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Bourg-en-Bresse: Mit Euphorie und Realismus in die nächsten 50 Jahre
Freundschaftliche Atmosphäre lenkt nicht von Erfordernissen für die Zukunft ab

Bourg-en-Bresse: Mit Euphorie und Realismus in die nächsten 50 Jahre

Wenn Guillaume Lacroix aus Bourg-en-Bresse das Wort ergreift, darf man sich auf charmante Übertreibungen freuen. Das förmliche Ja zur Fortsetzung der Städtepartnerschaft ist nach den Worten des für internationale Beziehungen zuständigen Beigeordneten "eine Unterschrift als Liebesbeweis und als Zeichen der Leidenschaft". Warum nicht, ein wenig Euphorie kann einer 50-jährigen Beziehung nur guttun.

Als am Abschiedsabend der Regen auf das Zirkuszelt prasselt, bezeichnet er sein (deutsches) Publikum als „die Sonne, die wir draußen vermissen“, und die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin nennt Guillaume Lacroix „die schönste Sonne Deutschlands“. Neben diesen betonten Freundlichkeiten warfen die politischen Repräsentanten der beiden Partnerstädte Bourg-en-Bresse und Bad Kreuznach beim Jubiläumstreffen auch Blicke auf die Entwicklung und Struktur der so erfolgreich gefestigten Partnerschaft.


Alternative Beschreibung
"Alle Menschen werden Brüder" - diese Kinder sangen zum Beginn der Abschiedsveranstaltung in Bourg die Ode an die Freude.
Foto: Thomas Gierse
Bei der Unterzeichnung der „Vertragsverlängerung“ rief der Bad Kreuznacher Beigeordnete Wolfgang Heinrich die mehr als 1000 Treffen und mehr als 100.000 Begegnungen von Menschen beider Städte in Erinnerung.

Dies griff Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer in ihrer kurzen Dankesrede auf.

"Wir werden mit allen Kräften die Partnerschaft unterstützen und mit neuen Ideen fortsetzen. Insbesondere werden wir den Austausch der Jugend, der Schulen und Vereine, aber auch zwischen Verwaltungen und Wirtschaft der beiden Städte fördern." Für die Partnerschaft mit den Schulen appellierte Charlotte Dominjon mit viel Herzblut. Die ehemalige Stadträtin für internationale Beziehungen engagierte sich über Jahrzehnte für die Kontakte zwischen den Schulen. Beide Seiten müssten dem erlahmenden Interesse entgegenwirken, beschwor sie.

Bürgermeister Jean-François Debat betonte die Bedeutung der Städtepartnerschaft in einem krisengeschüttelten Europa. "Wir müssen entschieden gegen eine Rückkehr des Nationalismus kämpfen."

Kaster-Meurer: Frieden und Freundschaft wollen erarbeitet sein

Dr. Heike Kaster-Meurer dankte Maire Jean-François Debat für die anregenden Gespräche während des Aufenthaltes. „Unsere Freundschaft hat sich in den zurückliegenden 50 Jahren als sehr wandlungsfähig erwiesen. Sie hat sich immer wieder verjüngt, sie hat mit neuen Ideen und neuen Inhalten, neuen Akteuren und neuen Projekten immer wieder neue Energie, neue Begeisterung und Lebenskraft gewonnen.“

Alternative Beschreibung
Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer zwischen der Übersetzerin und dem Beigeordneten Guillaume Lacroix.
Foto: Thomas Gierse
Dann erinnerte Kaster-Meurer an die Zeit seit den Beschlüssen zur Städtepartnerschaft im Jahre 1963.

Zunächst habe es bei dem offiziellen Austauschprogramm „überschaubare Teilnehmerzahlen“ gegeben. Kein Wunder, hatte es doch zuvor eine „geradezu unglaubliche Wende von der Konfrontation zur Kooperation gegeben“.

Diese Wende sei für die Nachbarn sehr wohl ein Wagnis gewesen, meint Kaster-Meurer, denn die meisten Franzosen dürften sich die Frage gestellt haben: „Kann man mit diesen deutschen Nachbarn Frieden haben, der nicht durch Waffengewalt erzwungen wird?“

