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Sein Lebenswerk wirkt bis heute nach: Würdigung von Dr. Karl Aschoff zum 75. Todestag
Apotheker, Forscher, Unternehmer und Freimaurer

Sein Lebenswerk wirkt bis heute nach: Würdigung von Dr. Karl Aschoff zum 75. Todestag

Bad Kreuznach, 5. August 2020
Vor 75 Jahren, am 19. Juli 1945, verstarb Karl Aschoff, dessen Name aus guten Gründen heute noch in Bad Kreuznach sehr präsent ist: Mit ihm verknüpft ist das sogenannte Kreuznacher Verfahren, das für das Kurwesen Soleanwendungen und Radontherapie miteinander kombiniert.

 
„Dr. Karl Aschoff gehört zu den Persönlichkeiten, die mit ihrer Lebensleistung im besten Sinne Spuren in der Stadt hinterlassen haben, die bis heute sichtbar sind und nachwirken“, würdigt der für das Kurwesen zuständige Bürgermeister Wolfgang Heinrich Apotheker und Naturwissenschaftler.


Schwanen Apotheke Brueckenhaeuser Mannheimer Str 88 630px

Im Zuge der Nahebrücken-Sanierung wurde der Schriftzug
"Schwanen Apotheke" am heutigen Schwedischen Café wieder freigelegt.



Aschoff, geboren am 12. Juli 1867, setzte die Familientradition einer Dynastie von Pharmazeuten fort. Ursprünglich in Westfalen beheimatet, etablierte Aschoffs Vater, Hermann Ludwig Aschoff, den Bad Kreuznacher Zweig, als er im Jahr 1863 die Schwanen-Apotheke (Foto) erwarb. Dr. Karl Aschoff weitete das Leistungsspektrum dieser Apotheke und des Labors, die er 1892 übernahm, aus und führte physiologisch-chemische, hygienische und lebensmittelchemische Untersuchungen durch. Von besonderer Bedeutung waren die für den Weinbau so wichtigen Wein- und Mostuntersuchungen. In zahlreichen Publikationen stellte Aschoff auch in diesem Bereich ein hohes wissenschaftliches Format unter Beweis.

Vor allem Karl Aschoffs radiobalneologische Forschungen und von ihm betriebene Innovationen in der Stadt machten ihn bekannt. Schon früh unterhielt er ein Röntgenlabor und nahm regen Anteil an der Erforschung und Anwendung der Radioaktivität genommen.


2020-07-19 Radioaktive Substanz Karl Aschoff (Stadtarchiv)


Aschoff stellte er erstmals radioaktive Arzneien her und vertrieb diese (Foto: Stadtarchiv Bad Kreuznach). Wenn bis heute die Radontherapie im Sanitätsrat Dr. Jöckel-Stollen ein Alleinstellungsmerkmal in der Bäderlandschaft Deutschlands darstelle, dann gehe dies auf Aschoffs Forschungen und unternehmerische Initiativen zurück. Mit der Entdeckung des schwachen Radiumgehaltes der Solequellen des Salinentales (1904) und der Entdeckung der Radiumemanation (Radon) im stillgelegten „Rudolf-Stollen“ machte Aschoff Bad Kreuznach zum radiobalneologischen Kompetenzzentrum, das bis in die 30er-Jahre von internationaler Bedeutung war.


2020-07-19 Radium Radon Inhalatorium (Stadtarchiv)


Mit der Inbetriebnahme der Inhalatoriums (1912) (Foto: Stadtarchiv Bad Kreuznach) schuf Aschoff eine therapeutische Einrichtung geschaffen, die bis heute Menschen mit chronischen Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen die Hoffnung auf Linderung ihrer Leiden eröffne und von vielen Langzeitpatient*innen sehr geschätzt werde.


Das von Aschoff entwickelte „Kreuznacher Verfahren“, das Radontherapie und das Kurmittel Sole kombiniert, hat Medizingeschichte geschrieben. Als Stadtrat und Mitglied der Geschäftsführung der Kurbetriebe gestaltete Aschoff die Geschicke des Heilbades in schwierigen Zeiten aktiv mit. Leider musste Aschoff noch die Zerstörung des alten Inhalatoriums im Jahr 1945 miterleben.

Wenn die Radontherapie dann ab den 50er-Jahren wieder aufblühen konnte, so ist dies sehr eng mit der Lebensleistung von Sanitätsrat Dr. Hans Jöckel verbunden, der in den 70er-Jahren an der Neueröffnung des Stollens mitwirkte und diesen später selbst leitete. Heute trägt der Nuklearmediziner Dr. Andreas Zöller die medizinische Verantwortung für den von dem Unternehmen Accumeda betriebenen Stollen.


Ein großer, oft für Veranstaltungen genutzter Saal am Haus des Gastes, wird landläufig als "die Loge" bezeichnet. Auch dies sei, wenn auch weniger bekannt, ein Zeugnis von Aschoffs Wirken, sagt Bürgermeister Heinrich. Aschoff war viele Jahr Leiter der Bad Kreuznacher Freimaurerloge „Die Vereinigten Freunde von der Nahe“. Diese förderte das Viktoriastift, eine bis heute bundesweit anerkannte Einrichtung der Kinder-Reha sei. In der Funktion als „Meister vom Stuhl“ (1905-1929) war Karl Aschoff maßgeblich am Neubau des Logengebäudes, geplant von Willibald Hamburger, in der heutigen Dr.-Alfons-Gamp-Straße beteiligt. Die Loge musste in der Zeit des Nationalsozialismus 1935 schließen und wurde enteignet. Heute ist das ehemalige Logengebäude als Veranstaltungszentrum in das Haus des Gastes integriert.

Angesichts dieser nachwirkenden Bedeutung der Lebensleistung Aschoffs hat die Stadt nicht nur eine Straße und eine Rheumaklinik nach ihm benannt, sondern Aschoffs radiobalneologische Leistungen 2004 und 2012 bei Festakten gewürdigt. 2017 – anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Kur – stellte eine Vortragsreihe der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH mit dem Pharmazeuten und Pharmaziehistoriker Dr. Stefan Drosse auch Aschoffs Beitrag zum Kurwesen heraus. Mit Drosses Dissertation „Der Apotheker Karl Aschoff (1867-1945) und die Anfänge der Radiobalneologie“ liegt seit 2016 eine umfassende Studie zu Leben und Werk des Apothekers und Forschers vor.   
 

Quelle: Dr. Michael Vesper
 
Das Titelbild zeigt die Aschoff-Marmorbüste von Ludwig Cauer (1866-1947) aus dem Bad Kreuznacher Schlossparkmuseum.



 

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