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Entsorgen oder verwerten? Konrads Gartentipp zur Endnutzung des Weihnachtsbaums
Von Abdeckung für Stauden bis Verfeuern im Holzofen

Entsorgen oder verwerten? Konrads Gartentipp zur Endnutzung des Weihnachtsbaums

Bad Kreuznach, 07.01.2019
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Den Lesern von hanz-online gibt er Gartentipps.  Der aktuelle Tippe im Januar 2019 zeigt auf, wie kreativ der Weihnachtsbaum verwertet werden kann, wenn man ihn nicht schlicht entsorgen möchte.

 

In diesen Tagen ist es irgendwann an der Zeit, den festlich geschmückten Baum abzuräumen. Soll man ihn nun entsorgen oder verwerten? Entsorgen heißt für mich „ab in die Tonne“. Verwerten bedeutet, den Rohstoff Baum noch auf irgendeine Art und Weise sinnvoll zu nutzen.

Bei vielen hängt der Entsorgungszeitpunkt vom Termin der Müllabfuhr ab. In vielen Dörfern sammelt vor allem die Feuerwehr die Gehölze ein. Die Masse der Mitmenschen ist über diese unkomplizierte Art der Abgabe froh. Grundsätzlich sollten die Bäume frei von Lametta und sonstigem Zierrat sein. Für viele ist dies auch eine Möglichkeit, der Feuerwehr eine Spende zu überreichen.

Was geschieht anschließend mit den Bäumen? In manchen Landkreisen werden sie verbrannt. Als Futter landen sie auf Pferdeweiden oder im Zoo. Auch das eine oder andere Forstamt nutzt das Grün zur Wildtierfütterung im Winter. Gehäckselt habe ich die Nadelbäume schon als Einstreu bei Pferden gesehen. So was Ähnliches kann eventuell auch bei anderen Tieren, Kleintieren/Haustieren brauchbar sein: einfach mal ausprobieren. 
 

 

"Klassisch": Nutzung der Zweige als Schutz im Garten

Darüber hinaus können wir selbst die ausgedienten Nadelbäume zu vielseitigen Dingen nutzen. Beispielhaft seien hier einige bekannte und seltenere Nutzungsmöglichkeiten genannt. Ganz klassisch ist die Nutzung der Zweige als Schutz im Garten zum Abdecken von Stauden, frischen Pflanzungen und natürlich als Winterschutz an Rosen.

Auch winterfestes Gemüse wie Feldsalat kann so vor kalten, austrocknenden Winden oder Sonneneinstrahlung geschützt werden. Gehäckselt finden die Zweige als Mulchmaterial unter Hecken, Sträuchern, Stauden eine sinnvolle Verwendung. Auch als „Unterlage“, als unterste Schicht eines Komposthaufens sind sie einsetzbar. Als ganze Zweige untergelegt, helfen sie bei der Belüftung von unten. Gleichzeitig verbessern sie den Wasserablauf. Nasser Kompost gelingt nicht so richtig.

Natürlich eignen sie sich klein gemacht und eingemischt auch zur Kompostierung. Passend zurechtgeschnitten hübschen ein paar grüne Zweige die oft etwas unansehnlichen Blumenkästen auf. Handwerklich geschickte Mitmenschen fertigen Quirle, Kleiderhaken und sogar Holzknöpfe aus geeigneten Baumteilen an. Sogar Badezusätze, Tee und Schnaps sind aus den verschieden Nadelgehölzen herstellbar. Von Besitzern eines Holzofens weiß ich, dass sie ausreichend trockene Bäume verfeuern. Ob jetzt der Heizwert oder der Duft im Vordergrund steht kann ich nicht einschätzen.

Verboten ist auf jeden Fall die Entsorgung in die Landschaft, nach dem Motto: Das Teil kommt doch aus der Natur, also geb’ ich es wieder dahin zurück. Nach meinem Wissen fällt das unter illegale Abfallentsorgung und ist somit strafbar. Vermeiden Sie daher, den Christbaum einfach in den Wald, in den Straßengraben oder sonstwohin zu werfen.

Sie sehen, es lässt sich einiges mit dem ausgedienten Weihnachtsbaum anfangen. Ihr Ideenreichtum ist gefragt. Wer weiß, was Ihnen noch Brauchbares ganz speziell für Ihre Zwecke einfällt. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Hans Willi Konrad


Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

E-Mail:
[email protected]


 
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