Freundschaft im privaten Bereich entstehe durch persönliche Erfahrungen und Beziehungen, die Teil der eigenen Lebensgeschichte werden. „Es sind immer Bürgerinnen und Bürger, die die Motoren diese Freundschaft sind“, es seien immer einzelne Menschen, die Weichen stellen, Verbindungen knüpfen und Interesse wecken. „Den Pionieren dieser Freundschaft in Bad Kreuznach und in Bourg gilt mein ganz herzlicher Dank.“ Wenn alte Aktivisten ihre Arbeit beendeten, gingen auch Projekte zu Ende, doch entstanden stets auch neue. „Es kommt nun auf uns alle an, diese Erneuerungsfähigkeit unserer Städtepartnerschaft zu erhalten.“
  • 1963 besuchten 26 Bad Kreuznacher die Partnerstadt Bourg
  • 1973 kamen fast 300 Bürger aus Bourg nach Bad Kreuznach
  • 1988 – zur 25-Jahr-Feier – fuhren fast 1200 Menschen aus Bourg nach Kreuznach
Heute sind die Delegationen fast 500 Personen stark. „Das ist immer noch sehr viel. Ich bin auch stolz darauf. Aber es ist durchaus auch ein Rückgang der partnerschaftlichen Aktivitäten zu verzeichnen.“

Darauf sollten wir die Aufmerksamkeit richten. „Denn ich denke, dieses Jubiläum ist auch eine Weichenstellung, mit dem wir dem Zug der Freundschaft eine Richtung geben müssen.“ Junge Leute sind zum Ende ihrer Ausbildung zumeist schon weiter gereist als die Gründerväter der Städtepartnerschaft in ihrem ganzen Leben. „Wir müssen durchaus dafür werben, dass der Reiz des Anderen, das Kennenlernen einer fremden Kultur und Mentalität auch bei den Fremden in der Nähe und Nachbarschaft möglich ist. Und wir dürfen nicht müde werden deutlich zu machen, dass Frieden und Freundschaft erarbeitet sein wollen und keineswegs selbstverständlich sind.“ Allerdings müsse man auch akzeptieren, dass die Überwindung der Sprachbarriere eine Daueraufgabe bleibe.

Die Oberbürgermeisterin bedankte sich für die Gastfreundschaft und hofft, dass die Treffen in Bourg und Bad Kreuznach der Partnerschaft neue Impulse geben werden, „fortwirken und uns ermuntern, auf die offenen Fragen zur Jumelage mit begründetem Optimismus einzugehen. Ich freue mich aus diesem Grund auf die Fortsetzung unseres Jubiläumsfestes in Bad Kreuznach, zusammen mit Ihnen allen.“

Debat: Die Freundschaft noch aktiver weiterentwickeln



Alternative Beschreibung
Bürgermeister Jean-François Debat am Ende seiner Rede.
Foto: Thomas Gierse
Auch Bürgermeister Jean-François Debat bedauerte, dass man schon am Ende des ersten Teils der Jubiläumsfeierlichkeiten angekommen sei. Er bedankte sich bei den Aktiven, die mit ihrem Engagement die Partnerschaft vorantreiben. Dabei vergaß er nicht, sich bei den zahlreichen Mitarbeitern in vielen Bereichen der Bourger Stadtverwaltung für ihre Unterstützung zu danken.

Nach den grundsätzlichen Ausführungen seiner Vorrednerin beschränkte sich Debat in seiner Rede auf drei Punkte.

Erstens: Ja, es brauchte eine Vision und Mut, 1963 die Partnerschaft einzugehen. Und nur weil es beides gab, konnte die Freundschaft zwischen Bourg und Bad Kreuznach entstehen.

Zweitens: Die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland war Fundament und Baustoff für den Aufbau Europas, und das Verhältnis dieses „Paares“ werde auch weiterhin für die Entwicklung Europas bedeutsam sein.

Drittens: Aus zwei Gründen sollten wir unsere Freundschaft stärken. Zum einen, um die Verbindungen zwischen Bourg und Bad Kreuznach zu halten und zu festigen. Dafür müssen wir noch aktiver werden und Vorstellungen entwickeln. Zum Anderen habe die Vergangenheit gezeigt, dass Nationalismus in Konfrontationen mündet. Ein Nachlassen in der Freundschaft würde eine Rückkehr in schlechtere Zeiten bedeuten.

Bürgermeister Debat schloss mit einem vorab geäußerten Dank für die bekannte Gastfreundschaft beim Gegenbesuch in Bad Kreuznach, auf den er sich sehr freue.

Quellen:
Thomas Gierse
Hansjörg Rehbein, Stadt Bad Kreuznach

 
Das große Foto zeigt die Unterzeichnung der "Vertragsverlängerung" duch Oberbürgermeisterin Kaster-Meurer und Bürgermeister Debat. Stehend die beiden Partnerschaftsdezernent Wolfgang Heinrich (links) und Guillaume Lacroix. Foto: Hansjörg Rehbein.

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