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„Mehr als Platte“ - was serielles Bauen besser kann als „Stein auf Stein“
Diskussion über ergänzende Wege im Bau

„Mehr als Platte“ - was serielles Bauen besser kann als „Stein auf Stein“

Bad Kreuznach, 05.04.2019
„Alles andere als Platte“ – diesen Titel hatte die Gewobau für eine Infoveranstaltung zu seriellem Wohnungsbau gewählt. Die Referenten in dieser Veranstaltung von Gewobau und Stadt Bad Kreuznach sollten herausarbeiten, was „Platte“ beziehungsweise die serielle Bauweise heute dem schlecht beleumundeten Plattenbau von ehedem voraus hat.


„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, betonte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer in ihrer Begrüßung. Doch Normen und Vorschriften setzten Rahmen, die per se die Herstellungskosten so weit in die Höhe treiben, dass die Möglichkeiten von Menschen mit geringem Einkommen überschritten werden. Eine erhöhte staatliche Förderung biete hier nur eine Teilantwort, denn die eigentliche Frage laute: „Wie schafft man es, das Bauen etwas preisgünstiger zu gestalten?“ Hierauf beziehe sich die Veranstaltung zum Thema modularer und serieller Wohnungsbau.
 

Kostengünstiger bauen

In einem Rückblick auf Wohnbauten aus den letzten 100 Jahren zeigte Karl-Heinz Seeger, dass es verschiedene Formen von Serienbauweisen auch in Bad Kreuznach gab, etwa in der Salinenstraße (20er-Jahre) oder in der Schubertstraße (50er-Jahre). Um serielles Bau im heutigen Verständnis handelte es sich dabei aber nicht. „Das Entscheidende beim seriellen Bau ist, dass die Produktionsstätte von der Baustelle in die Fabrik übertragen wird“, erläuterte Seeger. Das Gegenstück ist der Manufakturbau à la Stein auf Stein.


2019-03-21 Ruedesheimer Str Rewe Neubau

"Platte" en gros: In der Rüdesheimer Straße demonstriert der Neubau eines Rewe-Marktes gerade die atemberaubende Geschwindigkeit des seriellen Neubaus im gewerblichen Bereich.


Wenn also baugleiche Elemente wie Treppenhäuser, Aufzugsschächte oder tragende Wände industriell vorgefertigt und an der Baustelle eingesetzt werden, spart dies Zeit und Geld. Eine Kostenersparnis ergibt sich auch durch sogenannte Skaleneffekte, wenn der Stückpreis desselben Bauteils bei großen Stückzahlen sinkt. „Diese Effekte ermöglichen eine Vergünstigung um 15-20 %“, erklärte der Gewobau-Geschäftsführer.
 

Digitalisiert bauen ...

Von weit höheren Einsparmöglichkeiten sprach Prof. Dr. Stephan Ruhl von der Hochschule Mainz. „In der Summe geht man davon aus, dass es Einsparungen zwischen 48 und 60 % geben kann“, berichtete er, allerdings nur bei Einsatz von Produktivitätstechniken im Sinne von „Bau 4.0“, also eines an der Industrie orientierten Digitalisierungsgrades. Denn im Vergleich zu anderen Branchen sei die Digitalisierung in der Bauindustrie noch nicht weit vorangeschritten: „Die Produktivität ist seit 1995 nicht deutlich gestiegen.“

Prof. Ruhls Thema an diesem Abend lautete „Serielle Gebäudesanierung - eine Lösung für die Wohnungswirtschaft“. Gleichwohl treffen die meisten Aspekte von serieller Bautätigkeit auf Sanierung und Neubau gleichermaßen zu. In beiden Fällen sind Energiesparnormen ein wichtiger Anlass für Kostensteigerungen, und in beiden Fällen können Standardisierung, Vorfertigung und Bauzeitverkürzung zu deutlichen Kostenreduzierungen beitragen. 
 

