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Kräuselkrankheit an Pfirsich: Jetzt zeigt sich, was im Januar seinen Anfang nahm
Gartentipp Juni 2020 von Pflanzendoktor Hans Willi Konrad

Kräuselkrankheit an Pfirsich: Jetzt zeigt sich, was im Januar seinen Anfang nahm

Bad Kreuznach, 30. Mai 2020
Hans Willi Konrad ist "Pflanzendoktor" beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bad Kreuznach. Sein Gartentipp für Juni 2020 richtet den Blick bereits auf den Januar 2021: Denn im Januar setzt eine Pilzerkrankung ein, die im Jahreslauf Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Mandel und Mandelbäumchen starkzusetzen kann - die Kräuselkrankheit.



Immer wieder fragen mich Gartenbesitzer ab Mai bis in den Juni hinein, was denn mit ihren Pfirsichen los sei. Um diese Zeit ist das Krankheitsbild richtig schön sichtbar. Zweige verkahlen und trocknen ein, Blätter fallen ab, Früchte hängen allein dran, fallen aber unreif ab. Am auffälligsten sind jedoch die verformten Blätter. Sie sehen aus wie aufgedunsen, aufgeblasen, sind weiß-grün-gelb bis rötlich verfärbt. Im Extremfall soll es auch zu einem Befall der Früchte kommen können. 

Diese Pilzerkrankung verwirrt jedes Jahr, egal ob gärtnerischer Jungspund oder alter Hase. Ihr Geheimnis ist: Wenn sie erst sichtbar wird, ist es für eine Bekämpfung zu spät. Die Infektion an den Gehölzen findet je — nach Witterung — schon im Januar statt. Das wird oft vergessen, denn kaum jemand denkt im Winter an Pilzinfektionen. Da ist doch Ruhe eigentlich in der Entwicklung. Grundsätzlich ja, aber wie immer gibt es Ausnahmen. 

Letztes Jahr und auch in 2020 hatten wir ab Januar häufiger recht milde Wintertemperaturen. Das hat „richtig gepasst“. Im Frühjahr kam das böse Erwachen. Die Kräuselkrankheit, wissenschaftlich Taphrina deformans, ist ein Klassiker als Schaderreger am Pfirsich. Auch Nektarine, Aprikose, Mandel und Mandelbäumchen können Schaden nehmen. Im Laufe des Sommers kommen neue Blätter die nicht mehr erkranken. Einen Ertrag können wir trotzdem vergessen. Kommt ein Befall mal vor, ist es halb so schlimm. Langfristiger, jährlicher Schaden schwächt den Baum aber nachhaltig. Ich weiß von Pfirsichbäumen, die nach jährlicher Schädigung abgestorben sind.
 

Was können wir gegen die Kräuselkrankheit unternehmen?

Natürlich, wie so oft, hilft die Sortenauswahl. Im Handel sind widerstandsfähige Sorten zu bekommen. Aus dem biologischen Anbaubereich kommt der Hinweis Knoblauch, Kapuzinerkresse oder Meerrettich auf die Baumscheibe zu pflanzen. Auch sollen Spritzungen mit Schachtelhalmtee schützende Wirkung haben. Jeder Gartenfreund weiß, dass eine Pflanze, die sich wohlfühlt, härter im Nehmen ist. Bedeutet im Umkehrschluss:  Alles, was dem Pfirsich, der die Hauptwirtspflanze ist, gut tut, ist zu fördern. 
 

Bester Pflanzort und Boden

Standort ist aller Pflanzung Anfang. Der Pfirsich ist ein Sonnenkind, er braucht es warm. Kälte und Nässe sind auf Dauer gefährlich. Spätfrost mag er überhaupt nicht. Im März öffnen sich schon seine Knospen. Kommt dann ein Kälteschub erfrieren die jungen Blüten und weg ist die Ernte. So haben sie dann im Sommer einen grünen Pfirsichbaum im Garten, weil er noch einen zweiten Blattaustrieb macht, jedoch keine Früchte. Auch richtig kalte Winde beeinträchtigen das Wachstum dieses beliebten Obstgehölzes. Ein Schub kalte Ostluft macht auch den Blüten Probleme in Form von Erfrierungen. Günstig ist der viel zitierte geschützte Platz an der Südwand. Wichtig ist geschützt. Dieser warme Platz führt natürlich auch zu zeitigem Wachstum. Was die Kälteanfälligkeit durchaus erhöht. Hier darf kein Frost mehr, egal wie und woher, hinkommen. Ich hatte mal einen Pfirsich im eher kühleren Garteneck auf der Obstwiese. Das war grad gar nix: Der hat sich auch nach wenigen Jahren verabschiedet. 


