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Führung ins Dachgebälk der Pauluskirche am Tag des offenen Denkmals
Blicke in ansonsten nicht zugängliche Bereiche des Gotteshauses

Führung ins Dachgebälk der Pauluskirche am Tag des offenen Denkmals

Bad Kreuznach, 12.09.2019
Am Sonntag, 08.09.2019, dem Tag des offenen Denkmals, fand gegen 12 Uhr eine Führung in das Dachgebälk der Pauluskirche statt. 

Herr Oswald Kirchner, der Baukirchmeister der evangelischen Gemeinde Bad Kreuznach, erzählte vor der Führung, einiges über die Geschichte der Pauluskirche und Bad Kreuznachs. Zum Beispiel, dass die Kirche einst von dem Grafen von Sponheim, der in der Kauzenburg lebte, an das Volk gestiftet wurde. Der Grund: Der Metzger Michel Mort hatte seinem Vater in der Schlacht zu Sprendlingen das Leben gerettet. Die Pauluskirche wurde auf einer Insel zwischen Nahe und Mühlenteich erbaut und somit auch zwischen den beiden Stadteilen. 

 
Dies ist ein Beitrag von "hanz-online für Schüler"

Die Namen der Stadtteile Altstadt und Neustadt haben mit dem Alter der Siedlungen zu tun, wie Herr Kirchner erklärte, und sie erscheinen heute nicht mehr logisch. Früher lebten die Menschen zunächst im damaligen Creuzenach in der Nähe des früheren Römerkastells. Dort wütete jedoch ein verheerender Brand, der einen Großteil der Siedlung zerstörte.

Die Bewohner von Creuzenach zogen daraufhin in die Nähe der Burg, wo sie auch den Schutz  der Burgherren genießen konnten. Den Ortsnamen nahmen sie mit, der restliche Teil der Siedlung hieß danach Osterburg.

Auch die weiteren Bewohner der Siedlung am Römerkastell siedelten um: in die Altstadt südlich der Nahe oder in die Neustadt nördlich des Flusses. Die vom Grafen von Sponheim gestiftete Kirche sollte auch die beiden konkurrierenden Stadtteile miteinander verbinden.
 

Dachgebälk "schwebt" über dem Gewölbe

Nach dem ausführlichen Vortrag schließt Herr Kirchner im Durchgang zur Kapelle eine Tür auf, an der ein Schild mit der Aufschrift „Zutritt für Unbefugte verboten“ befestigt ist. Von hier aus führt eine steinerne Treppe auf eine hölzerne Ebene. Ein paar steile Treppen weiter oben sind hölzerne Stege über dem Gewölbe befestigt. Diese Stege „schweben“ allerdings wie das gesamte Dachgebälk über dem Gewölbe, beide haben also keinen Berührungspunkt. Das Gewölbe ist nicht belastbar, es trägt nur sich selbst. Von oben sieht es wie eine graue Betonfläche aus. 

Das Dachgebälk darüber besteht aus Eichenbalken, ist vielfach verzweigt und steht in sogenannten Eisenschuhen auf der Kirchmauer. Das spitze Dach hat außer den schrägen Balken senkrechte Stützen, die auf den sogenannten Zugbalken stehen. Dies sind quer liegende Balken, die dafür sorgen, dass das Gewicht des Daches auf die ca. 1 m dicken Außenmauern geleitet werden kann, ohne dass es die Mauern nach außen wegdrückt. Außerdem gibt es noch verschiedene Streben, die in einer komplizierte Konstruktion dazu beitragen, das ganze Dach zusammenzuhalten. 

Diese tolle Führung, bei der jeder teilnehmen durfte, wird möglicherweise nicht so bald wiederholt, weil Herr Kirchner aus Altersgründen sein Ehrenamt als Presbyter abgeben muss. Bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger auch solche Führungen macht ... 

Luis Gierse (11 Jahre)


Unter dem Dach der Pauluskirche muss man es sich stockdunkel vorstellen, nur die Fototechnik lässt das Gebälk hell erscheinen. Der Seilzug zu Füßen von Baukirchmeister Oswald Kirchner dient dem Herunterlassen der Beleuchtung im Kirchraum.


 

Übrigens

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