... und sanieren

Denn ebenso wie beim Neubau, wo unter anderem fertig verrohrte Wände oder Raummodule zum Einsatz kommen können, sei dies auch bei seriellen Sanierungen möglich. Dabei denkt Ruhl nicht an exklusive Solitärbauten oder denkmalgeschützte Häuser, sondern an Mehrfamilienhäuser mit einfacher Architektur, zwei bis vier Stockwerke hoch, von denen in Deutschland rund 500.000 saniert werden müssen. Das Volumen hierfür wird auf 120 Mrd. € geschätzt. Nach Art von „Energiesprong“ aus Holland, womit die Energieeffizienz von Häusern auf ein neues Niveau gehoben wird, wurden auch in Deutschland erste Versuche gestartet. Das Ziel sind energieautarke Bestandsbauten, die, übers Jahr gerechnet, ebensoviel Energie produzieren wie sie verbrauchen und bei denen die Sanierungskosten durch die Energieeinsparung wieder eingespielt werden.

„Energiesprong“ und seine Nachahmer seien sehr stark digital geprägt, betonte Prof. Ruhl. Angefangen von einem 3-D-Scanner, der den Altbau vermesse, bis hin zur Arbeitsanweisung an den Handwerker verlaufe der mehrstufige Bauplanungsprozess in industrieller Manier rein digital.
 

Trotz Fachkräftemangel bauen

Neben Wohnungsnot und Baukostensteigerung führte Stephan Ruhl einen dritten Aspekt ins Feld, der serielles Bauen erfordere: den Personalmangel am Bau. Neben den energetischen Anforderungen werde der Fachkräftemangel am Bau von Bauunternehmen derzeit als das prägendste Problem bezeichnet, erklärte er. 

Während die Industrie den Fachkräftemangel durch Produktivitätssteigerungen ausgleichen konnte, stehe diese Entwicklung hier noch aus: “Am Bau hat das noch nicht funktioniert.“ In der Folge trage der Fachkräftemangel genauso wie die energetischen Anforderungen zur Kostensteigerung bei. 
 

Schneller bauen ...

Bei Vorgehensweisen, wie Prof. Ruhl sie beschreibt, nimmt die eigentliche Sanierung nur wenige Tage in Anspruch: Mieter werden von den Arbeiten kaum und nur kurz gestört. Bei Neubauten wie dem Projekt der Gewobau in der Gerbergasse (Visualisierung ganz oben) kommen ähnliche Apekte zum Tragen: Wo kein Platz für einen Bauplatz ist, sind geringer Flächenbedarf und Schnelligkeit der Bauleute wichtig. 

Bei diesem Projekt handelt es sich um einen Hybridbau: einem Bau aus Holz und Beton. Im Hybridbau, bei dem vorgefertigte Elemente oder Module Verwendung finden, gebe es im Vergleich zu anderen Bauverfahren die optimale Zeitersparnis, Vorfertigung und Gestaltungsfreiheit, sagt Thomas Kruppa, Architekt aus Luxemburg. Im konventionellen Massivbau sei die Zeitersparnis sehr gering, dafür die Gestaltungsfreiheit sehr groß. Beim Modulbau mit kompletten Raumeinheiten sei die Zeitersparnis dank Vorfertigung sehr hoch, aber die Gestaltungsfreiheit sei nicht gegeben.
 

... "sozial und gut"

Thomas Kruppas Vortrag trug den Titel „Sozial, schnell, gut“ — abgeleitet aus einem preisgekrönten Wettbewerbsbeitrag, bei dem es darum ging, einen schnell zu erstellenden, innovativen und bezahlbaren Wohnraum zu konzipieren. Weil „im Wohnungsbau anders gedacht werden muss“, haben Kruppa und seine Kollegen den Modulbau konzeptionell weiterbetrieben, indem sie unter anderem einen Bauteilekatalog erstellt haben. Somit können unterschiedliche Nutzungen von Single bis Großfamilie mit Grundrissvariationen und eingesetzten Mikromodulen (wie Dusch- oder Küchenmodul) sowie Tür- und Fensterlementen berücksichtigt werden.

Der Hybridbau bietet, speziell mit Blick auf die rheinland-pfälzische Bauordnung, auch Vorteile hinsichtlich Brandschutzanforderungen (durch Decken aus Beton). Seine Vorzüge reichen bis in die Sanierung, weil Einbauten wie Küche und Sanitär schon aus geschmacklichen Gründen am ehesten ausgetauscht werden.
 

Vielfältig bauen ...

Hybridbauten lassen nach Thomas Kruppas Worten Spielraum bei der Wahl der Materialien von Metall bis Holz oder Ziegel. Wie dies aussehen kann, zeigt das Gewobau-Projekt in der Gerbergasse, das „serielles Bauen neu interpretiert“, wie Karl-Heinz Seeger sagt. An der Fassade sei ein Plattenbau nicht zu erkennen.


