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Umweltpreis: Renaturierung des Guldenbachs
ASV Guldental und sein Projekt

Umweltpreis: Renaturierung des Guldenbachs

Aus einem verwahrlosten, stark belasteten Bach einen ökologisch einwandfreien Guldenbach zu entwickeln, war seit Gründung des Angelsportvereins Guldental das erklärte Vereinsziel. Dass ein Naturschutzjuwel daraus werden würde, wird anfangs kaum jemand geahnt haben. Mit seinem Renaturierungsprojekt bewirbt sich der ASV um den Umweltpreis von RWE Vertrieb AG und hanz-online.de.

Kaum war 1981 der Angelsportverein Guldental gegründet, schafften sich die Angler ein Kompaktlabor an und besuchten Lehrgänge zur Wassergütebestimmung. Der Blick auf die Reagenzgläschen belegte, was alle wussten: Der Guldenbach war stark verschmutzt (Gewässergüteklasse III) und für die Bachforelle als Lebensraum ungeeignet. Dies lag zum einen an Einleitungen ungeklärter Gewässer, zum anderen an der „Strukturgüte“ des Bachlaufs, der der Forelle keinen Unterstand bot.

Seither hat sich vieles getan, sowohl bei der Wasserwirtschaft (Erosion und Bachlaufkrümmung sind heute willkommen) als auch bei den Menschen, die als Nachbarn, Anlieger oder Gewerbetreibende am Oberlauf des Guldenbachs die Arbeit der hartnäckigen Umweltfreunde inzwischen gutheißen.

Alternative Beschreibung
Jürgen Heß zeigte eine einjährige Meerforelle kurz vor ihrer Abwanderung in die Nordsee. Von dort soll sie zum Ablaichen zurück in den Guldenbach kommen, wo sie einst eingesetzt und "geprägt" wurde.
Quelle: Privat/ASV
Man muss Jürgen Heß, der den Verein seit 2003 leitet, nur erzählen lassen. Bald hat man einen profunden Überblick über drei Jahrzehnte Naturschutz aus dem Blickwinkel eines Realo-Utopisten.

Diese beiden Eigenschaften muss wohl in sich vereinen, wer Nachhaltigkeit umsetzen will: Realismus (also Nachsicht) im Umgang mit Menschen und Verwaltungsapparaten, Idealismus (also Hartnäckigkeit) im Festhalten an „Utopien“, solange nämlich, bis die anfänglichen Zweifler anerkennend nicken.

Schon der Anfang war mühsam. Da zogen die visionären Angler mit dem Bestimmungsbuch durch die Natur, um die Köcherfliegenlarve selber bestimmen zu lernen. Später folgten Fortbildungen zum Gewässerwart beim Verband Deutscher Sportfischer, und Jürgen Heß sattelte sogar noch eine Ausbildung zum Umwelttechniker, Schwerpunkt Landschaftspflege, drauf.

Alternative Beschreibung
Der ASV Guldental gestaltet den Guldenbach, indem er etwa mittels Buhnen die Entstehung eines variantenreichen Bachlaufs anregt.
Quelle: Privat/ASV
Seine Brötchen verdient Jürgen Heß weiterhin als Krankenpfleger. Aber der ASV, der Guldenbach und inzwischen auch andere Vereine profitieren von diesem Wissen.

Nachdem mittels Dreiecksbuhnen das kalkulierte – ursprünglich natürliche - Mäandern des Guldenbachs angeregt wurde, seit Schwellen Wellengang und damit Sauerstoffeintrag und Veränderungen in der Bachsohle auslösen und seit auch der benachbarte Auwald wieder regelmäßig überschwemmt wird, weitet sich der Blick auf die Nachbarschaft.

Denn für Lachs und Meerforelle – beides Wanderfische – ist das Öffnen der Wehranlagen „der Schlüssel“. Dafür sind wieder Visionen, Verhandlungen, Verträge notwendig. Die Visionen und das Wissen sind schon da. Auch die erste Rückkehrer-Meerforellen. Ihre Bestimmung, ins „Prägegewässer“ zurückkehren zu müssen, erinnert in sympathischer Weise an der Vereinsvorsitzenden, der sein „halbe Kindheit“ am und im Guldenbach verbrachte. Er kommt davon nicht los.


ASV Guldental
Gegründet 1981 * Gründungsmitglieder waren Matthias und Marcus Harke sowie Arno und Alfred Kluschat, außerdem Hilmar Jansen, Siegbert Kraft und Karl Bühler * 23 Mitglieder * 15 Arbeitseinsätze pro Jahr * Pacht eines 4 Kilometer langen Abschnitts des Guldenbachs * Begrenzung auf zehn Angeltage je Mitglied (die oft verfallen) * Den Namensteil „Sport“ werden die Angler bei nächster Gelegenheit löschen * Kooperationen mit VG Langenlonsheim, BUND und der AG Nahe-Lachs * beliebtes Fischerfest jedes Jahr


Thomas Gierse


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Archiv Umweltpreis RWE/hanz-online 2011




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