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Mehr Leute durch Attraktivität und Lobby begeistern

Caritas fordert mehr Wertschätzung für Pflegeberufe

Der Diözesan-Caritasverband Trier unterstützt die Forderung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn nach einer besseren Bezahlung der Mitarbeitenden in der Altenpflege, die in Altenheimen und ambulanten Diensten arbeiten.

Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel fordert darüber hinaus eine höhere Wertschätzung des Pflegeberufes: „Um genügend Fachkräfte zu gewinnen, braucht der Beruf eine deutliche Attraktivitätssteigerung, die mit einer marginalen Erhöhung des Mindestlohnes nicht zu erreichen ist.“

Anfang Juli hatte Jens Spahn 14 Euro als Mindestlohn ins Gespräch gebracht und damit eine Einkommensverbesserung für viele Altenpflegekräfte erreichen wollen. Hochgerechnet spricht Spahn von einem zukünftig festgelegten Monatseinkommen von mindestens 2.500 Euro. Zum Vergleich: Pflegefachkräfte der Caritas verdienen bereits heute im Schnitt knapp 3.500 Euro brutto.

Vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels haben viele kirchliche Pflege-Einrichtungen neue Ansätze zur Personalgewinnung entwickelt. Die Hauptaufgabe besteht darin, das schlechte Image des Pflegeberufes zu verbessern und jungen Menschen näherzubringen, dass Berufe in der Pflege attraktiv und sinnstiftend sind. Ambulante und stationäre Einrichtungen der Altenhilfe bieten seit Jahren verstärkt Ausbildungsplätze in der Altenpflege an, denn Ausbildung ist nach wie vor der beste Weg zur Personalgewinnung.

Der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. – Träger je einer Sozialstation in Bad Kreuznach und in Emmelshausen – schließt sich dem Apell des Diözesanverbandes an: „Der von unserem Dachverband bistumsweit registrierte Fachkräftemangel ist längst auch bei uns vor Ort spürbar“, betont Victoria Müller-Ensel, Direktorin des Ortscaritasverbandes.

„Um mehr junge Leute für eine entsprechende Ausbildung zu begeistern, brauchen die Pflegeberufe eine starke Lobby.“ Gefragt sei hier nicht zuletzt die Politik, so Müller-Ensel weiter. Ein verändertes Bewusstsein bilde die Grundlage, um die verfügbaren Ausbildungsplätze besetzen zu können.

„Ohne Frage ist die Pflege alter und kranker Menschen eine anspruchsvolle Tätigkeit – körperlich, psychisch, aber auch intellektuell“, räumt die hiesige Caritasdirektorin ein. „Starke Ausbildungsjahrgänge und in der Folge eine solide Personaldecke seien aber das Instrument, um die Belastung der einzelnen Pflegekraft dauerhaft auf ein gesundes Maß zu reduzieren“, ist Müller-Ensel überzeugt.

Mehr Infos zum Berufsbild in der Altenpflege und den aktuellen beruflichen Perspektiven gibt es in den Caritas-Sozialstationen Bad Kreuznach (Tel. 0671/83828-30, Marianne Karda) und Emmelshausen (Tel. 06747/9377-14, Ursula Ritt) oder per E-Mail an [email protected].


Quelle:
Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V.


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