2018-09-21 HUB Gewobau Schuberstr

In der Schuberstraße entsteht gerade "HUB", ein Hybridbau der Gewobau aus Holz und Beton.


„Seriell ist alles andere als monoton“, so Seeger, sondern vielfältig. Innerhalb des modularen Systems könne man sehr wohl variieren, bei Grundriss und Fassade, beim Einbau von Balkonen oder Loggien. 
 

... und flexibel

Wie dies rein praktisch aussehen kann, demonstrierte Klaus Christ, Bauamtsleiter bei der Stadt Bad Kreuznach, an Schulbauten, wie sie vor allem Unternehmen aus Österreich und der Schweiz realisieren. Ausgehend vom bekannten stapelbaren Übersee-Container, leitete Christ die Möglichkeiten schneller und zugleich ansprechender sowie flexibler Modul-Architektur her. 

Digital produziert und mit schmucken Holzfassaden versehen, könnte hierin auch eine Antwort auf die Frage liegen, wie Bad Kreuznach seinem Schulraumbedarf gerecht werden kann. „Wir wissen, dass Schulraum bis 2030 fehlen wird“, erläuterte Christ: Jetzt „stehen die Kinder vor der Tür“, es müsse daher relativ schnell gebaut werden, und zwar eine große Schule samt Sporthalle.

Christ sprach auch den temporären Schulbau an, also die Möglichkeit, Bauten als Zwischenlösung zu sehen. Ein Aspekt, den auch Architekt Kruppa berücksichtigte, nämlich die Wiederverwendung von Elementen oder Modulen nach der Erstnutzung. Es gibt sogar Leasingmodelle für solche Module. 
 

Bauen mit hilfreichen Rahmenbedingungen

Aus Sicht des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen (VdW) war nie die Bautechnik die Herausforderung beim seriellen Bauen, sondern die Rahmenbedingungen.

Sei es das Vergaberecht, das bei öffentlichen Unternehmen europaweite Ausschreibungen ab einem Volumen von 5 Mio. € verlangt, seien es die 16 Bauordnungen der Länder: Hierin liegen Kostennachteile, weil zum Beispiel ein Anbieter von Modulen sein Angebot nicht an den Anforderungen nur eines Landes, sondern an den Maximalforderungen aller Länder orientiere werde. Eine Musterbauordnung für ganz Deutschland würde erhebliche Einsparungen ermöglichen, erklärte Frederik Ruhrort vom VdW.

Inzwischen hat der Gesamtverband der Wohnungswirtschaft für seine Mitglieder eine Rahmenvereinbarung über die Adaption von neun verschiedenen Konzepthäusern geschlossen: Bei einer hohen Preissicherheit und derzeit auf dem Preisniveau von 2016 können Unternehmen der öffentlichen Wohnungswirtschaft auf diese Konzepte zugreifen und sie seriell umsetzen.
 

Bauen je nach Anforderung

Einige Tage nach der Veranstaltung am 20. März 2019 meldete sich die regionale Ziegel-Lobby zu Wort und stellte Argumentionen aus der Veranstaltung als unwahr hin. Unter anderem wurde in einem Leserbrief die Behauptung aufgestellt, dass die serielle Bauweise regionale Unternehmen weitgehend ausschließe.

Damit wird der Leserbriefschreiber den Inhalten der Veranstaltung nicht gerecht, insbesondere nicht der Rolle der Gewobau in diesem Zusammenhang. Denn Geschäftsführer Karl-Heinz Seeger hatte aus den Vorteilen des seriellen Bauens nicht abgeleitet, dass dem handwerklichen Bauen nun das Ende drohe: „Es ist so, dass der Manufakturbau nicht mehr allein stehen wird. Er wird bleiben“, schon, weil man manche Häuser gar nicht aus Modulen errichte könne. „Wir werden ein Nebeneinander und unter Umständen eine Ergänzung haben.“

Thomas Gierse


2019-03-20 Gewobau-Veranstaltung Platte Sertielles Bauen

Gastgeber Karl-Heinz Seeger (Geschäftsführer der Gewobau, rechts) im Gespräch mit (von rechts) Frederik Ruhrort (Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen), Thomas Kruppa (Architekt), Prof. Dr. Stephan Ruhl (Hochschule Mainz) und Klaus Christ (Leiter Bauverwaltung Bad Kreuznach.


 

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