„Schwarzfall“: Wenn beim Stromversorger das Licht ausgeht — Übung im OIE-Verwaltungsgebäude
Idar-Oberstein, 23. September 2026 //
Samstagmorgen im Verwaltungsgebäude — plötzlich ist der Strom weg. Was wie eine unerwartete Störung am Sitz des Stromversorgers OIE in Idar-Oberstein aussieht, war eine Erprobung der Reaktionsfähigkeiten auf den sogenannten Schwarzfall.
Ein Schwarzfall ist eine Ausnahmesituation, in der Technik, Kommunikation und Entscheidungen zuverlässig ineinandergreifen müssen. Deshalb nimmt die OIE die Erprobung ihrer Notfallsysteme und des Krisenraums besonders ernst. Als zentrale Koordinierungsstelle im Krisenfall sorgt der Krisenraum dafür, dass Informationen zusammengeführt, Entscheidungen vorbereitet und Maßnahmen gesteuert werden. Für diese realitätsnahe Übung war ein zweistellig besetztes Team im Einsatz. Ziel der Übung war es, die Notfallkonzepte unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen und die Abläufe für den Ernstfall weiter zu festigen.
Um 9:15 Uhr wurde es ernst: Mit der Abschaltung des Mittelspannungs-Trafoschalters begann der simulierte Schwarzfall. Nun mussten sich die Beteiligten auf die vorgesehenen Notfallstrukturen verlassen. Geprüft wurde zunächst, ob das Verwaltungsgebäude und der Betriebshof auch ohne reguläre Stromversorgung zugänglich bleiben. Anschließend nahmen die Fachleute zahlreiche sicherheitsrelevante Einrichtungen genau unter die Lupe. Dazu gehörten unter anderem Krisentelefone, Krisenfax, Satellitentelefone, Notstromsteckdosen, Notbeleuchtung und Brandmeldeanlage. Auch die technischen Anlagen im Keller sowie die Wärmeversorgung wurden kontrolliert.
„In einer solchen Übung wird aus einem Ablaufplan ganz schnell eine sehr konkrete Situation. Dann zeigt sich, ob Zugänge, Kommunikationswege und technische Einrichtungen so funktionieren, wie wir es für den Ernstfall vorgesehen haben. Genau deshalb sind regelmäßige Tests für uns so wichtig“, erklärt Anna Biegel, Krisenmanagementverantwortliche bei der OIE, die die Übung leitete.
Während der Übung kamen die Beteiligten mehrfach zu gemeinsamen Lageabgleichen zusammen. So konnten die Erkenntnisse aus den einzelnen Prüfungen gebündelt werden, bevor der jeweils nächste Schaltzustand hergestellt wurde. Um 10:45 Uhr erfolgte schließlich die Rückschaltung vom Aggregatbetrieb in den regulären Netzbetrieb. Danach wurden die zentralen Kommunikations- und Gebäudefunktionen nochmals kontrolliert. Den Abschluss bildeten eine gemeinsame Besprechung und die Dokumentation der Übung.
Bereits bei der Übung im vergangenen Jahr hatte die OIE das vollständige Abschalten der Stromversorgung im Verwaltungsgebäude simuliert. Damals standen ebenfalls der Einsatz des Notstromaggregats, die Ausstattung der Krisenräume, die Erreichbarkeit über Notruftelefone und die festgelegten Kontaktwege im Fokus. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend gemeinsam besprochen und dokumentiert und umgesetzt.
Quelle: Ann-Michelle Kullmann
Foto: Thomas Johann
OIE AG