In einer Fachzeitschrift las ich von einem Obstbauexperten, dass der Schnitt einen wichtigen Bekämpfungsansatz liefert. An langen Vorjahrestrieben entwickeln sich die besten Blütenknospen. Durch einen starken Rückschnitt kommt es zur Bildung dieser Triebe. Beim Pfirsich gibt es wahre und falsche Fruchttriebe. Die wichtigen sind natürlich die wahren. Sie haben in der Mitte eine rundliche, dicke Blütenknospe und links bzw. rechts je eine eher spitze, längliche Blattknospe. So haben die wachsenden Früchte quasi um sich rum genug Blätter, die sie ernähren. Der Schnitt soll dafür sorgen, möglichst nur wahre Fruchttriebe zu erzeugen. Befällt der Taphrinapilz den langen, guten Trieb, so ist das nur im unteren Teil. Einige, wenige Blätter gehen kaputt. Was letztendlich für den Baum ungefährlich ist und den Ertrag nicht gefährdet. Wahre Fruchttriebe werden um rund 1/3 eingekürzt. Die wenigen falschen setzen sie auf Stummel von zwei Augen zurück. Hieraus kommen fürs nächste Jahr wahre Fruchttriebe. So viel, vereinfacht, zu diesem speziellen Schnitt. Einen Versuch ist es allemal wert.


Der Boden soll möglichst nährstoff- und humusreich sein. Auch ist es von Vorteil wenn er sich im beginnenden Frühjahr zügig erwärmt. Bei leichten Böden sollte unbedingt eine nachhaltige Verbesserung stattfinden. In diesem Fall geht das gut mit Kompost aus dem Garten. Natürlich kann bei rechtzeitiger Gartenplanung der Gärtner bereits im Jahr vor der Pfirsichpflanzung am Boden schaffen. Beispielsweise mit der Einsaat von Gründüngung. Ausreichend Wasser am Standort ist gerade im Sommer für die Fruchtausbildung von Bedeutung. Allerdings mag er keine nassen Wurzeln, also zu Staunässe neigende Bereiche.
 

Wie erkenne ich den richtigen Bekämpfungszeitpunkt?

Einfach, indem ich mir die Knospen genau ansehe. Ab dem Beginn des Öffnens wird es brenzlig. Als Hinweis immer im Hinterkopf haben, um +10 °C über einige Tage (knappe Woche) regen diese Situation an. Bayerische Gartenakademiekollegen haben folgenden Tipp. Markieren sie ab Ende Dezember/Anfang Januar mit wasserfester Farbe einige Teile von verschiedenen Zweigen. Beginnt das Knospenöffnen sehen sie es an der sich abhebenden Farbe. Ab diesem Zeitpunkt kann der Pilz einwachsen. Feuchtes Wetter ist für Taphrina deformans zusätzlich günstig. Da kann schon Tau oder Nebel ausreichen. Das Wasser schwemmt die Sporen praktisch an/in die Knospen.

Bekämpfungen mit klassischen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Pilz, sogenannte Fungizide, helfen nur, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und gegebenenfalls mit Wiederholungen eingesetzt wurden. 

Als widerstandsfähig gelten folgende Sorten: Alexander, Kernechter vom Vorgebirge, Früher Roter Ingelheimer, Rekord von Alfter, Weinbergspfirsich, Fidelia, Benedicte und Manon. Probieren sie die ausgewählte Sorte vor der Pflanzung. Das gute Stück soll ja schmecken und für seine Verwendung passen. 

Ab und an kreisen Geschichten über resistente Pfirsichsorten. Resistent bedeutet in unserem Fall, diese Sorte bekommt keine Kräuselkrankheit. Bis jetzt ist das nicht so gewesen. Sie können sich bei den Beratungsstellen für Hobbygärtner genauer informieren. Diese Gartenakademien lassen sich leicht über Internetseiten finden.

Also, für die Zukunft: Augen auf ab Ende Januar damit es einen schönen Pfirsichertrag gibt.


Quelle:
Hans Willi Konrad 
(auch Fotos)

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60-68
55545 Bad Kreuznach

E-Mail:
willi.konrad@DLR.RLP.DE
 

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