt, meine Stiggelcher laut lesen. Das kann ich jedem nur raten, dann kímmt er auch dahinter.“

Ich dank euch noch emol für die Mühe, die ihr euch mit meiner Muttersprach gemacht habt, sagte Hombes Hornberger zu Schluss seiner Rede vor dem Stadtrat.

Thomas Gierse

Das Foto zeigt Marita Peil (2. von links) und Rudolf "Hombes" Hornberger neben Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer (links) und Kulturdezernentin Andrea Manz.

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