Extremhitze: Hinschauen und helfen kann Wohnungslosen das Leben retten
Bad Kreuznach, 25. Juni 2026 //
Ob extreme Hitze oder eisige Temperaturen im Winter – Menschen, die auf der Straße leben, sind den Witterungen schutzlos ausgeliefert. Die Wohnungslosenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie appelliert, in diesen Tagen aufmerksam und hilfsbereit zu sein.
Der diesjährige Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe fällt für Bad Kreuznach alles andere als gut aus. Die Umwelthilfe klagt: Die Stadt ist auf Hitzewellen nicht vorbereitet. In Rheinland-Pfalz schneidet nur Worms schlechter ab. Einrichtungsleiterin Doris Häfner-Kairo in Bad Kreuznach und Heiner Trauthig, Einrichtungsleiter der Eremitage erklären, welche Folgen das hat: „Gerade vulnerable Gruppen wie Senioren, Menschen im Rollstuhl und vor allem auch Menschen ohne festen Wohnsitz brauchen die Unterstützung der Zivilgesellschaft.“ Träger verschiedenster stationärer und ambulanter Hilfsangebote für Wohnungslose wie etwa die Stiftung kreuznacher diakonie können nicht flächendeckend Hilfe leisten. Straßensozialarbeiter — wie Ingo Huber —, die bereits Getränke und Sonnencreme verteilen, können nicht überall gleichzeitig sein.
Mindestens 1.029.000 Menschen waren in Deutschland im Jahr 2024 wohnungslos: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. hat diese Zahl im November 2025 veröffentlicht und schätzt, dass die Zahl weiter wächst. „Daher ist es wichtig, auch den Blick der Bevölkerung auf Menschen zu lenken, über die auf der Straße oft hinweggeblickt wird. Jeder Einzelne kann mit einfachen Handlungen Leben retten oder den Alltag auf der Straße ein wenig erträglicher machen“, so die Experten der Stiftung.
Konkret heißt das: Schauen Sie nicht weg. Sprechen Sie die Person höflich an und fragen Sie, ob Hilfe benötigt wird. Ungeöffnete Wasserflaschen, haltbare Lebensmittel oder frisches Obst können angeboten werden, Sonnencreme, Kopfbedeckungen sind sicher ebenfalls hilfreich. Zögern Sie nicht. Wenn eine Person stark dehydriert ist, apathisch wirkt und nicht ansprechbar ist oder offensichtlich medizinische Hilfe benötigt, den Notruf zu wählen. Die Polizei ist verpflichtet, einzuschreiten, wenn Menschen in Not sind.
Die Notunterkünfte der Wohnungslosenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie sind rund um die Uhr erreichbar. Wer Hilfe braucht, kann sich an folgende Einrichtungen wenden:
Kreis Bad Kreuznach
Angebot für Männer, Bretzenheim — Eremitage, Eremitageweg 211, 55559 Bretzenheim, Tel. 0671/839490, E-Mail: eremitage@kreuznacherdiakonie.de
(Eine Aufnahme mit Hund ist begrenzt möglich)
Angebot für Frauen, Bad Kreuznach — Café Bunt, Kurhausstraße 12, 55543 Bad Kreuznach,
Tel. 0671/834006-13 oder mobil 0171 / 3028670, E-Mail: wlh-bad-kreuznach@kreuznacherdiakonie.de
Kreis Birkenfeld
Angebot für Männer und Frauen, Idar-Oberstein, Amtsstraße 4, 55743 Idar-Oberstein, Tel. 06781/5687360 E-Mail: wlh-idar-oberstein@kreuznacherdiakonie.de
Damit die Menschen in Not auch tagsüber ein Dach über dem Kopf haben und eine Mahlzeit bekommen, bieten die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe Tagesaufenthalte in Bad Kreuznach und in Idar-Oberstein an, die durch Spenden finanziert werden. Tagesaufenthalte bieten ein warmes Mittagessen, Getränke und die Möglichkeit zur Körperpflege.
Tagesauffenthalte
Kreis Bad Kreuznach, Café Bunt (für Frauen), Bad Kreuznach, Kurhausstraße 12,
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 18 Uhr
Kreis Birkenfeld: Horizont (für Männer und Frauen), Idar-Oberstein, Amtsstraße 4,
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 13 Uhr
Quelle: Andrea Djifroudi
Stiftung kreuznacher diakonie











