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Ein Segen: Katholische Kirche geht auf die Menschen zu
Ungewöhnliches Angebot am Valentinstag

Ein Segen: Katholische Kirche geht auf die Menschen zu

Bad Kreuznach, 16.02.2019
"To-go"-Produkte wie Kaffee oder Pizza sind gang und gäbe. Ungewöhnlich sind hingegen Mitnehm-Angebote wie der „Segen to go“, den die katholische Kirche in Bad Kreuznach am Valentinstag (14. Februar) vor dem Bahnhof anbot.

„Das Angebot richtet sich vor allem an Verliebte, deren Zeit knapp bemessen ist“, erklärte dazu Daniel Bidinger vom Dekanat Bad Kreuznach. Der Valentinstag ist der Todestag von Bischof Valentin, der sich für junge Liebespaare einsetzte.


Pastoralreferent Bidinger stand mit anderen Ehren- und Hauptamtlichen auf dem Bahnhofsvorplatz und gab den schnellen Segen aus. Auch Pfarrer Monsignore Dr. Michael Kneib von der Pfarrei Heilig Kreuz beteiligte sich an der "Segen to go"-Aktion. „Wir fragen die Interessierten, für wen die Segensbitte ist und ob der Segen mit einer Handauflegung auf den Kopf oder auf die Schulter geschehen soll“, erklärt er zum Ablauf der ungewöhnlichen Prozedur.

Bidinger und die vier Mitorganisatoren sind von der Aktion überzeugt: „Viele Menschen suchen heute nach mehr als einem Strauß roter Rosen oder einem romantischen Candle-Light-Dinner“. Der Segen Gottes soll in die Beziehung hineinwirken und so die Partnerschaft stärken. 

Die ersten Besucher am Stand waren allerdings ein paar Jugendliche im Alter von etwa 14 Jahren. „Was ist Segen?“, fragte ein muslimischer Junge und zeigte auf das große Schild. „Es ist ein guter Zuspruch von Gott“, erklärt Bidinger.

Zwei, die dieses Angebot gerne annahmen, waren Henrike Pantea und ihr Mann Carsten: „Wir finden diese neue Aktion von der Kirche eine gute Sache“. Sie sind auf den Tag genau zehn Jahre ein Paar und seit einem halben Jahr Eltern von Zwillingen. Cäcilia und Josef Brantzen sind bereits seit 46 Jahren verheiratet – „und immer noch glücklich“, betont der Ehemann. 

Eine junge Frau erbittet den Segen für ihre Kinder, die in einem Pflegeheim untergebracht sind. Pfarrer Kneib segnet auch die Mutter und erbittet für sie Kraft gegen ihre Antriebslosigkeit. Auch andere Besucherinnen und Besucher auf dem Bahnhofsvorplatz zeigen viel Vertrauen und öffnen sich gegenüber den Seelsorgerinnen und Seelsorgern.
 

Auf die Menschen zugehen

Die Aktion findet im Rahmen des Projektes NAHeRaum statt. „Wir gehen auf Menschen zu“, erklärt Bidinger sowohl die Intention des „Segen to go“ als auch des Raumes in der Mannheimer Straße 82/Ecke Klappergasse. In diesem Stadtviertel leben viele einsame, ältere Menschen und Alleinstehende, die sich durch unterschiedliche Aktionen angesprochen fühlen. Getragen wird das Projekt, das von der Synode inspiriert ist, vom Dekanat Bad Kreuznach und der Stadtpfarrei sowie dem Bistum Trier.

„Wir haben uns gemeinsam überlegt: Was braucht es denn?“ Das Projekt laufe nun gut an: „Wir haben etwa fünf bis sechs Anfragen pro Woche für neue Kooperationen; darunter fallen auch ein Lachyoga- und ein Tanzevent“, berichtet Bidinger. Es sei ein Kreativraum, der mit den Menschen weiterentwickelt werden soll. Für Passanten ist das nicht ganz ersichtlich, wenn sie durch die buntgeschmückten Schaufenster schauen. „Was verkaufen Sie hier?“, werden Bidinger und seine Kolleg*innen oft gefragt. Eine passende Antwort ist schnell gefunden: „Gespräch und Dialog“. So heißt ein wöchentliches Angebot „Das Ohr“. Hier können Besucher*innen einfach eintreten. „Eine Frau hat mir mal ihre gesamte Lebensgeschichte erzählt“, erinnert Bidinger sich.

„Es ist ein anderes Auftreten von Kirche“, sagt Bidinger und blickt sich in dem sonnendurchfluteten Raum mit wilden Kunstwerken vom vergangenen Workshop, Sitzhockern aus Pappkartons und roten Herz-Luftballons im Fenster um.

An Aschermittwoch (6. März) findet eine weitere Aktion statt. Unter dem Titel „Asche to go“ werden von 14 bis 18 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz Aschekreuze ausgeteilt.

► Das Team vom NAHeRaum würde sich noch über einige Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände wie eine Sitzecke, Besteck oder Kinderspielzeug freuen. Ansprechpartner ist Daniel Bidinger: [email protected]


Foto: Cäcilia und Josef Brantzen ließen sich von Pfarrer Kneib (links) segnen.

Quelle:
Bistum Trier, Bischöfliche Pressestelle

 

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